Hohe Geldstrafe für absichtliche Tötung

Rehkitz mit Mähwerk zerstückelt: Gericht verurteilt fränkischen Bauern

7.9.2021, 06:00 Uhr
Wenn im Frühsommer das Mähen der Wiesen ansteht, sind viele freiwillige Helfer unterwegs, um die Rehkitze aus dem hohen Gras zu retten. Doch in seltenen Fällen treffen sie auf besonders uneinsichtige Landwirte.

Wenn im Frühsommer das Mähen der Wiesen ansteht, sind viele freiwillige Helfer unterwegs, um die Rehkitze aus dem hohen Gras zu retten. Doch in seltenen Fällen treffen sie auf besonders uneinsichtige Landwirte. © Stefan Renner/FF Pilsach

Am 22. Mai 2021 soll der Bauer das Rehkitz bei Herrieden überfahren haben, obwohl ihn mehrere Augenzeugen darauf aufmerksam gemacht hatten, dass sich das Tier in der Wiese befand. Mehr als 90.000 Rehkitze werden pro Jahr beim Mähen von Wiesen getötet oder gestümmelt - doch nur in ganz wenigen Fällen so vorsätzlich wie dieses Mal.

Drohnen mit Wärmebildkamera helfen bei Suche

Denn eigentlich sind die Landwirte dazu verpflichtet, die Wiesen vor dem Mähen abzusuchen. Oft arbeiten sie dafür mit lokalen Jägern oder Rehkitz-Initiativen zusammen, die das Grünland häufig mit Drohnen mit Wärmebildkamera absuchen.

Von selbst würden sich die Jungtiere nicht retten. Ihr Instinkt gibt ihnen vor, bei großer Gefahr nicht wegzulaufen, sondern sich tief in ihr Versteck zu drücken.

Doch in diesem Fall unterblieben alle Vorsichtsmaßnahmen, obwohl der Bauer von den Augenzeugen nur gebeten wurde, einige Minuten zu warten, bis das Tier geborgen ist. Das Warten war dem Landwirt offenbar zu lästig, das Rehkitz wurde absichtlich mit dem Mähwerk zerstückelt und getötet.

Geldstrafe im höheren Bereich

Deshalb wurde der Landwirt vom Amtsgericht Ansbach wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zum Zahlen von zwei Netto-Monatsgehältern verurteilt.

Laut Staatsanwaltschaft Ansbach ist das Strafmaß im Bereich der Tierschutz-Vergehen eher im höheren Bereich angesetzt.

Landwirt verzichtet auf Einspruch

Anfang August wurde der Strafbefehl zugestellt, der Landwirt legte keinen Einspruch ein. Das gilt als Geständnis, weshalb es nun zu keiner mündlichen Verhandlung mehr kommt und der Strafbefehl vollzogen wird.

6 Kommentare