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Blüte dauert nur etwa eine Woche

Die Teufelszunge von Gerda Batz blühte zu ersten Mal seit zwölf Jahren wieder. Anspruchslose Pflanze - 21.02.2021 14:52 Uhr

Gerda Batz und ihre „Teufelszunge“, die nach zwölf Jahren wieder einmal blüht. Auf dem Foto in ihrer Hand sieht man, wie ihre exotische Pflanze im Sommer aussieht.

21.02.2021 © Foto: Tobias Tschapka


Nichts Besonderes, möchte man meinen, Blumen blühen doch jedes Jahr. Nicht so die Teufelszunge. Denn bei diesem exotischen Gewächs, das ursprünglich aus Asien stammt, ist die letzte Blüte schon zwölf Jahre her. Das entspricht auch etwa dem Durchschnitt, denn nur etwa alle zehn Jahre entwickelt die Teufelszunge "Frühlingsgefühle" und beschließt zu blühen. Gut 1,20 Meter ragt die Blüte in die Höhe, bei einem Durchmesser von rund 15 Zentimetern. Die Teufelszunge ist die "kleine Schwester" des "Titanwurz (Amorphophallus titanum), die als die "größte Blume der Welt" bezeichnet wird. Aber auch die Blüte der Teufelszunge kann sich sehen lassen. Sie trägt ihren Namen wegen der roten "Zunge", die aus dem Kelch herauszuragen scheint.

"Ich konnte es zunächst gar nicht glauben, dass es endlich wieder so weit ist", so die Allersbergerin. Seit vielen Jahren ist die Teufelszunge in ihrem Besitz, und nur einmal hat sie sie seitdem blühen sehen. "Vor 25 Jahren hat mir eine Freundin einen Ableger geschenkt, eine unscheinbare Knolle", erinnert sie sich. Normalerweise beginnt diese Knolle im März zu treiben, und es entsteht ein kleines Bäumchen mit feingliedrigen Blättern. "Das hat mir sehr gefallen, darum wollte ich so ein Exemplar auch haben", sagt sie. Und in der Tat, von März bis September erfreut sie sich Jahr für Jahr an diesem Bäumchen im Topf, das sich im Sommer sowohl im Haus als auch im Garten wohl fühlt.

Jedenfalls bietet die Pflanze derzeit einen ganz anderen, überaus seltenen Anblick. Eine besondere Pflege scheint die Teufelszunge allerdings nicht zu benötigen. "Das Einzige, was ich mache, ist sie einmal die Woche zu gießen", gesteht Batz, "damit muss sie leben". Offenbar hat die Frau den berühmten "grünen Daumen" denn auch ihren anderen Pflanzen – unter anderem ein paar Orchideen in der Küche – scheint es an nichts zu fehlen.

Derzeit blüht ihre Teufelszunge in voller Pracht. Leider ist das nur von kurzer Dauer. "Etwa eine Woche dauert die Blüte, dann fällt sie in sich zusammen, und bald wird aus der Knolle wieder das übliche Bäumchen wachsen, so wie jedes Jahr".

Einen kleinen Wermutstropfen hat die Blühsaison dann leider doch: Die Pflanze stinkt. "Ich habe sie jetzt ein paar Tage im Keller stehen gehabt, denn wenn die Blüte am vollsten ist, ist auch der Geruch am intensivsten", so Batz. Es heiße, die Pflanze würde nach Aas riechen, um damit Insekten anzulocken, "aber ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, denn ich habe Aas noch nie riechen müssen", sagt die ehemalige Bankangestellte im Ruhestand. Aber inzwischen hat sich dieser besondere "Duft" gelegt, und die Teufelszunge hat wieder ihren angestammten Platz im Esszimmer eingenommen, sodass Gerda Batz und ihr Mann Armin sich noch einige Tage an der Blüte erfreuen können.

Lange wird es nicht mehr dauern, bis diese vergeht, und sich aus der unscheinbaren Knolle, die übrig bleibt, bald wieder das hübsche Bäumchen entwickelt, das auch "Tränenbaum" genannt wird, weil sich kleine Tropfen an den Blättern bilden. "Ich bin gespannt, ob ich die nächste Blüte noch erlebe", so Batz. "Sollte ich im Altersheim wohnen, kann ich hoffentlich meine Teufelszunge mitnehmen."

TOBIAS TSCHAPKA

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