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Dienstag, 20.08.2019

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ADAC-Vergleich: Allersberger P+R-Platz nur "mangelhaft"

Automobilclub testete bundesweit Pendlerparkplätze - 13.08.2019 06:15 Uhr

Der Park + Ride-Platz am Allersberger Bahnhof erreichte im ADAC-Test nur das Prädikat „mangelhaft“. Bei den Pendlern ist er trotzdem beliebt, die Zahl der freien Plätze zeigt es. © Foto: Stefan Bergauer


Am schwersten fiel beim ADAC der ÖPNV-Takt ins Gewicht, weil die Abstände zwischen den Zügen größer als 20 Minuten sind – "sehr mangelhaft", so das Urteil. Weitere Kritikpunkte: Beim Besuch im Januar war kein Stellplatz frei, die Anzeige der Zahl freier Stellplätze war ausgeschaltet und es gab keine Möglichkeit, mit Personal Kontakt aufzunehmen – in der Kategorie Sicherheit wurde der Parkplatz ebenfalls nur mit "mangelhaft" bewertet.

Pluspunkte gab es für Lage, Beleuchtung, Kosten (keine), Infos zu Lage und Größe im Internet und die Fahrtzeit nach Nürnberg: Zum Hauptbahnhof ist man mit dem Zug laut Tester 14 Minuten schneller als mit dem Auto, zum Rathaus sind es immerhin noch acht Minuten – der Parkplatz ist nicht umsonst beliebt.

Die Marktgemeinde Allersberg betreibt den Parkplatz mit knapp 300 Stellplätzen. Sie hofft seit langem, dass endlich die S-Bahn in Allersberg hält und sich damit der Takt verbessert. Seit Jahren wird der Anschluss verschoben, weil die entsprechenden Züge fehlen. Nun ist Mitte 2020 im Gespräch.

"Die Taktung ist Sache der Deutschen Bahn und wiederum von dieser auf die Nutzung und die Nutzer und die Wirtschaftlichkeit abgestimmt. Ich gehe jedoch fest davon aus, dass mit dem neuen Industriegebieten unmittelbar am Bahnhof eine erhebliche Verbesserung der Taktzeiten möglich sein wird", so Allersbergs Bürgermeister Daniel Horndasch.

Wink mit dem Zaunpfahl

Mit den neuen Industriegebieten wird die Bedeutung des Parkplatzes noch einmal zunehmen. Horndasch weiß, dass dieser jetzt schon ausgelastet ist. "Stellplatzerweiterungen oder -mehrungen – in welcher Form auch immer – sollten im Interesse der Deutschen Bahn und des gesamten Landkreises Roth sein, da hier auch viele Pendler die Umsteigemöglichkeit im Sinne des P + R Gedankens aus dem Landkreis nutzen und damit auch Nürnberg verkehrstechnisch entlasten", so Horndasch.

Allersberg selbst habe die Notwendigkeit einer Erweiterung zwar erkannt, aus der finanziellen Situation heraus aber immer wieder verschoben. "Vielleicht ermöglicht die Schaffung der Industriegebiete dem Markt Allersberg nun die Chance, hier in Zukunft deutliche Verbesserungen für eine Vielzahl von Bürgern des gesamten Landkreises" zu schaffen, so Horndasch. Von den Industriegebieten und den Einnahmen hänge nicht zuletzt auch ab, ob das Parken kostenlos bleiben kann – es ist keine Pflichtaufgabe; das Thema war bereits auf dem Tisch des Allersberger Gemeinderates.

 

 

Insgesamt mag Horndasch die Bewertung und das negative Ergebnis des ADAC nicht teilen. Zum Beispiel sei die Anzeige der freien Parkplätze vor fünf Jahren absichtlich ausgeschaltet worden, weil sie falsche Zahlen zeigte, die nur zu Beschwerden führten. Auch die Verkehrsanbindung soll verbessert werden, im Gespräch sind einer oder mehrere Kreisel.

"Die Gewichtung der einzelnen Faktoren würde ich persönlich, als Bürgermeister oder auch als Nutzer, sicherlich anders vornehmen und dann vielleicht zu einem positiveren Gesamturteil kommen, aber das ist Sache und Ermessen des ADAC", so der Bürgermeister.

Hinweis: Auch Roth wurde bewertet und erhielt das Urteil "ausreichend". Alle Testergebnisse gibt es hier. 

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