Aus Scherz wird Ernst

Bier als Lohn: Spalter Brauerei kürt "Aushilfstrinker"

14.7.2021, 11:04 Uhr
Dennis Schneider, Johannes von Hollander (mit Sohn Zeno) und Ralf Büchler hatten sich auf ein Scherzinserat hin als Aushilfen beworben und durften sich nun beweisen.
 

© Jürgen Leykamm, NN Dennis Schneider, Johannes von Hollander (mit Sohn Zeno) und Ralf Büchler hatten sich auf ein Scherzinserat hin als Aushilfen beworben und durften sich nun beweisen.  

Die Corona-Krise hat den Brauereien schmerzhafte Einbrüche beim Verkauf von Fassbier beschert. Was liegt also näher, als dieses von Aushilfen einfach in Flaschen umfüllen und eventuelle Restbestände leertrinken zu lassen? Ein entsprechendes Scherz-Inserat in der Spalter Faschingszeitung „Razet-Bote“ stieß im Februar auf bundesweite Resonanz. Drei der Bewerber sind nun tatsächlich erhört worden – allerdings etwas anders als erwartet.

Pfiffige Ideen gibt es in der Hopfen- und Bierstadt nämlich viele, gern auch beigesteuert von den dortigen Altstadtfreunden. Sie haben in diesem Jahr unter anderem mit der Aktion „100 bunte Stühle erzählen 100 Spalter Geschichten“ für Aufsehen gesorgt . Die Bürger waren und sind dabei aufgerufen, kreativ gestaltete Sitzgelegenheiten Anekdoten aus dem Städtchen „erzählen“ zu lassen. Nun wurden etliche solcher Stuhlexemplare in der Altstadt aufgestellt.

Die drei echten "Aushilfstrinker" (samt Nachwuchs) kennen sich natürlich auch mit der Brautechnik aus, was sie in Spalt bewiesen.

Die drei echten "Aushilfstrinker" (samt Nachwuchs) kennen sich natürlich auch mit der Brautechnik aus, was sie in Spalt bewiesen. © Jürgen Leykamm, NN

An ihnen vorbei führte am selben Tag zudem ein „Musikalischer Spaziergang“ mit den „Fränkischen Straßenmusikanten“. Eine Doppelaktion, zu der auch besagtes Trio eingeladen war. Dabei durfte es einen Zwischenstopp im Kornhaus einlegen, genauer in der Bierwerkstatt im dortigen „HopfenBierGut“-Museum.

Bei ihr konnten Ralf Büchler (Aichach), Johannes von Hollander (Pfaffenhofen an der Ilm) und Dennis Schneider (Geislingen-Binsdorf) ihre Brauer-Fähigkeiten jenseits ihrer Umfülltalente unter Beweis stellen. Und an der Theke nebenan ließ sich trefflich die in der Anzeige hervorgehobenen Tugenden der „Zapferfahrung und Trinkfestigkeit“ demonstrieren.

Über erstere verfügt Büchler zuhauf: „Ich habe schon auf der Wiesen ausgeschenkt.“ Hollander hatte vorsorglich gleich seinen eigenen „Praktikumsbericht“ aus seiner Zeit bei der Stadtbrauerei Spalt dabei, dessen Echtheitsgehalt allerdings dem Alkoholgehalt der „Spalter Freiheit“ entsprach. Er war über eine WhatsApp-Gruppe, in der sich übrigens auch viele Brauer wiederfinden, auf das Inserat aufmerksam geworden und hatte sich aus einer Laune heraus beworben.

Über den Messenger-Dienst ging auch Schneider dem Scherzbold der Faschingszeitung auf den Leim. Der Lockdown und die Langeweile im Home-Office waren die Hauptgründe bei den dreien, doch einfach mal nach neuen beruflichen Wegen Ausschau zu halten. Das alles wäre eine „Spalter Geschichte“ wert.

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