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Anja Beraneks neunter Streich am Rothsee

Seriensiegerin holt sich den Spaß am Triathlon wieder und läßt Träume der Konkurrentinnen platzen - 17.06.2018 18:15 Uhr

In der Gasse vor dem Zieleinlauf genoss Anja Beranek den Zuspruch der Zuschauer. © Fotos: Giurdanella


Der neunte Sieg von Anja Beranek beim Memmert Rothsee-Triathlon diente als Seelenbalsam. Völlig geknickt war Miss Rothsee am Donnerstag aus Australien zurückgekehrt, wo sie beim Ironman in Cairns aufgegeben und damit die angepeilte Quali für Hawaii verpasst hatte. "Ich hatte meinen Spaß am Triathlon verloren. Das durfte nicht sein, deshalb meldete sie sich am Samstag bei der TSG nach. Sehr zum Leidwesen ihrer Konkurrentinnen, die eigentlich die Felle neu verteilen wollten. "Ich war richtig sauer", gab die Zirndorferin Lena Gottwald zu, "ich hab schon vom Sieg geträumt."

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Am Wochenende fand am Rothsee der 30. Memmert Rothsee Triathlon statt. Am Sonntag wurde dann über olympische Distanz geschwommen, gefahren und gelaufen.


Der anderen Freud: Anja Beranek hat sich ihr Lachen zurückgeholt, das ihr auf der anderen Seite des Planeten eingefroren war. "Ich bin erkältet angereist", schilderte sie ihr australisches Waterloo, "nach 100 Kilometern auf dem Rad war der Ofen aus, nach sieben Kilometern beim Marathon bin ich total enttäuscht ausgestiegen." In den Ergebnislisten geisterte zwar noch eine 25-km-Zwischenzeit durchs Netz, aber "da bin ich wahrscheinlich mit meinem Chip drüberspaziert."

Mister wieder hinter Miss

Einen Plan B für die Hawaii-Quali hat sie nicht, der Auftritt am Rothsee sollte auch ein Tag werden ohne Nachzudenken – und um Spaß zu haben. Zu Letzterem gehört auch, dass sie Mr. Rothsee Marcus Schattner zum dritten Mal in Folge geschnupft hat. Der konnte den hohen Rückstand nach dem Schwimmen nicht mehr wettmachen, war nach dem Radeln eine Runde um den Zielbereich zurück und kam 24 Sekunden später als Miss Rothsee ins Ziel, auf Rang elf hinter seinem Mannschaftskameraden Johannes Egelseer. Bei der TSG gibt es schon Überlegungen, Schattners Fahrrad im nächsten Jahr mit einer H-Nummer auszustatten, wie sie für Oldtimer verwendet wird.

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Es wurde geschwommen, gelaufen und gefahren. Am Wochenende fand am Rothsee der 30. Memmert Rothsee Triathlon statt. Bereits am Samstag gingen Massen an Sportlern an den Start, auch Jugendliche und Kinder.


Und die weibliche Konkurrenz von Anja Beranek, Charlotte Ahrens und die Vorjahreszweite Michelle Braun (TSV Altenfurt), kam vier Sekunden eher aus dem Wasser. Lena Gottwald 53 Sekunden später noch vor Zsanna Filep und der frisch gebackenen deutschen Mitteldistanz-Meisterin Luisa Moroff, die ebenso wie Frederik Funk vor Wochenfrist in Ingolstadt gewonnen hat.

Die Zirndorferin Lena Gottwald hätte das gerne als Siegerpose gesehen, freute sich aber auch über den dritten zweiten Platz. © Salvatore Giurdanella


Beim zweiten Wechsel gab das Frauen-Rennen schon das gewohnte Bild ab: Anja Beranek zweieinhalb Minuten vor Lena Gottwald, deutlicher zurück Charlotte Ahrens, Michelle Braun und Luisa Moroff, vor die sich Jelena Rölz vom La Carrera TriTeam geschoben hatte.

"Nach zehn Kilometern hatte ich die beiden", schilderte die untröstliche Lena Gottwald das Geschehen aus ihrer Warte, "ich war sieben Minuten schneller und es hat wieder nicht gereicht." Ganz verhagelt war das Wochenende aber auch für Lena Gottwald nicht. Tags zuvor hatte sie im Trikot des SSV Forchheim das Rennen in der 2. Bundesliga gewonnen.

Michelle Braun war 44 Sekunden schneller als 2017, aber trotzdem von der Vorjahresform entfernt. Beraneks Nachmeldung hat auch ihr gestunken "aber wie!". Sie gewann der Nachmeldung aber auch etwas Gutes ab: "Das hat die Konkurrenz erhöht." Selbst hat sie nach einer Pause erst im Januar wieder trainieren können, die Körner haben nur bis zu den ersten 20 Kilometern des Radfahrens gereicht: "In zwei Wochen ist DM, jetzt weiß ich wo ich stehe."

Wesentlich mehr als Platz fünf hatte sich Luisa Moroff vorgenommen, die ebenfalls als potenzielle Beranek-Nachfolgerin gehandelt worden war. Ihren Ehrgeiz musste sie drosseln, nachdem ein Reifen bei Kilometer fünf kaputt ging. "Das deprimiert schon, wenn dich auf der Gerade und am Berg alle überholen." Mit Pannenmilch und eisernem Willen ("zur Not wäre ich auch 30 Kilometer gelaufen") rettete sie sich zum zweiten Wechsel und schob sich auf der Laufstrecke noch vor Jelena Rölz.

Dabei hatte die La Carrera-Athletin seit dem Winter ausgesprochen viel Lauftraining absolviert. Für sie war der Auftritt vor der Haustür okay: "Eine gute Generalprobe für den Challenge". Die Langdistanz, ebenfalls vor der Haustür, nimmt sie in zwei Wochen zum ersten Mal in Angriff.

Paul Götz E-Mail

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