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Corona-Krise: Arbeitsmarkt im Landkreis Roth erholt sich langsam

Vor allem unter 25-Jährige haben im September profitiert - 01.10.2020 14:57 Uhr

Seit Beginn der Corona-Krise sinken die Zahlen wieder.

01.10.2020 © Oliver Berg, dpa


Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Ansbach-Weißenburg sinkt im Vergleich zum Vormonat um 701 Meldungen auf 8105. Dies entspricht einer Reduzierung um acht Prozent.

"Damit liegt der Wert zwar immer noch um knapp 2000 über dem Vorjahreswert, erfreulich ist aber, das wir erstmals seit Beginn der Krise wieder rückläufige Arbeitslosenzahlen haben", erklärte Claudia Wolfinger, die Chefin der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg.

"Gerade die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren haben von der beginnenden Erholung des Arbeitsmarktes im September profitiert." Bei dieser Personengruppe reduziert sich der gemeldete Bestand um fast ein Viertel im Vergleich zum Vormonat und liegt jetzt bei 1024.

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Die Arbeitslosenquote sinkt seit August um 0,3 Prozentpunkte auf aktuell 3,1 Prozent. Im September des Vorjahres lag sie bei 2,4 Prozent.

Produktion beginnt wieder

Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds sinkt: Im Vergleich zum Höchststand im April mit 3433 Anzeigen für 53 122 Beschäftigte, zeigen jetzt ein halbes Jahr nach Beginn der Pandemie im September nur noch 18 Betriebe für 247 Beschäftigte Kurzarbeit an. "Inzwischen nehmen viele kurzarbeitende Betriebe ihre Produktion weitgehend wieder auf. Das lässt die Hoffnung zu, dass die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes noch weiter zurückgeht", erklärt die Arbeitsagentur dazu.

 

Inwieweit die Entwicklungen in den Herbst- und Wintermonaten eine verstärkte Inanspruchnahme dieses Instruments wieder erforderlich machen könnten, sei bisher noch nicht abzusehen.

"Wir stehen den Firmen und ihren Beschäftigten bei Bedarf aber selbstverständlich weiter beratend und unterstützend zur Seite", sagt Wolfinger. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen steigt den dritten Monat in Folge an. Der Corona-bedingte Tiefpunkt mit 4287 Stellen im Juni wird im September um 130 Stellen überboten.

Den größten Personalbedarf gibt es in der Zeitarbeit (1159 offene Stellen), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (624), dem verarbeitenden Gewerbe (604), dem Baugewerbe (506), dem Handel (402) und der Gastronomie (221).

Die Quote sinkt

Im Landkreis Roth sinkt die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf aktuell 2,8 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,8 Prozentpunkte höher.

Die Zahl der Arbeitslosen reduziert sich im Vergleich zum Vormonat um 229 auf 2035, im Vorjahresvergleich nimmt sie um 583 zu. Im Landkreis sind von der Coronakrise beide Rechtskreise betroffen: Der Anstieg beim Jobcenter und damit bei den Beziehern nach dem SGB II fällt allerdings im Vorjahresvergleich geringer aus als bei der Arbeitsagentur.


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Im SGB-III-Bereich liegt die Arbeitslosigkeit bei 1450, das sind 491 Arbeitslose und 51,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich SGB II liegt die Zahl bei 585, was einem Plus von 92 Personen und 18,7 Prozent zum Vorjahr entspricht. Im Vormonatsvergleich haben sich die Zahlen in beiden Rechtskreisen reduziert. Im Bereich SGB III um 182 Meldungen, beim SGB II um 47.

Die Arbeitgeber im Landkreis Roth melden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im September 282 neue Stellen, das sind 25 weniger als vor einem Monat und zehn weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt sind 1181 freie Stellen im Bestand.

rhv

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