Bernloher Doppelsieg bei bayerischer Meisterschaft

23.7.2018, 16:35 Uhr
Milena Slupina testet die Grenzen des Möglichen aus. Bei der bayerischen Meisterschaft klappte die extreme Kür nicht ganz wie erhofft, der Titel war der Favoritin aber sicher.

Milena Slupina testet die Grenzen des Möglichen aus. Bei der bayerischen Meisterschaft klappte die extreme Kür nicht ganz wie erhofft, der Titel war der Favoritin aber sicher. © Stefanie Graff

Bianca Zint war die erste der Bernloher Frauen, die auf die Wettkampffläche trat. Erst unmittelbar vor der Meisterschaft, über die man sich für die Masterserie qualifizieren muss, war sie mit Trainingsrückstand von einer Dienstreise zurückgekehrt. Dennoch gelang es ihr, mit Eleganz und Grazie zu schlagen und sich damit den zweiten Platz zu erobern. Mehrere weitaus höher bepunktete Mitbewerberinnen hatten derweil große Probleme mit ihren mit Schwierigkeiten gespickten Programmen.

Ridinger qualifiziert

Ungewöhnlich zurückhaltend präsentierte sich die zweite Bernloherin Claudia Ridinger. Verunsichert durch einen Sturz gleich zu Beginn war sie sehr zögerlich und verlor dabei so viel Zeit, dass am Ende mehrere Übungen außerhalb des Zeitlimits nicht gewertet wurden. Diese "Sicherheits-Fahrt" kostete zwar viele Punkte und warf sie auf den siebten Platz in der Gesamtwertung zurück, sicherte ihr aber die Qualifikation für die Folgewettbewerbe.

Als große Favoritin bot Milena Slupina auch bei der Landesmeisterschaft ein eindrucksvolles Bild ihrer herausragenden Fähigkeiten. Mit 194,50 hatte die Bernloherin die höchste Punktzahl eingereicht, das Kampfgericht hatte wenig auszusetzen und vergab zunächst mehr als 190 Punkte. Slupinas Programm ist dabei an Zeit und Schwierigkeit bis an den äußersten Rand ausgereizt. In Obernau wollte sie erstmals im Wettbewerb die 1,5-fache Lenkerstanddrehung taktisch auf 2,5-fach erweitern und das Niveau nochmal nach oben schrauben. Das gelang fast, am Ende musste sie aber doch vom Rad springen. Diese kleine Unsicherheit kostete neben dem Zeitverlust zwei Punkte und einen Abzug von zehn Prozent auf den Übungswert. Mit 182,11 Punkten ging Sluina aber zufrieden von der Fläche und ist mit großem Abstand einmal mehr Bayerische Meisterin.

Für den Abend des gleichen Tages hatte sich der Veranstalter RSV Germania Obernau noch ein zusätzliches Schmankerl mit einem Schuss Internationalität ausgedacht und den "Bembel-Cup" als Einladungswettbewerb ausgelobt.

Bembel-Cup für Weltmeister

Neben den Weltmeistern im 1er Kunstradfahren Slupina und Lukas Kohl (Concordia Kirchehrenbach) und den Europameisterinnen im 4er Kunstrad vom RSV Steinhöring hatte der Verein einige Kunstradsportler eingeladen, die auf dem internationalen Parkett für andere Nationalverbände starten.

Die zweite Präsentation des Tages gelang Slupina noch besser als das ausgefeilte Programm am Vormittag. Die Konstruktionsingenieurin zog ihre Kür noch einmal souverän durch und demonstrierte ihr Weltklasse-Niveau mit einem grandiosen Programm, das mit 190,17 Punkten belohnt wurde.

Damit konnte sich Slupina am Ende des langen und sehr gelungenen Wettkampftages gegen alle anderen Sportlerinnen durchsetzen und durfte als Erste den größten "Bembel", einen Krug für Apfelwein, mit nach Hause nehmen; der andere ging an Kohl.

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