BI "Mit JA – für Gewerbeentwicklung ohne Amazon“

Allersberg: Fast 1000 Unterschriften gegen Amazon

10.9.2021, 18:00 Uhr
Geschafft! Sarah Brückmann und ihre siebenjährigen Zwillinge Laura und Filippa sowie Dominik Mücke (r.) vor dem Allersberger Rathaus. Dort hatten sie Bürgermeister Daniel Horndasch ihre Unterschriftenlisten übergeben.

Geschafft! Sarah Brückmann und ihre siebenjährigen Zwillinge Laura und Filippa sowie Dominik Mücke (r.) vor dem Allersberger Rathaus. Dort hatten sie Bürgermeister Daniel Horndasch ihre Unterschriftenlisten übergeben. © Sarah Brückmann, NN

Ziel der BI ist es, auch für das Gewerbegebiet West I einen Branchenmix zu erreichen, wie er für West II vorgesehen ist. Ein Großlogistiker würde nach Ansicht der Kritiker zu viel Platz benötigen. Der Preis dürfte um die 47 Millionen Euro betragen. Ein verlockendes Angebot, das aber, so Sarah Brückmann, nichts mit Nachhaltigkeit zu tun habe. Nicht zuletzt, weil der Online-Versandhändler im Vergleich zur Dimension des Projektes eine nur geringe Gewerbesteuer in Höhe von 150.000 bis 200.000 Euro pro Jahr an die Marktgemeinde überweisen würde.

Nachteilig werde sich auch die Verkehrssituation der Region bei einem Betrieb der Größenordnung von Amazon auswirken. Ein entsprechendes Gutachten besage, dass der (Schwerlast-)Verkehr massiv zunehmen werde, betont Sarah Brückmann.

Beteiligung viel zu gering

Dass sich P3/Amazon an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligen werde, sei zwar richtig. "Aber was sind vier Millionen Euro, die auch noch gedeckelt sind, bei Gesamtkosten in Höhe von 15 Millionen? Ein Tropfen auf den heißen Stein!"

Die Bedeutung neuer Gewerbeflächen für die Zukunft von Allersberg, das Umland, seine Menschen und die Natur könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, lässt Sprecherin Brückmann in einer Presseerklärung wissen.

"Nach sorgfältiger und umfassender Analyse der Faktenlage kommen wir hinsichtlich der Nutzungsoptionen zu grundlegend anderen Schlüssen als das Kommunalunternehmen und die Mehrheit im Marktgemeinderat. So bewerten wir die frühzeitige Festlegung auf ein Sondergebiet Logistik in Allersberg West 1 als schwerwiegenden Fehler und die entsprechenden Entscheidungen des Kommunalunternehmens und Beschlüsse des Marktgemeinderates als unvorteilhaft für unsere Gemeinde und die gesamte Region. Wir teilen somit weitgehend die Auffassungen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange, deren überaus kritische Stellungnahmen in unseren Augen nicht ausreichend gewürdigt worden sind", erklärt sie.

Ansonsten doch einig

Es sei nicht nachvollziehbar, warum mit dem Amazon-Logistikzentrum seit über zwei Jahren ein Vorhaben mit derart umstrittenem Nutzen vorangetrieben werde, während über die Bestimmung von Allersberg West II als Gewerbegebiet sowohl im Marktgemeinderat als auch in der Bevölkerung ein breiter Konsens herrsche.

Im Hinblick auf die finanzielle Situation der Gemeinde halten es Brückmann und Mücke für vordringlicher, die Flächen auf Allersberg West II zeitnah auszuweisen und zu vermarkten. Die Nachfrage sei hoch. Zusammen mit den Erlösen aus dem anstehenden Verkauf der Bauplätze in den neuen Wohngebieten "Im Keinzel II" und "Am St. Wolfgang" könne so die Finanzsituation der Gemeinde entspannt und ein neues Szenario für Allersberg West I geschaffen werden.

Durch einen Bürgerentscheid hofft die BI auf eine sachliche und auf Fakten basierende, transparente Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zur Entscheidungsfindung hinsichtlich der Entwicklung der gewerblichen Flächen von West I.