Rohrbomben-Verdacht: Mehrere Festnahmen in Schweinfurt

26.3.2018, 18:39 Uhr
Ein Großaufgebot der Polizei - darunter auch Spezialeinsatzkräfte - sind in Schweinfurt im Einsatz.

Ein Großaufgebot der Polizei - darunter auch Spezialeinsatzkräfte - sind in Schweinfurt im Einsatz. © NEWS5 / Merzbach

Ein Polizei-Großeinsatz hat den Schweinfurter Westen seit Montagmorgen im Griff. Bei einer Zwangsräumung in einem Obdachlosenheim hatte ein Gerichtsvollzieher eine Chemikalie entdeckt, die "dem äußeren Erscheinungsbild nach gefährlich wirkte", erklärt Andreas Laacke, Pressesprecher der Präsidium Unterfranken. Er flüchtete und alarmierte sofort die Polizei. 

Experten der Technischen Sondergruppe, die dem bayerischen Landeskriminalamt (LKA) untersteht, untersuchen die Substanzen seit 10 Uhr - bislang ohne Ergebnis. Gefunden wurden auch Hülsen, die zum Bau einer Rohrbombe geeignet sind. Ob in der unterfränkischen Stadt womöglich ein Sprengstoffanschlag verhindert wurde, dazu hält sich die Polizei derzeit noch bedeckt, die Ermittlungen laufen in "alle Richtungen", betonen die Ermittler. Die Untersuchungen der Sprengstoffexperten werden noch bis in die Nachtstunden hinein andauern. 

Gerüchte um SEK-Einsatz in Schweinfurt

Noch am Montag nahm die Polizei drei Männer fest. Eine Frau, die ebenfalls im Visier der Ermittler stand, hat wohl nichts mit den gefährlichen Stoffen zu tun. Bei den anderen habe sich der Verdacht erhärtet - die Männer sind alle deutsche Staatsangehörige. Sie wurden an "verschiedenen Örtlichkeiten" festgenommen, sagt Polizei-Pressesprecher Laacke. Gerüchte, nach denen auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt war, wollte er ausdrücklich nicht bestätigen. 

Zur Sicherheit wurde bereits in den Morgenstunden das Areal rund um die Funstelle weiträumig abgesperrt, die Polizei zog einen Sicherheitsradius von rund 200 Metern ein. Rund 100 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, sie dürfen erst nach Abschluss der Untersuchungen wieder zurückkehren. "Wir suchen derzeit Alternativunterkünfte für sie", erklärt Laacke.