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Bluestage: Jake La Botz serviert klangvolle Americana-Musik

US-amerikanischer Blueser und deutsche Country-Musiker vereinen sich im Sound - 07.04.2019 16:39 Uhr

Der US-Sänger Jake La Botz und seine fränkische Begleitband "Smokestack Lightnin" schöpfen aus großer Ruhe maximale Kraft und servieren einen Abend klangvoller Americana für Menschen mit Faible an eingängigen Melodien und treibenden Rhythmen.


Es ist auch kein Versehen, dass der amerikanische Rootsblueser Jake La Botz sich ausgerechnet "Smokestack Lightnin" als europäische Begleitgruppe ausgesucht hat. Denn die in Nürnberg und Schwabach beheimateten Musiker, die zum Teil früher auch für den Sound bei den "Waikiki Beach Bombers" sorgten, pflegen ein Konzept, dem auch Jake La Botz huldigt. 

Blues, Country, Rock und sogar Jazz sind alles Facetten eines ganzheitlichen Musik-Ideals, in dem die Lust an eingängigen Melodien und die Ernsthaftigkeit der Texte das Primat haben. Dass Jake La Botz nach einem reinen "Smokestack"-Set mit einer Hommage auf seine "Sidemen" zum gemeinsamen Teil des Abends überleitet, ist ebenso wenig selbstverständlich wie die tiefe Emphase, mit der hier musiziert wird.

Denn das Ganze ist in diesem Fall wirklich einmal mehr als die Summe seiner Teile. Wem die typischen "Smokestack Lightnin"-Stücke eine Spur zu simpel gestrickt sind, der spürt einen zweiten Wind, sobald Jake La Botz die Szene betritt: Dieser so jungenhaft wirkende Blueser hat genau jene Lebens- und Musikerfahrung, die es braucht, um "Smokestack Lightnin’" Inspiration zu injizieren, einen Funken überspringen zu lassen, einen Hauch Ewigkeit durch den Saal wehen zu lassen.

Jake La Botz ist ein Experte für melodischen "Americana"-Stoff und seine Sänger/Songschreiber-Identität weit mehr als aufgesetzte Attitüde. Ein Mann, der weiß, wo er im Leben steht und der sich darüber im Klaren ist, wie man dieses Selbstbewusstsein auch auf der Bühne lebt und auf das Publikum überträgt.

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Gebrochene Poeten

Dass La Botz alle möglichen Stile gleichsam inhaliert hat, dass er vom Punk ebenso beeinflusst wurde wie von den gebrochenen Poeten des 20. Jahrhunderts, mögen sie nun Charles Bukowski heißen oder Tom Waits, Jack Kerouac oder Leonard Cohen, schärft seine eigenen Lieder in reizvoller Weise an, verschafft ihnen die Widerhaken und Kanten, die es braucht, um aus gefälligen Songs bemerkenswerte Bekenntnisse zu machen.

Vor der Kamera hat Jake La Botz auch schon gestanden, arbeitete mit Scarlett Johansson, Matt Dillon und Sylvester Stallone – und hat sich aus dieser Zeit jene Bühnenpräsenz erhalten, die man an sich nicht lernen kann, die man aber einfach haben muss, wenn man fremde Menschen in einer fremden Stadt von der Qualität der eigenen Kunst überzeugen muss.

Die Kooperation mit "Smokestack Lightnin" atmet synergetische Kraft und blinde Synchronizität – jeder weiß von jedem ganz genau, was der andere als nächstes tun wird. Die locker dahintreibenden Nummern bekommen etwas Hermetisches, Absolutes. Gerade so, als werde hier ein traditionelles Blues-Ideal für eine ganz lange Zeitspanne definiert.

Zudem ist dies die sprichwörtliche Musik "für die einsame Insel": Klänge, die nie nerven, bei denen man sich nie fragt, ob die Musiker gerade die Inspiration verlassen hat oder sie einen Füller spielen, um von einer spektakulären Uptempo-Tanzboden-Nummer zur nächsten überzuleiten.

Eins führt hier ganz selbstverständlich, ganz organisch zum Anderen. In der Ruhe liegt bei "Smokestack Lightnin" und Jake La Botz große Kraft und verströmt unendliche Weite. Nach zwei Konzertstunden geht man mit einem Lächeln und dem sicheren Wissen nach Hause, eine kleine Sternstunde der amerikanischen Musik erlebt zu haben. 

Hans von Draminski E-Mail

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