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Röst ’n’ Roll: Nürnberg ist die Food-Truck-Hauptstadt

Zehn rollende Imbisswagen kurven durch die Region - 27.03.2014 06:00 Uhr

Auch den klassischen Hamburger gibt es im Angebot der Food Trucks. © colourbox.de


Auch der Grill-Weltmeister ist auf Achse. Aus dem Hobby am Rost ist eine Berufung geworden: Pit Maurus steuert seinen eigenen Food-Truck durch Nürnberg, Fürth oder Schwabach. „Pete’s Rolling BBQ“ steht auf dem feuerroten Laster, aus dem Maurus Deftiges verkauft. Dann gibt es beim Nürnberger, der 2012 Deutscher Grillmeister der Amateure wurde, vor allem: Fleisch. Fleisch, das er vorher mit Zeit und Liebe gegrillt beziehungsweise geräuchert hat — und das jetzt, zum Beispiel, im Brötchen landet. „Vor allem Spareribs gehen gut“, sagt Maurus.

Das Wichtigste: Sie gehen täglich an anderer Stelle über den Tresen, der seitlich aus seinem Laster klappt. Das ist das Prinzip des Food-Trucks: Nur etwa alle zwei Wochen tauchen sie am selben Ort auf. Der Kunde soll die Mahlzeit nicht so schnell satthaben. Sondern sich auf genau diesen Tag freuen. Nur: Zwei Wochen warten muss an den einschlägigen Stellen — zum Beispiel in Gewerbegebieten — niemand auf einen fahrenden Imbiss. So viele Food-Trucks sind inzwischen unterwegs. Sie heißen Guerilla Gröstl; Burrito Bandito oder Red Flag, haben einen modernen Anstrich und bieten „Frisches auf die Hand“, sagt Klaus Wünsch.

Die Szene ist gut vernetzt

Ihm und seinem Partner Peter Klein gehört der Ribwich-Truck — sie sind die Vorreiter in Franken, was rollende Buden betrifft. Ihr Ribwich — aus Schweinefleisch, Barbecue-Soße-Gurken-Relish, Jalapenos — verkaufen sie inzwischen parallel aus zwei Kleinlastern. Nicht nur die brummen, sondern auch das Geschäft. Das will er weiter ankurbeln — mit einem Food-Truck-Treffen. Ein solches findet morgen, 28. März, statt. „Natürlich wollen wir die Szene bekannter machen“, sagt Wünsch, „wir wollen aber auch den Food-Truck-Fans die Bandbreite zeigen.“ Das geht so: Für einen kleinen Preis gibt es beim „Franconian Food Truck Round Up“, so die offizielle Bezeichnung des Stelldicheins, bei jedem Wagen ein Probierstück.Was das Treffen noch bietet? Cocktail-Bar, Bierausschank, Live-Musik. Sozusagen Röst’n’Roll.

Wünsch will beim Treffen aber auch mit anderen „Food-Truckern“ zusammenkommen. Denn obwohl so viele in der inoffiziellen Food-Truck-Hauptstadt — nur in Berlin gibt es mehr rollende Imbisse als in Nürnberg — unterwegs sind, treffen sich die Konkurrenten selten persönlich. „Wir sind wirklich gut vernetzt“, sagt Klaus Wünsch. Aber eben eher online. „Das lässt die Zeit auch gar nicht anders zu“, sagt auch Peter Appel. Er verkauft in seinem Truck, dem Swagman, ein sogar preisgekröntes Produkt. Seine Kombination aus Kartoffelstampf und geräuchertem Fleisch, garniert mit immer wechselnden Beilagen, hat bei der Wahl eines Magazins in Sachen Trend-Gastronomie aus Hamburg auch zwei Sterneköche überzeugt. Die Belohnung: der Titel „Bester Food-Truck in Deutschland“.

Sein Essen will Appel, der mit seinem Truck in Nürnberg, Erlangen und Bayreuth präsent ist, nun aber auch an einem festen Standort ausprobieren: einem Laden „mit längeren Offnungszeiten“. Die Kunden würden ihn dazu anspornen. Sind Food-Trucks also vor allem ein Sprungbrett zum eigenen Lokal, zur eigenen Kneipe? Nicht für Klaus Wünsch. Er hält an seinen Trucks fest. Und werkelt schon am dritten. Was es dort geben soll, weiß er schon. Nämlich ein „Heimatweckla“. Was das ist? Wünsch verrät so viel: „Wir wollen ein Schäufele aufs Brötchen bringen.“

Das Food-Truck-Treffen findet am Freitag, 28. März, von 15 bis 20 Uhr an der Kickfabrik Nürnberg (Ferdinandstraße 21—23) statt. 

TIMO SCHICKLER

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