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Samstag, 22.02.2020

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Blechg(l)anz begeistert die Hamburger

Die Georgensgmünder Formation trat in der Laeiszhalle in Hamburg auf. - 21.01.2020 14:05 Uhr

Applaus in der Laeiszhalle in Hamburg für die Georgensgmünder Gruppe „Blechg(l)anz“. © Foto: Blasorchester Georgensgmünd


Als größtes und seinerzeit modernstes Konzerthaus Deutschlands ist die Laeiszhalle in Hamburg am 4. Juni 1908 festlich eröffnet worden. Von Beginn an gingen dort große Komponisten und Dirigenten ein und aus. Noch heute sind die internationalen Stars der Musikwelt zu Gast. Nun darf sich auch ein Ensemble aus dem Landkreis Roth dazu zählen.

Blechg(l)anz-Chef Jens Lohmüller, Profitrompeter und Leiter des Blasorchesters Georgensgmünd, hatte sich und seine Mitstreiter bestens vorbereitet. "Wir waren auf den Punkt fit, denn dort muss man schon Leistung abliefern", sagt Lohmüller über das Gastspiel im Norden.

Seit Oktober 2019 hatte man sich auf den Ausflug nach Hamburg vorbereitet. "Das war für uns eine große Ehre", so Lohmüller. Der Auftritt hat in der kleinen Halle des Konzerthauses stattgefunden. Aber auch dort waren die Rahmenbedingungen nicht nur fürs Publikum erlesen. "Große Umkleideräume, rote Teppiche und ein Fensterblick in den großen Konzertsaal", zählt Lohmüller auf. Nachmittags haben dort die Prager Philharmoniker geprobt.

"Blechg(l)anz", das sind acht professionelle oder sehr ambitionierte Blechbläser und ein Schlagzeuger im Alter von 17 bis 56 Jahren, die sich Ende 2018 endgültig zu einer Truppe zusammengeschlossen haben. Fast alle stammen aus dem Landkreis Roth. Ihr Ziel ist es, Blasmusik neu zu interpretieren. "Wir wollen mit Freude spielen und Menschen damit glücklich machen", sagt Jens Lohmüller. "Philharmonie trifft Blasmusik" lautet das Motto, mit dem "Blechg(l)anz" bei etwa 20 Auftritten im vergangenen Jahr schon das Publikum in der Region verzaubert hat.

Dreikönig erlaubte Fan-Tour

"Das war schon immer mein Traum." Schlagzeuger Christian Ammon war es, der seine Musiker-Kollegen für die Laeiszhalle begeistern konnte. Der gelernte Bankkaufmann und Revisor hat sein gesamtes Organisationstalent eingesetzt, um die Reise perfekt ablaufen zu lassen. "Am 13. Januar 2019 haben wir den Konzertvertrag unterschrieben", erinnert sich der 36-Jährige. Die Terminwahl fiel auf den 5. Januar 2020. Sonntagabend um 19 Uhr konnte man als Konzertbeginn wählen, weil der Montag in Bayern ja Feiertag ist. Eine ideale Konstellation, die es letztlich ermöglichte, Blechg(l)anz-Freunde und -Liebhaber mitzunehmen.

Mitgereiste Fans aus dem Landkreis jubelten der Gruppe aus Georgensgmünd zu, die mit traditioneller Blasmusik und symphonischer Klassik gleichermaßen begeisterten. © Foto: Blasorchester Georgensgmünd


"Bei jedem Auftritt 2019 haben wir Flyer verteilt", schildert Ammon die Werbung für die Fahrt in die Hansestadt. Eine Abenberger Busfirma bot eine dreitägige Reise als Gesamtpaket an. Knapp 40 Unterstützer sind gemeinsam mit den Musikern im ICE an die Elbe gefahren. T-Shirts und Spruchbänder mit eindeutigen Botschaften inklusive. "Sind wir nicht alle ein bisschen Blechg(l)anz?", stand auf den Leibchen eines Motorradclubs aus Georgensgmünd. "Wahnsinn" war das Transparent beschriftet, das eine andere Gruppe am Ende des Auftritts inmitten stehender Ovationen präsentierte.

Beschlossen hat man die Fahrt mit einer großen Feier in einem Hamburger Lokal. "Wir sind zusammengewachsen", sagt Lohmüller und Christian Ammon nickt. "Das war unsere erste Konzertreise, aber nicht die letzte." Denn jeder sei glücklich gewesen. Ammon weiß auch schon, was daraus werden könnte. "Ein musikalischer Reiseclub."

Robert Schmitt E-Mail

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