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Bekommt die Hopfenstadt Spalt ein Bierhotel?

Die Nürminger Group plant mit 80 Betten in der Innenstadt - 08.12.2020 07:50 Uhr

Ein gewohnter Anblick: Vorne das Gasthaus „Rotes Ross“, rechts dahinter das „grüne Haus“ – eine ehemalige Hopfenhandlung. Bei der Umgestaltung zum angedachten Bierhotel soll sich die Kubatur nicht verändern.

07.12.2020 © Foto: Jürgen Leykamm


Ein tizianrotes und ein benachbartes grünes Haus sollen in Spalt zentrale Elemente eines neuen Bierhotels werden. Die Rede ist von den Gebäuden der ehemaligen Gaststätte "Rotes Ross" und der einstigen Hopfenhandlung Franz Riedel – bekannt unter dem Hausnamen "Kernbauer". Dieser millionenschweren Aufgabe will sich die Nürminger Group aus Burgoberbach widmen – nun wurden die ersten Planungen dem Stadtrat vorgestellt.

"Beide Häuser bleiben dabei in ihrer Kubatur erhalten, lediglich der Farbton erfährt eine leichte Veränderung", so Projektleiter Marco Nürminger. Erhalten werden soll auch das "Hexenhäuschen" neben dem ehemaligen Handelsgebäude. Andere nicht mehr nutzbare Bauten, wie eine alte Scheune, die einen Riegel hin zur Rezat bilden, würden durch einen Neubau für die Hotelzimmer ersetzt.

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Nach dem bisherigen Entwurf könnten bis zu 44 Zimmer mit zirka 80 Betten entstehen und der Gastronomiebereich bis zu 100 Gästen auf einmal Platz bieten. Dass hier Bier-Gerichte die Speisekarte bereichern sollen, versteht sich von selbst.


2019 war ein Rekordjahr für die Stadtbrauerei Spalt


Doch das ist noch längst nicht alles: Vier Wellnessbereiche sind eingeplant, die auch von Besuchern gebucht werden können, die sich nicht im Bierhotel eingemietet haben. Dabei setzt man auf das Prinzip "private spa", das die Nutzergruppen unter sich bleiben lässt. Zwei Seminarräume, ein Regionalshop, ein Fitnessraum, eine Braustube für Brauseminare, ein Pub inklusive eines Tresens mit zehn Zapfhähnen, ein Wintergarten sowie ein Gewölbekeller bilden weitere wichtige Kernelemente des neuen Angebots, so es denn verwirklicht wird.

Bierhotel mit Schaubrauen und Hopfen-Bädern

Nicht zu vergessen die ebenso eingeplante und einsehbare Brauanlage, die Einblick in die Entstehung der hier entstehenden Kreativ-Biere gewährt. Das entsprechende Schaubrauen lässt sich gemäß Nürminger auch separat buchen. Laut den Planungen wartet künftig in der Freiluftsaison mit Blick auf die Rezat ein Bier-Lounge-Garten mit eigener Grillstelle und Feuerschale auf seine Gäste – auch dieser Bereich ist für jedermann geöffnet.

"Mit dem Bierhotel schaffen wir zugleich 25 neue Arbeitsplätze", unterstrich der Projektleiter. Weitere Ideen: Man könnte die Hotelgäste mit Hopfenbädern verwöhnen oder die Armatur der Badewannen auf besondere Weise bereichern: mit einem Zapfhahn nämlich, der beispielsweise ein kühles Helles im warmen Wohlfühlbad genießen lässt.

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Zahlreiche Vorgespräche seien bereits geführt worden: Das Landesamt für Denkmalpflege sei ebenso im Boot wie das Wasserwirtschafts- sowie das Landratsamt. Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp habe sich gegenüber dem Projekt sehr offen gezeigt, so Nürminger, der sich für dessen Unterstützung bedankte. Positive Rückmeldungen gäbe es aus der Nachbarschaft des Bierhotels.


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Ein eigenes Blockheizkraftwerk soll die Hauptlast der Energieversorgung stemmen. Eine wichtige Hürde aber gilt es noch zu nehmen: Der Bauantrag, der in diesen Tagen eingereicht wird, muss noch genehmigt werden. Im kommenden Jahr könnten die Arbeiten dann beginnen. Bereits im Frühjahr 2023 sei eine Eröffnung denkbar, die sich aber freilich auch in den Herbst verschieben könne.

Alte Bausünden sollen verschwinden

Angst davor, dass ein wichtiger Bereich Spalts sein Gesicht radikal verändert, braucht laut Nürminger niemand zu haben: "Wir wollen den Kerncharakter verschönern und das Areal aufhübschen." Dazu zählt unter anderem, dass auch die neuen Gebäude auf die Stadtmauer aufgesetzt werden sollen und sie zugleich einige Verbesserungen erfährt – durch den Rückbau alter Bausünden.

Für den Spalter Tourismus bedeute das Bierhotel: "mehr Gäste mit höherer Verweildauer". Bürgermeister Udo Weingart sprach von erwarteten 20 000 Übernachtungen jährlich. Eine Lösung braucht es aber noch in Sachen Parkplätze für das autofreie Hotel. 40 bis 50 von ihnen gilt es deshalb auf einer Fläche außerhalb des Areals bereit zu stellen. Im Gespräch ist eine solche in Friedhofsnähe. Es gäbe aber auch zwei weitere Optionen. Ein Shuttle-Service soll die Gäste zum Bierhotel bringen.

Manfred Nürminger, Gründer des Unternehmens, blickte beim Ortstermin schon in die Zukunft: In einem weiteren Projekt lasse sich ja das Thema "Wein" aufgreifen.

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 1

© Montage: Sabine Schmid

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© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

© Achim Bergmann

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

Lust auf ein weiteres Bier-Quiz?

Dann hier entlang!

JÜRGEN LEYKAMM

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