Dienstag, 20.04.2021

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Corona legt Henglein-Kloßteigproduktion lahm

Deutschlands größter Hersteller in Wassermungenau ist betroffen. 42 Mitarbeiter wurden positiv getestet. - 18.12.2020 12:30 Uhr

Wegen Corona kann Deutschlands größter Kloßteig-Produzent derzeit in Wassermungenau keinen Kloßteig herstellen. Die Produktion wurde nach 42 positiven Tests unter den Mitarbeitern heruntergefahren. Doch der Handel ist so gut eingedeckt, dass über die Feiertage nicht mit einem Knödel-Engpass zu rechnen ist.

18.12.2020 © Foto: Jens Schierenbeck/dpa/tmn


Doch Firmenchef Norbert Henglein gibt zumindest zum Teil Entwarnung: "Den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geht es gut. Deren Gesundheit ist das Wichtigste. Und der Handel ist zumindest bis zu den Weihnachtsfeiertagen mit Kloßteig eingedeckt."

Es begann schleichend. Einige wenige Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen, hin und wieder ein positiver Fall. "Doch dann haben wir gemerkt, dass es jeden Tag mehr wird", erinnert sich Henglein.

Reihentest organisiert

Die Firma reagierte und organisierte am vergangenen Sonntag über die Firma Vitolus, die in Roth auch das Roth-Schwabacher Corona-Testzentrum betreibt, einen Reihentest von 300 Beschäftigten. Das Ergebnis: 42 positiv getestete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, praktisch alle in der Kloßteigproduktion.

Die Betroffenen sind in Quarantäne, ihre Kontaktpersonen aus der Firma auch. Positiv aus Firmen-Sicht: Die drei Produktionslinien Kloßteig, Spätzle/Schupfnudel/Gnocci und Backteige/Blätterteige sind strikt voneinander getrennt. Es musste deshalb nur die Kloßteigproduktion vorübergehend geschlossen werden.

Der Vorrat müsste reichen

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Die Frage ist jetzt: Müssen Deutschlands Klöße-Esser über die Feiertage auf ihre Lieblingsspeise verzichten? Eher nicht. Henglein sagt, dass man in den vergangenen Wochen sehr große Mengen an den Handel ausgeliefert habe. "Deutschland muss also nicht verhungern, und Anfang Januar können wir dann ja wieder Volllast fahren."

Eine kleine Einschränkung hat er aber: "Zwischen den Feiertagen könnte es vielleicht etwas eng werden", sagt der Firmenchef vorsichtig.

"Es gibt nichts auszusetzen"

Das Gesundheitsamt stellt der Firma Henglein ein gutes Zeugnis aus. "Wir haben uns das Hygienekonzept noch einmal vor Ort angesehen. Da gibt es nichts auszusetzen, die haben alles richtig gemacht", sagt dessen Leiter Dr. Stefan Schmitzer. Dass die Firma von sich aus reagiert und nicht erst auf das Gesundheitsamt gewartet habe, sei vorbildlich.

Schmitzer glaubt, dass Henglein zwar die erste große, aber wahrscheinlich nicht die letzte Produktionsstätte im Landkreis sein wird, in der sich das Coronavirus ausbreiten wird. Angesichts der Verbreitung des Virus quer durch alle Bevölkerungsschichten sei es fast unmöglich, einen absoluten Schutz zu gewährleisten.

Die Firma Henglein versucht derweil das ihrige zu tun: Alle Mitarbeiter sind alle mit FFP-2-Masken ausgestattet, auch Schnelltests sind schon geliefert.

ROBERT GERNER

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