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Montag, 13.07.2020

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Aufgeregtheit und ein Glücksgefühl

Seit Anfang der Woche dürfen Vorschulkinder wieder in ihre Kitas. Das löst nicht nur bei den Eltern Erleichterung aus. - 29.05.2020 16:47 Uhr

Die „Feuersalamander“ des Hilpoltsteiner LBV-Kindergartens bauten sich nach ihrer Rückkehr in die Einrichtung gleich mal mit Feuereifer ein Lager im Garten. © Foto: Tobias Tschapka


Aufatmen bei den meisten Mamas und Papas von älteren Kindergartenkindern! Seit Anfang der Woche dürfen die Vorschulzwerge nach Corona-bedingter Zwangspause wieder in ihre Kitas zurückkehren. Die Erleichterung ist aber offenbar auch bei den Mädchen und Buben groß, wie eine Umfrage der Hilpoltsteiner Zeitung in drei Hilpoltsteiner Kindergärten belegt.

Heidi Neumann vom BRK-Kinderhaus in Hofstetten fasst die Erfahrungen der ersten Woche so zusammen: "Alle haben sich riesig gefreut, es gab keinerlei Probleme. Die Situation ist so, als würden die Kinder aus dem Urlaub zurückkommen", sagt die Leiterin der BRK-Einrichtung, "es gab wirklich nur strahlende Gesichter, alle waren glücklich!"

Die Kinder hätten voller Freude ihre alten Freunde, ihr gewohntes Spielzeug, aber auch die Erzieherinnen sofort "voll in Beschlag" genommen. Und trotzdem würden die neuen Regeln, die die Corona-Infektionslage nach wie vor mit sich bringe, "gut befolgt." Man könne den Kleinen die vorgeschriebenen Anweisungen wie sorgfältiges Händewaschen gut vermitteln. "Sie haben großes Verständnis dafür", ist Heidi Neumann begeistert.

Ähnliche Erfahrungen macht auch das Erzieherteam der katholischen Kindertagesstätte St. Jakob. "Unsere Kinder sind alle sehr froh, wieder in ihrer Einrichtung zu sein", macht die Leiterin Kerstin Theuer deutlich. "Man merkt, wie sehr sie sich gegenseitig vermisst haben und wie wichtig ihnen die sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen sind". Auch die hausinternen "Forschungsprojekte", die nun längere Zeit auf Eis liegen mussten, hätten den Kindern gefehlt. "Alle sind hochmotiviert und fragen, wann sie endlich damit weitermachen können".

Verarbeitet worden sei diese lange Pause von den Kleinen auf unterschiedliche Art und Weise, hat Kerstin Theuer beobachtet: "Manche sind ruhiger als sonst, manche etwas aufgedrehter, aber die meisten doch eher ausgeglichen."

Für die Einhaltung der Corona-Regeln – etwa, dass die einzelnen Gruppen unter sich bleiben müssen – würde allenthalben viel Verständnis gezeigt. Dass dennoch ein gutes Drittel der Kinder, die nun wieder einen Betreuungsanspruch hätten, noch nicht in die Kita zurückgekehrt sei, hinge vermutlich damit zusammen, dass sich manche Eltern doch noch ein bisschen ängstigen würden, es könne trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion kommen, glaubt Kerstin Theuer.

Und trotzdem: Auch im LBV-Kindergarten "Arche Noah" ist die Freude groß, dass die "Großen" endlich wieder kommen dürfen – bei Erzieherinnen wie Kids gleichermaßen. Lena Wagner, Leiterin der Ältestengruppe namens "Feuersalamander" beschreibt die Stimmung unter den zwölf Kindern, von denen einige schon vorher in der Notbetreuung waren, als eine Mischung aus Aufgeregtheit und Glücksgefühl. "Auch wenn wir noch keine Ausflüge machen und nicht immer die gewohnten Erzieherinnen zur Verfügung stehen, sind alle sehr froh, wieder hier zu sein", so Lena Wagner über ihre quirlige Klientel. Ein Großteil des Kindergarten-Alltags würde sich derzeit im Garten der Einrichtung abspielen, wo die Ältesten gleich hochmotiviert begonnen hätten, ein Lager zu bauen.

Grenzen werden ausgetestet

Spurlos sei die Kita-Absenz an so manchem Steppke aber nicht vorbeigegangen, findet Wagner: "Manche testen aufs Neue die Regeln und Grenzen aus, die sie eigentlich schon gelernt haben", sagt die Erzieherin. Aber das sei auch kein Wunder: "Sie müssen sich einfinden und an die neue Situation gewöhnen, nachdem sie sich so lange nicht gesehen und miteinander gespielt haben."

TOBIAS TSCHAPKA

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