Weiteres Opfer möglich

66-Jähriger gesteht Missbrauch an zwei minderjährigen Opfern - unter anderem seine eigene Enkelin

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13.9.2022, 15:56 Uhr

Insgesamt zweimal soll ein 66-Jähriger seine 6-jährige Nachbarin in seinen Keller gelockt haben. Dort vergriff sich der Mann an dem Kind und fasste ihr in die Hose, lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft Regensburg laut der Mittelbayerische Zeitung. Ermittelt wurde in dem Fall im Sommer 2021 - schnell sorgten jedoch neue Geständnisse dafür, dass der Fall neu aufgerollt werden musste.

Im Herbst letzten Jahres vertraute sich die 16-jährige Enkelin des Täters dem Ermittlungsrichter an. Sie erklärte, das auch sie von dem 66-Jährigen sexuell missbraucht wurde. Die Staatsanwaltschaft Regensburg erhob daraufhin Klage und warf dem Täter mindestens einen Fall von schweren und neun Fälle vom sexuellen Missbrauch vor, berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Der Täter soll sich zwischen Frühjahr 2011 und Ende 2012 an seiner Enkelin vergriffen haben. Die Übergriffe sollen im Ehebett der Großeltern und in einem abgestellten Auto geschehen sein. Der Großvater soll den engen Kontakt zu der Familie ausgenutzt haben, meldet die Zeitung.

Prozessauftakt in Landesgericht Regensburg

Der Prozessauftakt dieses Falles dauerte nicht lange: Nach Verlesung der Anklageschrift wurde festgestellt, dass der Angeklagte positiv auf Corona getestet worden ist - die Verhandlung musste abgebrochen werden. Während der Unterbrechung führten der Anwalt des Angeklagten, Herr Shervin Ameri, und beide Nebenklagevertreterinnen ein Rechtsgespräch. In diesem beraten sich Staatsanwaltschaft und beteiligte Anwälte, um eine Verständigung zwischen den beiden Parteien herbeizuführen.

Dabei wird über ein mögliches Strafmaß diskutiert, welches im Falle eines Geständnisses folgen würde. Aus den Gesprächen ergab sich folgendes Ergebnis: Die Jugendkammer und Staatsanwaltschaft boten dem Täter eine Haftstrafe an von drei Jahren und fünf Monaten bis maximal vier Jahre im Gegenzug für ein volles Geständnis.

Am vergangenen Montag, zum Neustart des Prozesses, wurde dem Angeklagten dieses Angebot vorgelegt - er stimmte zu und gestand, berichtete die Mittelbayerische Zeitung. "Wir haben das Rechtsgespräch in der Hoffnung geführt, durch eine Einigung den beiden Opfern eine Aussage vor Gericht ersparen zu können. Es sei sicherlich für eine heute 16-jährige junge Frau sehr belastend, vor Gericht erscheinen und im Angesicht ihres Großvaters aussagen zu müssen“, sagte Ameri gegenüber der Zeitung.

Noch ist unklar, ob das ganze Ausmaß der Taten aufgedeckt worden ist. Auf dem PC des Täters wurden unter anderem jugendpornografisches Material gefunden. Zudem kommt, dass auf seinem Handy mindestens ein selbst erstelltes Foto eines halbnackten Kleinkindes entdeckt wurde. Noch konnte ein drittes Opfer nicht identifiziert werden, berichtete die Mittelbayerische Zeitung. Der Prozess gegen den 66-Jährigen könnte jedoch in dieser Woche bereits zu Ende gehen, berichtete die Zeitung.

Am Freitag könnten bereits Schlussplädoyers gehalten werden. Ob die Große Jugendkammer und die verantwortliche Richterin noch am selben Tag ein Urteil verkünden, bleibt abzuwarten. Spätestens am 27. September wird das Urteil dann aber fallen.