Anpfiff bis Zwangspause:

Das EM-ABC von Schwabacher Tagblatt und Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung

28.6.2021, 17:24 Uhr
Von A wie Abseits bis Z wie Zwangspause: Mit einem Fußball-EM-ABC wollen wir Sie, liebe Leserin, lieber Leser, durch die vier Wochen begleiten, in der in ganz Europa der Ball rollt. 26 Buchstaben, 26 Spieltage - an jedem davon erweitern wir unser ABC um einen weiteren Buchstaben. Viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern!
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Von A wie Abseits bis Z wie Zwangspause: Mit einem Fußball-EM-ABC wollen wir Sie, liebe Leserin, lieber Leser, durch die vier Wochen begleiten, in der in ganz Europa der Ball rollt. 26 Buchstaben, 26 Spieltage - an jedem davon erweitern wir unser ABC um einen weiteren Buchstaben. Viel Spaß beim Lesen und Mitfiebern! © Jeff Holmes via www.imago-images.de

A wie Anpfiff. In Rom startet die EM 2020, die wegen Corona um ein Jährchen verlegt werden musste. Die Italiener treten gegen die Türken an. Danach folgen weitere 50 Spiele, das letzte davon am 11. Juli in London. Danach folgt der...

A wie Abpfiff. 51 Spiele werden an diesem 11. Juli hinter uns liegen. Das sind 76,5 Stunden oder 4590 Minuten oder 275.400 Sekunden hochklassiger Fernsehsport. Allerdings: Lineare Fernsehgucker können gar nicht alles sehen. Zehn Spiele laufen ausschließlich bei Streaming-Diensten, manche Begegnungen werden zeitgleich angepfiffen. Bittere Nachrichten für die Hardcore-Fans. Alle anderen werden sagen: Um Gottes Willen, die EM mit ihren 24 Mannschaften ist doch ohnehin völlig aufgeblasen und überdimensioniert. Mehr als vier Wochen, um einen Europameister zu küren! Unmöglich! Ich dagegen sage: Dann schaut bitte mal zum Rugby. Da dauert die WM mindestens sechs Wochen.
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A wie Anpfiff. In Rom startet die EM 2020, die wegen Corona um ein Jährchen verlegt werden musste. Die Italiener treten gegen die Türken an. Danach folgen weitere 50 Spiele, das letzte davon am 11. Juli in London. Danach folgt der... A wie Abpfiff. 51 Spiele werden an diesem 11. Juli hinter uns liegen. Das sind 76,5 Stunden oder 4590 Minuten oder 275.400 Sekunden hochklassiger Fernsehsport. Allerdings: Lineare Fernsehgucker können gar nicht alles sehen. Zehn Spiele laufen ausschließlich bei Streaming-Diensten, manche Begegnungen werden zeitgleich angepfiffen. Bittere Nachrichten für die Hardcore-Fans. Alle anderen werden sagen: Um Gottes Willen, die EM mit ihren 24 Mannschaften ist doch ohnehin völlig aufgeblasen und überdimensioniert. Mehr als vier Wochen, um einen Europameister zu küren! Unmöglich! Ich dagegen sage: Dann schaut bitte mal zum Rugby. Da dauert die WM mindestens sechs Wochen. © Christian Charisius, dpa

A wie Abschied. Wir haben die Taschentücher schon bereitgelegt. Jogi geht. Nach nur 15 Jahren lässt er uns allein. Da werden wir viele Tempos brauchen. In jedem Fall. Wenn alles gutgeht, für Tränen des Glücks. Und wenn nicht..., aber daran wollen wir gar nicht denken. Siegermentalität, sagt Jogi, erlaubt keine Zweifel.
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A wie Abschied. Wir haben die Taschentücher schon bereitgelegt. Jogi geht. Nach nur 15 Jahren lässt er uns allein. Da werden wir viele Tempos brauchen. In jedem Fall. Wenn alles gutgeht, für Tränen des Glücks. Und wenn nicht..., aber daran wollen wir gar nicht denken. Siegermentalität, sagt Jogi, erlaubt keine Zweifel. © Robert Michael, dpa

A wie Albanien. Ist gar nicht dabei. Welch ein Glück. So kann unser Team schon mal keine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Albanien, nun wird es historisch und schwer psychologisch, ist nämlich Deutschlands EM-Trauma Nummer eins. 1967 hat es in Tirana nur zu einem blamablen 0:0 gereicht. Und schon war für Beckenbauer, Seeler & Co die EM ’68 gelaufen. So etwas sitzt tief. Auf ewig. Sogar beim Eurovision Song Contest ließen die Albaner Deutschland dieses Jahr vier Plätze hinter sich. Der passende Titel ihres Songs:
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A wie Albanien. Ist gar nicht dabei. Welch ein Glück. So kann unser Team schon mal keine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Albanien, nun wird es historisch und schwer psychologisch, ist nämlich Deutschlands EM-Trauma Nummer eins. 1967 hat es in Tirana nur zu einem blamablen 0:0 gereicht. Und schon war für Beckenbauer, Seeler & Co die EM ’68 gelaufen. So etwas sitzt tief. Auf ewig. Sogar beim Eurovision Song Contest ließen die Albaner Deutschland dieses Jahr vier Plätze hinter sich. Der passende Titel ihres Songs: "Karma". © Peter Dejong, dpa

A wie Ademi. Arijan Ademi. Wie bitte, kennen Sie nicht? Wir auch nicht. Aber das ist ja gerade der Reiz einer EM. Herr Ronaldo ist ja schon bekannt und bei Juventus Turin halbwegs vernünftig versorgt. Aber für Fußvolk wie Herrn Ademi ist die EM vielleicht die Chance ihres Lebens. So etwas wie der Mailänder Laufsteg für Models. Wenn der nordmazedonische Mittelfeldspieler (in Rot) also eine gute Figur macht, könnte er vielleicht schon bald Spielkamerad von Ronaldo bei Juve werden und würde seine Aufwandsentschädigung in Euro statt in Kuna (er spielt in Kroatien) erhalten. Und wenn nicht: Für den Club könnte es schon reichen.
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A wie Ademi. Arijan Ademi. Wie bitte, kennen Sie nicht? Wir auch nicht. Aber das ist ja gerade der Reiz einer EM. Herr Ronaldo ist ja schon bekannt und bei Juventus Turin halbwegs vernünftig versorgt. Aber für Fußvolk wie Herrn Ademi ist die EM vielleicht die Chance ihres Lebens. So etwas wie der Mailänder Laufsteg für Models. Wenn der nordmazedonische Mittelfeldspieler (in Rot) also eine gute Figur macht, könnte er vielleicht schon bald Spielkamerad von Ronaldo bei Juve werden und würde seine Aufwandsentschädigung in Euro statt in Kuna (er spielt in Kroatien) erhalten. Und wenn nicht: Für den Club könnte es schon reichen. © ROBERT ATANASOVSKI, AFP

A wie Außenseiter. Ihnen traut man nichts zu. Und hat meistens recht damit. Gerade deshalb aber gehört ihnen unser Herz. Die Großen anfeuern kann jeder. Wie langweilig. Nichts ist schöner als ein David, der die Goliaths ins Stolpern bringt. Die EM-Geschichte hat vor allem zwei dieser sympathischen Favoritenschrecks zu bieten. Die unbeschwerten Dänen hatten 1992 erst eine Woche zuvor erfahren, dass Jugoslawien wegen des Krieges disqualifiziert wird. Wenn schon Nachrücker, dann richtig: vom Urlaubsstrand aufs Siegerpodest. Nicht mal die Deutschen konnten sie beim 0:2 im Finale stoppen. Und dann war da noch ein gewisser Rehakles, der Griechenland 2004 mit teutonischer Tatkraft zum Titel taktiert hat. Diesmal sind die Dänen gar kein Außenseiter und die Griechen erst gar nicht dabei. Dann drücken wir eben Nordmazedonien oder wenigstens Finnland (im Bild Finnlands Torhüter Lukas Hradecky nach dem Qualifikationsspiel gegen Griechenland) die Daumen. Ne, Finnland nicht. Bisschen Strafe fürs Eishockey muss sein...
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A wie Außenseiter. Ihnen traut man nichts zu. Und hat meistens recht damit. Gerade deshalb aber gehört ihnen unser Herz. Die Großen anfeuern kann jeder. Wie langweilig. Nichts ist schöner als ein David, der die Goliaths ins Stolpern bringt. Die EM-Geschichte hat vor allem zwei dieser sympathischen Favoritenschrecks zu bieten. Die unbeschwerten Dänen hatten 1992 erst eine Woche zuvor erfahren, dass Jugoslawien wegen des Krieges disqualifiziert wird. Wenn schon Nachrücker, dann richtig: vom Urlaubsstrand aufs Siegerpodest. Nicht mal die Deutschen konnten sie beim 0:2 im Finale stoppen. Und dann war da noch ein gewisser Rehakles, der Griechenland 2004 mit teutonischer Tatkraft zum Titel taktiert hat. Diesmal sind die Dänen gar kein Außenseiter und die Griechen erst gar nicht dabei. Dann drücken wir eben Nordmazedonien oder wenigstens Finnland (im Bild Finnlands Torhüter Lukas Hradecky nach dem Qualifikationsspiel gegen Griechenland) die Daumen. Ne, Finnland nicht. Bisschen Strafe fürs Eishockey muss sein... © Markku Ulander, dpa

A wie Augustinsson, Ludwig. Schwedischer EM-Teilnehmer mit bayerisch klingendem Vornamen und viel Bundesliga-Erfahrung. Soll das gelb-blaue Drei-Kronen-Team besser machen und dafür sorgen, dass die Skandinavier endlich einmal etwas reißen bei einer EM. Ist aber Angestellter von Werder Bremen. Das mit dem Bessermachen hat im Verein also schon einmal nicht geklappt. Erschwerend für die Schweden kommt hinzu: Erstens haben sie mindestens zwei Corona-Fälle im Team und zweitens haben sie keinen Zlatan Ibrahimovic mehr. Ibra-wer? werden die Laien jetzt fragen. Mehr dazu in ein paar Tagen beim I.
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A wie Augustinsson, Ludwig. Schwedischer EM-Teilnehmer mit bayerisch klingendem Vornamen und viel Bundesliga-Erfahrung. Soll das gelb-blaue Drei-Kronen-Team besser machen und dafür sorgen, dass die Skandinavier endlich einmal etwas reißen bei einer EM. Ist aber Angestellter von Werder Bremen. Das mit dem Bessermachen hat im Verein also schon einmal nicht geklappt. Erschwerend für die Schweden kommt hinzu: Erstens haben sie mindestens zwei Corona-Fälle im Team und zweitens haben sie keinen Zlatan Ibrahimovic mehr. Ibra-wer? werden die Laien jetzt fragen. Mehr dazu in ein paar Tagen beim I. © JONATHAN NACKSTRAND, AFP

A wie Abseits. Die am schwierigsten zu erklärende Regel des Fußballbetriebs überhaupt (mit Ausnahme des Handspiels im Strafraum). Wird von Fernsehteams gerne hergenommen, um bei Straßenumfragen harmlose, fußballferne Passanten als Deppen hinzustellen. Unmöglich. Wir versuchen es auf die einfache Weise: Abseits ist, wenn der Assi winkt und der Schiri pfeift. Oder wenn später der Video-Assistent Referee ... oder wenn die kalibrierten Linien ... oder wenn der richtige Schiedsrichter am Spielfeldrand noch einmal zum Fernseher... oder. Na ja. Hauptsache, man kann darüber prächtig streiten.
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A wie Abseits. Die am schwierigsten zu erklärende Regel des Fußballbetriebs überhaupt (mit Ausnahme des Handspiels im Strafraum). Wird von Fernsehteams gerne hergenommen, um bei Straßenumfragen harmlose, fußballferne Passanten als Deppen hinzustellen. Unmöglich. Wir versuchen es auf die einfache Weise: Abseits ist, wenn der Assi winkt und der Schiri pfeift. Oder wenn später der Video-Assistent Referee ... oder wenn die kalibrierten Linien ... oder wenn der richtige Schiedsrichter am Spielfeldrand noch einmal zum Fernseher... oder. Na ja. Hauptsache, man kann darüber prächtig streiten. © JANEK SKARZYNSKI, AFP

B wie Bierhoff, Oliver. Früherer Mittelstürmer, heute einer von vier DFB-Direktoren. Und: Kein Frühstücks-Direktor. Seine Zuständigkeitsbereiche: Die Akademien – und die Nationalmannschaft. Deshalb ist der 53-jährige Karlsruher derzeit wieder omnipräsent in den Medien. Mit fünf seiner immerhin 37 Tore für die Nationalmannschaft schrieb Bierhoff aber auch als aktiver Fußballer Geschichte. Im EM-Finale 1996 wurde er spät eingewechselt und köpfte kurz darauf gegen Tschechien den Ausgleich. In der Verlängerung gelang ihm dann das erste und einzige „Golden Goal“ der EM-Geschichte zum 2:1-Erfolg. Die UEFA erschrak offensichtlich so sehr, dass sie danach lieber wieder die normale Verlängerung und das Elfmeterschießen einführte. Bierhoffs zweiter Rekord: 1998 gelang ihm in der WM-Quali gegen Nordirland der schnellste Hattrick der deutschen Länderspielgeschichte: drei Treffer binnen sechs Minuten zum 3:1-Endstand. Das hat fast Lewandowskísche Züge. Ähnlich wie Bundes-Jogi scheint Bierhoff nicht zu altern – und macht seit kurzem Werbung für den amerikanischen Live-Cardio-Anbieter Peloton, der in Corona-Zeiten auch in Deutschland große Marktanteile hinzugewonnen hat. Was das mit Fußball zu tun hat? Nichts. Man sitzt halt in der Wohnung auf dem Rad, strampelt, angefeuert von einer Peloton-Frau auf einem Bildschirm, schwitzt vor sich hin und kommt keinen Millimeter voran.
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B wie Bierhoff, Oliver. Früherer Mittelstürmer, heute einer von vier DFB-Direktoren. Und: Kein Frühstücks-Direktor. Seine Zuständigkeitsbereiche: Die Akademien – und die Nationalmannschaft. Deshalb ist der 53-jährige Karlsruher derzeit wieder omnipräsent in den Medien. Mit fünf seiner immerhin 37 Tore für die Nationalmannschaft schrieb Bierhoff aber auch als aktiver Fußballer Geschichte. Im EM-Finale 1996 wurde er spät eingewechselt und köpfte kurz darauf gegen Tschechien den Ausgleich. In der Verlängerung gelang ihm dann das erste und einzige „Golden Goal“ der EM-Geschichte zum 2:1-Erfolg. Die UEFA erschrak offensichtlich so sehr, dass sie danach lieber wieder die normale Verlängerung und das Elfmeterschießen einführte. Bierhoffs zweiter Rekord: 1998 gelang ihm in der WM-Quali gegen Nordirland der schnellste Hattrick der deutschen Länderspielgeschichte: drei Treffer binnen sechs Minuten zum 3:1-Endstand. Das hat fast Lewandowskísche Züge. Ähnlich wie Bundes-Jogi scheint Bierhoff nicht zu altern – und macht seit kurzem Werbung für den amerikanischen Live-Cardio-Anbieter Peloton, der in Corona-Zeiten auch in Deutschland große Marktanteile hinzugewonnen hat. Was das mit Fußball zu tun hat? Nichts. Man sitzt halt in der Wohnung auf dem Rad, strampelt, angefeuert von einer Peloton-Frau auf einem Bildschirm, schwitzt vor sich hin und kommt keinen Millimeter voran. © SVEN SIMON, NN

B wie Bundestrainer. Schon eine Form der Kontinuität. In seiner langen Geschichte hatte der DFB nur zehn Bundestrainer (oder Teamchefs, falls dem Kandidaten die Trainer-Lizenz abging): Otto Nerz (1926 bis 1936), Sepp Herberger (1936 bis 1964), Helmut Schön (1964 bis 1978), Jupp Derwall (1978 bis 1984), Franz Beckenbauer (1984 bis 1990), Berti Vogts (1990 bis 1998), Erich Ribbeck (1998 bis 2000), Rudi Völler (2000 bis 2004), Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006) und Joachim Löw (2006 bis 2021). Als elfter Mann übernimmt nach der Europameisterschaft Hans-Dieter Flick, genannt „Hansi“ (links im Bild). Übrigens: Von 1908 bis 1926 gab es zwar schon einen Verband und auch eine Nationalmannschaft (oft ausschließlich mit Spielern des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth), aber keinen offiziellen Coach. Vielleicht waren die Jungs früher einfach untrainierbar.
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B wie Bundestrainer. Schon eine Form der Kontinuität. In seiner langen Geschichte hatte der DFB nur zehn Bundestrainer (oder Teamchefs, falls dem Kandidaten die Trainer-Lizenz abging): Otto Nerz (1926 bis 1936), Sepp Herberger (1936 bis 1964), Helmut Schön (1964 bis 1978), Jupp Derwall (1978 bis 1984), Franz Beckenbauer (1984 bis 1990), Berti Vogts (1990 bis 1998), Erich Ribbeck (1998 bis 2000), Rudi Völler (2000 bis 2004), Jürgen Klinsmann (2004 bis 2006) und Joachim Löw (2006 bis 2021). Als elfter Mann übernimmt nach der Europameisterschaft Hans-Dieter Flick, genannt „Hansi“ (links im Bild). Übrigens: Von 1908 bis 1926 gab es zwar schon einen Verband und auch eine Nationalmannschaft (oft ausschließlich mit Spielern des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth), aber keinen offiziellen Coach. Vielleicht waren die Jungs früher einfach untrainierbar. © Thomas Eisenhuth, dpa

B wie Brych, Felix Brych. Hauptberuflich ist der Münchner promovierter Jurist und deshalb prädestiniert für Gesetzesauslegung aller Art, selbst auf der grünen Wiese. Nebenbei ist er auch noch Deutschlands bester Schiedsrichter mit großer internationaler Erfahrung. Olympia, EM, WM: Der 45-Jährige hat alles erlebt auf großen Turnieren. Eines aber ist neu: eine Kollegin! Kein Witz. Die UEFA hat tatsächlich zum ersten Mal eine Frau nominiert! Auf den Platz darf Stephanie Frappert aus Frankreich deshalb aber noch lange nicht. Sie ist nur „vierte Offizielle“, passt also auf, dass Einwechselspieler nicht übereifrig aufs Spielfeld rennen. Das zumindest traut die UEFA Frauen also zu. Alle Achtung.
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B wie Brych, Felix Brych. Hauptberuflich ist der Münchner promovierter Jurist und deshalb prädestiniert für Gesetzesauslegung aller Art, selbst auf der grünen Wiese. Nebenbei ist er auch noch Deutschlands bester Schiedsrichter mit großer internationaler Erfahrung. Olympia, EM, WM: Der 45-Jährige hat alles erlebt auf großen Turnieren. Eines aber ist neu: eine Kollegin! Kein Witz. Die UEFA hat tatsächlich zum ersten Mal eine Frau nominiert! Auf den Platz darf Stephanie Frappert aus Frankreich deshalb aber noch lange nicht. Sie ist nur „vierte Offizielle“, passt also auf, dass Einwechselspieler nicht übereifrig aufs Spielfeld rennen. Das zumindest traut die UEFA Frauen also zu. Alle Achtung. © Soeren Stache, dpa

B wie Baku. Hauptstadt von Aserbeidschan und östlichster Spielort dieses ersten paneuropäischen Turniers. Wer nun an seinen Geografiekenntnissen zweifelt, weil er dachte, der kleine Staat nördlich des Iraks gehöre doch zu Vorderasien, der muss nicht verzweifeln. Aserbeidschan gehört nämlich zu Vorderasien. Doch der Fußball hat nicht nur seine eigenen Gesetze, sondern auch seine eigene Landkarte. Deshalb gehört das Land der UEFA an. Warum? Mit den Öl- und Gasvorkommen kann es selbstverständlich nichts zu tun haben, weil Geld im Fußball keine Rolle spielt. Dafür ist Präsident Aliyev ein wahrer Sportsfreund und Demokrat. Sogar ein lupenreiner.
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B wie Baku. Hauptstadt von Aserbeidschan und östlichster Spielort dieses ersten paneuropäischen Turniers. Wer nun an seinen Geografiekenntnissen zweifelt, weil er dachte, der kleine Staat nördlich des Iraks gehöre doch zu Vorderasien, der muss nicht verzweifeln. Aserbeidschan gehört nämlich zu Vorderasien. Doch der Fußball hat nicht nur seine eigenen Gesetze, sondern auch seine eigene Landkarte. Deshalb gehört das Land der UEFA an. Warum? Mit den Öl- und Gasvorkommen kann es selbstverständlich nichts zu tun haben, weil Geld im Fußball keine Rolle spielt. Dafür ist Präsident Aliyev ein wahrer Sportsfreund und Demokrat. Sogar ein lupenreiner. © OZAN KOSE, AFP

B wie „Blüte Schottlands“: Sie kann man leider nicht sehen, dafür aber mutmaßlich umso lauter hören. Selbst wenn nur ein paar verstreute Schotten im Stadion sind. Natürlich heißt es eigentlich „The Flower of Scotland“ und ist eine der inoffiziellen Nationalhymnen der rebellischen Bravehearts. Ein sensibler Moment verspricht daher das Aufeinandertreffen mit England in Wembley auch in gesanglicher Hinsicht zu werden. „God save the Queen“ gegen „Flower of Scotland“: Das ist schon deshalb nicht ohne eine schwer zu leugnende Pikanterie, da die Schotten damit ihren Vorfahren huldigen, die kürzlich vor 700 Jahren den englischen König Edward II. in der Schlacht bei Bannockburn auf das Unvergesslichste zu verprügeln pflegten. „Und doch können wir uns erheben, um wieder eine Nation zu werden“, heißt es im alten Text, der einem irgendwie aktuell vorkommt. Die Schotten sind halt weder die größten Fußballer noch die formvollendetsten Diplomaten, aber eins muss man ihnen auf jeden Fall lassen: Ehrlich sind sie.
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B wie „Blüte Schottlands“: Sie kann man leider nicht sehen, dafür aber mutmaßlich umso lauter hören. Selbst wenn nur ein paar verstreute Schotten im Stadion sind. Natürlich heißt es eigentlich „The Flower of Scotland“ und ist eine der inoffiziellen Nationalhymnen der rebellischen Bravehearts. Ein sensibler Moment verspricht daher das Aufeinandertreffen mit England in Wembley auch in gesanglicher Hinsicht zu werden. „God save the Queen“ gegen „Flower of Scotland“: Das ist schon deshalb nicht ohne eine schwer zu leugnende Pikanterie, da die Schotten damit ihren Vorfahren huldigen, die kürzlich vor 700 Jahren den englischen König Edward II. in der Schlacht bei Bannockburn auf das Unvergesslichste zu verprügeln pflegten. „Und doch können wir uns erheben, um wieder eine Nation zu werden“, heißt es im alten Text, der einem irgendwie aktuell vorkommt. Die Schotten sind halt weder die größten Fußballer noch die formvollendetsten Diplomaten, aber eins muss man ihnen auf jeden Fall lassen: Ehrlich sind sie. © Andrew Milligan, dpa

C wie Christian Eriksen: Star der dänischen Mannschaft. Sorgte ungewollt am Samstag um 18.44 Uhr für einen Beinahe-Abbruch des Vorrunden-Spiels gegen Finnland, für einen Beinahe-Abbruch der gesamten EM und damit natürlich auch für einen Beinahe-Abbruch unseres beliebten Tippspiels: Ohne jede Fremdeinwirkung beginnt der 29-Jährige zu torkeln und stürzt vornüber auf den Rasen. Sein Kapitän Simon Kjaer rennt über das gesamte Spielfeld, leistet Erste Hilfe und tröstet dann Eriksens Lebensgefährtin, die ebenfalls auf dem Rasen steht. Beim Fußballer setzen Atmung und Puls aus, noch auf dem Platz wird Eriksen von den Mannschaftsärzten reanimiert. Das Spiel wird knapp zwei Stunden unterbrochen - und dann zur Überraschung vieler fortgesetzt. Weil, so wird das kommuniziert, der wieder wache und stabilisierte Eriksen sich selbst aus dem Krankenhaus meldet und seine Mannschaftskameraden bittet, weiterzumachen. Fazit: Ein Abend, an dem viele Helden geboren werden. Und ein Abend, der zeigt, wie unwichtig Fußball eigentlich sein kann. Finnland gewinnt übrigens 1:0. Das ist das unwichtigste überhaupt an diesem Tag.
 
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C wie Christian Eriksen: Star der dänischen Mannschaft. Sorgte ungewollt am Samstag um 18.44 Uhr für einen Beinahe-Abbruch des Vorrunden-Spiels gegen Finnland, für einen Beinahe-Abbruch der gesamten EM und damit natürlich auch für einen Beinahe-Abbruch unseres beliebten Tippspiels: Ohne jede Fremdeinwirkung beginnt der 29-Jährige zu torkeln und stürzt vornüber auf den Rasen. Sein Kapitän Simon Kjaer rennt über das gesamte Spielfeld, leistet Erste Hilfe und tröstet dann Eriksens Lebensgefährtin, die ebenfalls auf dem Rasen steht. Beim Fußballer setzen Atmung und Puls aus, noch auf dem Platz wird Eriksen von den Mannschaftsärzten reanimiert. Das Spiel wird knapp zwei Stunden unterbrochen - und dann zur Überraschung vieler fortgesetzt. Weil, so wird das kommuniziert, der wieder wache und stabilisierte Eriksen sich selbst aus dem Krankenhaus meldet und seine Mannschaftskameraden bittet, weiterzumachen. Fazit: Ein Abend, an dem viele Helden geboren werden. Und ein Abend, der zeigt, wie unwichtig Fußball eigentlich sein kann. Finnland gewinnt übrigens 1:0. Das ist das unwichtigste überhaupt an diesem Tag.
  © Tim Goode, dpa

C wie Corona (I): Bier aus mexikanischer Herstellung, das trotz anderslautender Gerüchte nicht mit der Verschiebung der Europameisterschaft um ein Jahr in Verbindung gebracht werden kann. Wird gerne beim Public-Viewing von Fußballspielen konsumiert, was es dieses Jahr allerdings nur sehr eingeschränkt geben wird. Warum? Sie wissen schon. Wegen C wie<ET>...
 
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C wie Corona (I): Bier aus mexikanischer Herstellung, das trotz anderslautender Gerüchte nicht mit der Verschiebung der Europameisterschaft um ein Jahr in Verbindung gebracht werden kann. Wird gerne beim Public-Viewing von Fußballspielen konsumiert, was es dieses Jahr allerdings nur sehr eingeschränkt geben wird. Warum? Sie wissen schon. Wegen C wie<ET>...
  © AB Inbev

C wie Corona (II): Mir doch egal! Zumindest scheint man das in Budapest zu denken. Dort sollen alle 67<ET>155 Plätze im Puskas-Stadion belegt werden. Ausverkauft. In die Münchner Arena dürfen dagegen gerade mal 14.500 Fans. Das hat man davon, wenn „Team Vorsicht“ regiert. Danke, Herr Söder. Du Memme. Nimm Dir mal ein Beispiel an Herrn Orban, der weiß, wie man so ein paar kleine Viren in den Griff kriegt. Der macht Party statt Panik. Zu der besteht ja auch nicht der geringste Grund. Denn zu den Sicherheitsregeln der UEFA gehört: keine Umarmungen, jeder bleibt auf seinen Platz. Wie sollte es bei Fußballfans auch anders sein?
 
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C wie Corona (II): Mir doch egal! Zumindest scheint man das in Budapest zu denken. Dort sollen alle 67<ET>155 Plätze im Puskas-Stadion belegt werden. Ausverkauft. In die Münchner Arena dürfen dagegen gerade mal 14.500 Fans. Das hat man davon, wenn „Team Vorsicht“ regiert. Danke, Herr Söder. Du Memme. Nimm Dir mal ein Beispiel an Herrn Orban, der weiß, wie man so ein paar kleine Viren in den Griff kriegt. Der macht Party statt Panik. Zu der besteht ja auch nicht der geringste Grund. Denn zu den Sicherheitsregeln der UEFA gehört: keine Umarmungen, jeder bleibt auf seinen Platz. Wie sollte es bei Fußballfans auch anders sein?
  © Pablo Garcia, dpa

C wie CR7: Bürgerlicher Name Christiano Ronaldo. Alternder portugiesischer Fußballgott und besonders eitler Geck mit immer der gleichen Rückennummer 7 auf dem Trikot. Stammt von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Mit 36 Jahren auf der Zielgeraden seiner eindrucksvollen Karriere. Größte Erfolge: fünffacher Champions-League-Sieger, fünffacher Welt-Fußballer und natürlich Europameister mit Portugal 2016. Außerdem: Bis zur EM 174 Länderspiele und dabei 103 Tore. Da können unsere nationalen Titelträger Loddamaddäus (150 Spiele) und Miro Klose (71 Tore) nur vor Neid erblassen.
 
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C wie CR7: Bürgerlicher Name Christiano Ronaldo. Alternder portugiesischer Fußballgott und besonders eitler Geck mit immer der gleichen Rückennummer 7 auf dem Trikot. Stammt von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira. Mit 36 Jahren auf der Zielgeraden seiner eindrucksvollen Karriere. Größte Erfolge: fünffacher Champions-League-Sieger, fünffacher Welt-Fußballer und natürlich Europameister mit Portugal 2016. Außerdem: Bis zur EM 174 Länderspiele und dabei 103 Tore. Da können unsere nationalen Titelträger Loddamaddäus (150 Spiele) und Miro Klose (71 Tore) nur vor Neid erblassen.
  © Marius Becker, dpa

C wie Ceferin, Aleksander: UEFA-Präsident und Freund voller Stadien. Hatte Geisterspiele wie in der faden Bundesliga für seine wunderbare EM definitiv ausgeschlossen und auch München gehörig Druck gemacht. Zudem nennt er die EM 2021 unerschüttert „Euro 2020“, als wär nix gewesen. Was soll‘s. Was ist schon ein Funktionär? Fußball ist, wenn man‘s trotzdem schaut.
 
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C wie Ceferin, Aleksander: UEFA-Präsident und Freund voller Stadien. Hatte Geisterspiele wie in der faden Bundesliga für seine wunderbare EM definitiv ausgeschlossen und auch München gehörig Druck gemacht. Zudem nennt er die EM 2021 unerschüttert „Euro 2020“, als wär nix gewesen. Was soll‘s. Was ist schon ein Funktionär? Fußball ist, wenn man‘s trotzdem schaut.
  © ANDREAS SOLARO, AFP

C wie Catenaccio: Italienische Variante für „hinten alles dicht machen“, „Beton anrühren“, „die Null muss stehen“, „Maurermeister“, „den 16-er verrammeln“ oder ein wunderbar attraktives 10-0-0-System. Vor dem Schlussmann beschränken sich alle Feldspieler der eigenen Mannschaft auf das Verteidigen nach einer glücklich zustande gekommenen 1:0-Führung. Gegen den italienischen Catenaccio haben sich schon die ganz Großen des Fußballs die Zähne ausgebissen. Noch sicherer ein Tor zu verhindern geht nur, indem man dieses Tor abbaut und aus dem Stadion schafft. Der aktuelle 21-er-Jahrgang der Azzurri kann auch Catenaccio. Er kann aber auch wunderbar angreifen. Siehe das 3:0 im Eröffnungsspiel über die Türkei.
 
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C wie Catenaccio: Italienische Variante für „hinten alles dicht machen“, „Beton anrühren“, „die Null muss stehen“, „Maurermeister“, „den 16-er verrammeln“ oder ein wunderbar attraktives 10-0-0-System. Vor dem Schlussmann beschränken sich alle Feldspieler der eigenen Mannschaft auf das Verteidigen nach einer glücklich zustande gekommenen 1:0-Führung. Gegen den italienischen Catenaccio haben sich schon die ganz Großen des Fußballs die Zähne ausgebissen. Noch sicherer ein Tor zu verhindern geht nur, indem man dieses Tor abbaut und aus dem Stadion schafft. Der aktuelle 21-er-Jahrgang der Azzurri kann auch Catenaccio. Er kann aber auch wunderbar angreifen. Siehe das 3:0 im Eröffnungsspiel über die Türkei.
  © Ettore Ferrari, dpa

C wie CSSR: Fußball ist Leidenschaft, weil es Leiden schafft. Womit wir bei 1976 wären. EM in Belgrad, Finale Deutschland gegen die CSSR. Der Europa- und Weltmeister gegen graue Mäuse aus dem Ostblock. Bernd Hölzenbein rettet Deutschland in der 90. Minute mit seinem 2:2 in der Verlängerung. Die bleibt torlos. Elfmeterschießen. Die ersten sieben Schützen treffen, die CSSR führt 4:3. Dann jagt Uli Hoeneß den Ball ins Dunkel des Nachthimmels. Als nächstes tritt ein gewisser Antonin Panenka an, der sich als Schwejk im Fußballdress entpuppt. Er lupft den Ball dorthin, wo ihn Sepp Maier am wenigsten erwartet. Ganz unaufgeregt in die Mitte, Maier fliegt da schon in eine Ecke. 5:3, die Tschechoslowaken können ihr Glück kaum fassen. Hoeneß wird zum tragischen Helden, Panenka zur Legende. Auf dem Siegerfoto sind dennoch Spieler mit dem Adler auf der Brust. Der Trikottausch macht’s möglich. 
 
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C wie CSSR: Fußball ist Leidenschaft, weil es Leiden schafft. Womit wir bei 1976 wären. EM in Belgrad, Finale Deutschland gegen die CSSR. Der Europa- und Weltmeister gegen graue Mäuse aus dem Ostblock. Bernd Hölzenbein rettet Deutschland in der 90. Minute mit seinem 2:2 in der Verlängerung. Die bleibt torlos. Elfmeterschießen. Die ersten sieben Schützen treffen, die CSSR führt 4:3. Dann jagt Uli Hoeneß den Ball ins Dunkel des Nachthimmels. Als nächstes tritt ein gewisser Antonin Panenka an, der sich als Schwejk im Fußballdress entpuppt. Er lupft den Ball dorthin, wo ihn Sepp Maier am wenigsten erwartet. Ganz unaufgeregt in die Mitte, Maier fliegt da schon in eine Ecke. 5:3, die Tschechoslowaken können ihr Glück kaum fassen. Hoeneß wird zum tragischen Helden, Panenka zur Legende. Auf dem Siegerfoto sind dennoch Spieler mit dem Adler auf der Brust. Der Trikottausch macht’s möglich. 
  © Marijan Murat, dpa

C wie Can, Emre: Alphabetisch steht er im deutsche Kader ganz vorne. Fußballerisch dagegen eher in der zweiten Reihe. Allerdings hat der gebürtige Frankfurter durchaus Einsatzchancen, gilt er doch als vielseitige Allzweckwaffe fürs defensive Mittelfeld oder die rechte Abwehrseite. Bayern, Liverpool, Juventus, Dortmund: Der 27-Jährige kennt die feinsten Adressen. Bei der letzten EM 2016 spielte er im Halbfinale bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. Bei der WM in Russland hat Löw auf ihn dagegen verzichtet. Angesichts des Abschneidens der Mannschaft dürfte Emre Can das schnell verwunden haben. 
 
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C wie Can, Emre: Alphabetisch steht er im deutsche Kader ganz vorne. Fußballerisch dagegen eher in der zweiten Reihe. Allerdings hat der gebürtige Frankfurter durchaus Einsatzchancen, gilt er doch als vielseitige Allzweckwaffe fürs defensive Mittelfeld oder die rechte Abwehrseite. Bayern, Liverpool, Juventus, Dortmund: Der 27-Jährige kennt die feinsten Adressen. Bei der letzten EM 2016 spielte er im Halbfinale bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. Bei der WM in Russland hat Löw auf ihn dagegen verzichtet. Angesichts des Abschneidens der Mannschaft dürfte Emre Can das schnell verwunden haben. 
  © Maik Hölter/TEAM2sportphoto via www.imago-images.de

D wie Deutschland: Hält sich angesichts von vier WM-Titeln (1954, 1974, 1990, 2014) und drei EM-Triumphen (1972, 1980, 1996) immer noch für eine Fußball-Großmacht. Hat aber seit 2018 (WM-Vorrunden-Aus gegen, Moment, wie hieß das Land? Südkorea!) einiges an Reputation eingebüßt und dümpelt in der FIFA-Weltrangliste derzeit auf Rang zwölf herum, eingerahmt von nicht ganz so großen Fußball-Großmächten wie Mexiko (11.) und der Schweiz (13.). Noch einen Platz vor Mexiko liegt übrigens.
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D wie Deutschland: Hält sich angesichts von vier WM-Titeln (1954, 1974, 1990, 2014) und drei EM-Triumphen (1972, 1980, 1996) immer noch für eine Fußball-Großmacht. Hat aber seit 2018 (WM-Vorrunden-Aus gegen, Moment, wie hieß das Land? Südkorea!) einiges an Reputation eingebüßt und dümpelt in der FIFA-Weltrangliste derzeit auf Rang zwölf herum, eingerahmt von nicht ganz so großen Fußball-Großmächten wie Mexiko (11.) und der Schweiz (13.). Noch einen Platz vor Mexiko liegt übrigens. © Federico Gambarini, dpa

D wie Dänemark: Nördlicher Nachbar von D wie Deutschland und ständiges Ärgernis bei diversen Handball-Weltmeisterschaften und Fußball-Europameisterschaften. „Da-nish Dynamite“ rückte bekanntlich 1992 für das gesperrte Jugoslawien ins Turnier und fuhr erst nach dem Finale wieder heim - mit einem 2:0-Endspielsieg über Deutschland im Gepäck. Auch jüngst wieder Spaßbremse für Jogis Jungs durch ein 1:1 im vorletzten Testspiel vor der Paneuropa-Euro. Seit vergangenen Samstag schon heimlicher Europameister. Vorbildliches Verhalten der Profis, nachdem ihr Starspieler Christian Eriksen im Spiel gegen Finnland kollabiert war und zu sterben drohte. Wie eine menschliche Mauer schützten sie ihren Mitspieler vor den Augen der 100 Kameras und sorgten so auch dafür, dass die Mediziner ihre (erfolgreiche) Arbeit machen konnten. Dafür D wie „Daumen hoch“.
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D wie Dänemark: Nördlicher Nachbar von D wie Deutschland und ständiges Ärgernis bei diversen Handball-Weltmeisterschaften und Fußball-Europameisterschaften. „Da-nish Dynamite“ rückte bekanntlich 1992 für das gesperrte Jugoslawien ins Turnier und fuhr erst nach dem Finale wieder heim - mit einem 2:0-Endspielsieg über Deutschland im Gepäck. Auch jüngst wieder Spaßbremse für Jogis Jungs durch ein 1:1 im vorletzten Testspiel vor der Paneuropa-Euro. Seit vergangenen Samstag schon heimlicher Europameister. Vorbildliches Verhalten der Profis, nachdem ihr Starspieler Christian Eriksen im Spiel gegen Finnland kollabiert war und zu sterben drohte. Wie eine menschliche Mauer schützten sie ihren Mitspieler vor den Augen der 100 Kameras und sorgten so auch dafür, dass die Mediziner ihre (erfolgreiche) Arbeit machen konnten. Dafür D wie „Daumen hoch“. © Bernd Weissbrod, dpa

D wie Defensive: Die Achillesferse in Jogis Matchplan. Sensationell seine Idee, es 2014 in Brasilien mit vier gelernten Innenverteidigern mit einem Catenaccio deutscher Prägung zu versuchen. Führte bekanntlich zum vierten Stern. Seitdem aber ist der Wurm drin, trotz des nachweislich besten Torhüters der Welt (Neuer). Selbst Lettland schoss Deutschlands Defensive neulich sturmreif - nach einem Einwurf übrigens. Allerdings führten die Männer mit dem Adler auf der Brust da schon 6:0.
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D wie Defensive: Die Achillesferse in Jogis Matchplan. Sensationell seine Idee, es 2014 in Brasilien mit vier gelernten Innenverteidigern mit einem Catenaccio deutscher Prägung zu versuchen. Führte bekanntlich zum vierten Stern. Seitdem aber ist der Wurm drin, trotz des nachweislich besten Torhüters der Welt (Neuer). Selbst Lettland schoss Deutschlands Defensive neulich sturmreif - nach einem Einwurf übrigens. Allerdings führten die Männer mit dem Adler auf der Brust da schon 6:0. © HANDOUT, AFP

D wie Dortmund: Selbstbedienungsladen für nationale Verbände, die noch Spieler für die EM brauchen. Zehn Akteure der Borussia sind für sage und schreibe fünf Länder im Einsatz: der reaktivierte Hummels und Can für Deutschland, Delaney für Dänemark, Guerreiro für Portugal, Akanji für die Schweiz, Bellingham und Sancho für England und Witsel, Hazard sowie Munier für Belgien. Internationale Klasse eben.
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D wie Dortmund: Selbstbedienungsladen für nationale Verbände, die noch Spieler für die EM brauchen. Zehn Akteure der Borussia sind für sage und schreibe fünf Länder im Einsatz: der reaktivierte Hummels und Can für Deutschland, Delaney für Dänemark, Guerreiro für Portugal, Akanji für die Schweiz, Bellingham und Sancho für England und Witsel, Hazard sowie Munier für Belgien. Internationale Klasse eben. © Ralf Ibing, Ralf Ibing /firo Sportphoto/pool

D wie dahoam: Es ist zwar eine Paneuropa-EM, doch Deutschland darf immerhin seine drei Vorbereitungsspiele gegen Frankreich, Portugal und Ungarn in München austragen. Ein Vorteil? Hoffentlich. Ansonsten müssten wir an dieser Stelle an das „Finale dahoam“ 2012 erinnern, als Bayern München in München das Endspiel der Champions League trotz drückender Überlegenheit gegen Chelsea London im Elfmeterschießen verlor. Den entscheidenden Strafstoß setzte ein gewisser Herr Schweinsteiger an den Pfosten. Jener Schweinsteiger, der neun Jahre später bei der ARD als Experte vor Ort ist. Fußballgötter fallen weich.
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D wie dahoam: Es ist zwar eine Paneuropa-EM, doch Deutschland darf immerhin seine drei Vorbereitungsspiele gegen Frankreich, Portugal und Ungarn in München austragen. Ein Vorteil? Hoffentlich. Ansonsten müssten wir an dieser Stelle an das „Finale dahoam“ 2012 erinnern, als Bayern München in München das Endspiel der Champions League trotz drückender Überlegenheit gegen Chelsea London im Elfmeterschießen verlor. Den entscheidenden Strafstoß setzte ein gewisser Herr Schweinsteiger an den Pfosten. Jener Schweinsteiger, der neun Jahre später bei der ARD als Experte vor Ort ist. Fußballgötter fallen weich. © Matthias Balk, dpa

D wie Derwall, Jupp: 2007 verstorbener Ex-Bundestrainer. Er erlebte einen Shitstorm bereits zu Zeiten, als es dieses Wort und die asozialen Medien noch gar nicht gab. Dabei war er sehr erfolgreich. Das beginnt schon damit, dass er wie Martin Schulz aus Würselen stammte und dennoch Karriere machte. 1980 führte er Deutschland in Italien zum zweiten EM-Titel. Danach aber ging es bergab. 1982 die WM in Spanien mit dem beschämenden „Nichtangriffspakt“ gegen Österreich und Schumachers Mutter aller Fouls an Battiston. 1994 bei der EM schließlich das Vorrunden-Aus nach einem 0:1 gegen Spanien. Grund genug für die Kollegen vom Boulevard, ihn regelrecht aus dem Amt zu mobben. Nachfolger wurde ein gewisser Franz Beckenbauer.
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D wie Derwall, Jupp: 2007 verstorbener Ex-Bundestrainer. Er erlebte einen Shitstorm bereits zu Zeiten, als es dieses Wort und die asozialen Medien noch gar nicht gab. Dabei war er sehr erfolgreich. Das beginnt schon damit, dass er wie Martin Schulz aus Würselen stammte und dennoch Karriere machte. 1980 führte er Deutschland in Italien zum zweiten EM-Titel. Danach aber ging es bergab. 1982 die WM in Spanien mit dem beschämenden „Nichtangriffspakt“ gegen Österreich und Schumachers Mutter aller Fouls an Battiston. 1994 bei der EM schließlich das Vorrunden-Aus nach einem 0:1 gegen Spanien. Grund genug für die Kollegen vom Boulevard, ihn regelrecht aus dem Amt zu mobben. Nachfolger wurde ein gewisser Franz Beckenbauer. © Ina Fassbender, dpa

D wie Didier Deschamps: Er ist so etwas wie der Franz Beckenbauer Frankreichs. Beide haben als Spieler Folgendes gewonnen: alles. Und als Trainer wurden beide Weltmeister. Nur eines fehlt beiden in der Sammlung: der EM-Titel als Trainer. Der Unterschied: Deschamps kann ihn noch holen. Schließlich ist er immer noch Coach der Equipe Tricolore. Den ersten Schritt will er heute gegen Deutschland machen.
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D wie Didier Deschamps: Er ist so etwas wie der Franz Beckenbauer Frankreichs. Beide haben als Spieler Folgendes gewonnen: alles. Und als Trainer wurden beide Weltmeister. Nur eines fehlt beiden in der Sammlung: der EM-Titel als Trainer. Der Unterschied: Deschamps kann ihn noch holen. Schließlich ist er immer noch Coach der Equipe Tricolore. Den ersten Schritt will er heute gegen Deutschland machen. © Federico Gambarini, dpa

E wie England: Auch wenn das heute vielleicht nicht mehr ganz gendergerecht ist: England (im Bild Declan Rice, der sich über den Sieg über Kroatien im ersten Gruppenspiel freut) ist das sogenannte Mutterland des Fußballs. Weil es die Verbände in Großbritannien schon länger gibt als UEFA und FIFA, dürfen die Briten bis zu vier Teams zu internationalen Turnieren schicken (England, Schottland, Wales, Nordirland), haben sich diesmal aber mit drei zufriedengegeben (England, Schottland, Wales). Wobei vor allem den Engländern einiges zugetraut wird. Nur nicht im Tippspiel unserer Zeitung. England zählt bekanntlich bei jedem Turnier zu den hoch gewetteten Mannschaften. Doch bis auf die Heim-WM 1966 gab’s bisher nie etwas zu gewinnen (und das auch nur mit einem Wembley-Tor, das keines war). Ansonsten war das Ausscheiden meist mit großem Drama verbunden: 1990 bei der WM und 1996 bei der Heim-EM im Elfmeterschießen gegen D wie Deutschland. Und 2016 bei der EM durch ein historisches 1:2 gegen - was für eine Sensationsdottir - Fußball-Zwerg Island. Zwei Dinge werden davon ewig in Erinnerung bleiben: Das „Hu“-Geklatsche der isländischen Fans nach dem phänomenalen Triumph. Und der isländische Fernsehreporter Gudmundur „Gummi Ben“ Benediktsson, der sich vor lauter Begeisterung die Stimmbänder perforierte.
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E wie England: Auch wenn das heute vielleicht nicht mehr ganz gendergerecht ist: England (im Bild Declan Rice, der sich über den Sieg über Kroatien im ersten Gruppenspiel freut) ist das sogenannte Mutterland des Fußballs. Weil es die Verbände in Großbritannien schon länger gibt als UEFA und FIFA, dürfen die Briten bis zu vier Teams zu internationalen Turnieren schicken (England, Schottland, Wales, Nordirland), haben sich diesmal aber mit drei zufriedengegeben (England, Schottland, Wales). Wobei vor allem den Engländern einiges zugetraut wird. Nur nicht im Tippspiel unserer Zeitung. England zählt bekanntlich bei jedem Turnier zu den hoch gewetteten Mannschaften. Doch bis auf die Heim-WM 1966 gab’s bisher nie etwas zu gewinnen (und das auch nur mit einem Wembley-Tor, das keines war). Ansonsten war das Ausscheiden meist mit großem Drama verbunden: 1990 bei der WM und 1996 bei der Heim-EM im Elfmeterschießen gegen D wie Deutschland. Und 2016 bei der EM durch ein historisches 1:2 gegen - was für eine Sensationsdottir - Fußball-Zwerg Island. Zwei Dinge werden davon ewig in Erinnerung bleiben: Das „Hu“-Geklatsche der isländischen Fans nach dem phänomenalen Triumph. Und der isländische Fernsehreporter Gudmundur „Gummi Ben“ Benediktsson, der sich vor lauter Begeisterung die Stimmbänder perforierte. © Glyn Kirk, dpa

E wie Eröffnungsspiel: Ja, Freunde, so war das am 11. Juni. Die Tribünen im Stadio Olympico in Italiens Hauptstadt Rom sind nur spärlich besetzt. Der Favorit tut sich zunächst schwer, am Ende müht er sich zu einem 1:0-Sieg. Und die Süddeutsche schreibt: „Ein Trauerspiel vor dürftiger Kulisse.“ Äh, stopp, wie? 1:0? Haben die Italiener an diesem 11. Juni im Eröffnungsspiel der Paneuropa-EM die Türken nicht 3:0 aus dem Stadion geschossen in einem zumindest in der zweiten Halbzeit begeisternden Spiel? Das schon. Aber es gab an gleicher Stelle ja schon einmal ein EM-Eröffnungsspiel. Genau 41 Jahre zuvor, am 11. Juni 1980, rumpelte sich Deutschland in einer Neuauflage des 1976-er-Finales gegen die Tschechoslowakei zu einem 1:0. Karl-Heinz Rummenigge, genannt Kalle, glückte zu Beginn der zweiten Hälfte das Tor des Tages. Live vor Ort gesehen haben das aber nur wenige. Nur etwas mehr als 10.000 Zuschauer verloren sich im weiten Rund. Nicht, weil womöglich eine Pandemie namens C... am Horizont im Anmarsch war. Es hat seinerzeit einfach nicht mehr Leute interessiert.
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E wie Eröffnungsspiel: Ja, Freunde, so war das am 11. Juni. Die Tribünen im Stadio Olympico in Italiens Hauptstadt Rom sind nur spärlich besetzt. Der Favorit tut sich zunächst schwer, am Ende müht er sich zu einem 1:0-Sieg. Und die Süddeutsche schreibt: „Ein Trauerspiel vor dürftiger Kulisse.“ Äh, stopp, wie? 1:0? Haben die Italiener an diesem 11. Juni im Eröffnungsspiel der Paneuropa-EM die Türken nicht 3:0 aus dem Stadion geschossen in einem zumindest in der zweiten Halbzeit begeisternden Spiel? Das schon. Aber es gab an gleicher Stelle ja schon einmal ein EM-Eröffnungsspiel. Genau 41 Jahre zuvor, am 11. Juni 1980, rumpelte sich Deutschland in einer Neuauflage des 1976-er-Finales gegen die Tschechoslowakei zu einem 1:0. Karl-Heinz Rummenigge, genannt Kalle, glückte zu Beginn der zweiten Hälfte das Tor des Tages. Live vor Ort gesehen haben das aber nur wenige. Nur etwas mehr als 10.000 Zuschauer verloren sich im weiten Rund. Nicht, weil womöglich eine Pandemie namens C... am Horizont im Anmarsch war. Es hat seinerzeit einfach nicht mehr Leute interessiert. © Matthias Balk, dpa

E wie Eckstein, Dieter: Eigentlich wollten wir die Club-Legende (hier unter den Fittichen von Mannschaftsarzt Wagner) gebührend feiern, weil er der einzige Kicker des 1. FC Nürnberg ist, der jemals bei einer EM dabei war: 1988 im eigenen Land. In der Vorrunde hat er beim 1:1 gegen Italien sogar mitspielen dürfen. Ohne ihn war im Halbfinale gegen Holland Schluss. Andy Köpke, eine weitere FCN-Ikone, war da 1996 in England als Europameister-Torhüter schon erfolgreicher. Doch da war er ja bereits abtrünnig geworden und bei Eintracht Frankfurt zwischen den Pfosten. Aber zurück zu Dieter Eckstein: Dessen Name ging am Wochenende nach langer Zeit mal wieder durch die Zeitungen. Denn wie Christian Eriksen musste auch Eckstein nach Herzstillstand beim Fußball reanimiert werden. Und das sogar zwei Mal.
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E wie Eckstein, Dieter: Eigentlich wollten wir die Club-Legende (hier unter den Fittichen von Mannschaftsarzt Wagner) gebührend feiern, weil er der einzige Kicker des 1. FC Nürnberg ist, der jemals bei einer EM dabei war: 1988 im eigenen Land. In der Vorrunde hat er beim 1:1 gegen Italien sogar mitspielen dürfen. Ohne ihn war im Halbfinale gegen Holland Schluss. Andy Köpke, eine weitere FCN-Ikone, war da 1996 in England als Europameister-Torhüter schon erfolgreicher. Doch da war er ja bereits abtrünnig geworden und bei Eintracht Frankfurt zwischen den Pfosten. Aber zurück zu Dieter Eckstein: Dessen Name ging am Wochenende nach langer Zeit mal wieder durch die Zeitungen. Denn wie Christian Eriksen musste auch Eckstein nach Herzstillstand beim Fußball reanimiert werden. Und das sogar zwei Mal. © Richard Reinl

E wie Erfinder: Henri Delaunay, der frühere UEFA-Generalsekretär, hatte schon in den 1920-er Jahren die Idee zu diesem Wettbewerb. Ihn noch zu erleben war ihm aber nicht vergönnt. Delaunay starb 1955, die erste Europameisterschaft fand als „Europapokal der Nationen“ erst 1960 statt. Immerhin in seinem Heimatland Frankreich. Zudem wurde der Pokal nach ihm benannt - hier abgebildet mit EM-Maskottchen Skillzy . Das erste Mal gewonnen hat den die UdSSR. 2:1 nach Verlängerung gegen Jugoslawien. Was auch daran gelegen haben mag, dass Länder wie England, Italien oder Deutschland gar nicht erst mitspielen wollten. Bundestrainer Sepp Herberger hatte nämlich ein klare Meinung dazu: Die EM störe nur die Vorbereitung auf die WM. Reine Zeitverschwendung.
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E wie Erfinder: Henri Delaunay, der frühere UEFA-Generalsekretär, hatte schon in den 1920-er Jahren die Idee zu diesem Wettbewerb. Ihn noch zu erleben war ihm aber nicht vergönnt. Delaunay starb 1955, die erste Europameisterschaft fand als „Europapokal der Nationen“ erst 1960 statt. Immerhin in seinem Heimatland Frankreich. Zudem wurde der Pokal nach ihm benannt - hier abgebildet mit EM-Maskottchen Skillzy . Das erste Mal gewonnen hat den die UdSSR. 2:1 nach Verlängerung gegen Jugoslawien. Was auch daran gelegen haben mag, dass Länder wie England, Italien oder Deutschland gar nicht erst mitspielen wollten. Bundestrainer Sepp Herberger hatte nämlich ein klare Meinung dazu: Die EM störe nur die Vorbereitung auf die WM. Reine Zeitverschwendung. © Alexander Demianchuk via www.imago-images.de, NN

E wie Edelreservist: Talentierte, gut bezahlte Fußball-Profis, die dank herausragendem Können zu Welt- und Europameisterschaften mitfahren dürfen – dort aber nie zum Einsatz kommen. Sie sind stattdessen für die gute Stimmung beim Training zuständig, werden jedoch dann, wenn die Wahrheit auf dem Platz ausgespielt wird, auf der Bank geparkt. Potenzielle deutsche Edelreservisten für die Euro 2021: die Torhüter Bernd Leno und Kevin Trapp, die Verteidiger Robin Koch, Christian Günter und Marcel Halstenberg, die Mittelfeldspieler Jonas Hofmann, Jamal Musiala und Florian Neuhaus sowie Sturmtank Kevin Volland, möglicherweise sogar der angeschlagene Leon Goretzka. Dabei, aber eben nicht mittendrin. Berühmtester deutscher Edelreservist war der famose Günther Netzer, der die EM 1972 geprägt hat, aber bis zur WM 1974 in Ungnade fiel. Unser Foto zeigt ihn (links) zusammen mit Kaderplatz-Konkurrent Wolfgang Overath beim gemeinsamen Lesen des Kicker Sportmagazins.
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E wie Edelreservist: Talentierte, gut bezahlte Fußball-Profis, die dank herausragendem Können zu Welt- und Europameisterschaften mitfahren dürfen – dort aber nie zum Einsatz kommen. Sie sind stattdessen für die gute Stimmung beim Training zuständig, werden jedoch dann, wenn die Wahrheit auf dem Platz ausgespielt wird, auf der Bank geparkt. Potenzielle deutsche Edelreservisten für die Euro 2021: die Torhüter Bernd Leno und Kevin Trapp, die Verteidiger Robin Koch, Christian Günter und Marcel Halstenberg, die Mittelfeldspieler Jonas Hofmann, Jamal Musiala und Florian Neuhaus sowie Sturmtank Kevin Volland, möglicherweise sogar der angeschlagene Leon Goretzka. Dabei, aber eben nicht mittendrin. Berühmtester deutscher Edelreservist war der famose Günther Netzer, der die EM 1972 geprägt hat, aber bis zur WM 1974 in Ungnade fiel. Unser Foto zeigt ihn (links) zusammen mit Kaderplatz-Konkurrent Wolfgang Overath beim gemeinsamen Lesen des Kicker Sportmagazins. © e-arc-tmp-20200708_154737-8.jpg, NN

F wie Fanschminke: Seit 15 Jahren ist Fanschminke das Utensil der Fußballfans: Ohne Schwarz-Rot-Gelb auf Gesicht und Oberarmen auf die Grill-Party gehen? Da kann man auch mit der Italien-Flagge kommen. Letztens gab’s das gute Stück beim Aldi, natürlich als offiziell lizenziertes DFB-Fanprodukt. Dem Supermarkt sei an dieser Stelle gedankt: Wären die Fan-Artikel nicht im Prospekt aufgetaucht, an meinem Freundeskreis und mir wäre der EM-Start sang- und klanglos vorbeigegangen: „Du, EM is fei bald“. So landete die Dreifachschminke auch in meinem Einkaufswagen: Töchterchen steht gerade auf den Indianerjungen Yakari, einfachere Kriegsbemalung geht ja wohl nicht. Und sollte Deutschland wider Erwarten das Viertelfinale erreichen, kann man das Teil ja immer noch dem offiziell lizenzierten Zweck zuführen. Erfolgsfans wollen sich ja untereinander erkennen.
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F wie Fanschminke: Seit 15 Jahren ist Fanschminke das Utensil der Fußballfans: Ohne Schwarz-Rot-Gelb auf Gesicht und Oberarmen auf die Grill-Party gehen? Da kann man auch mit der Italien-Flagge kommen. Letztens gab’s das gute Stück beim Aldi, natürlich als offiziell lizenziertes DFB-Fanprodukt. Dem Supermarkt sei an dieser Stelle gedankt: Wären die Fan-Artikel nicht im Prospekt aufgetaucht, an meinem Freundeskreis und mir wäre der EM-Start sang- und klanglos vorbeigegangen: „Du, EM is fei bald“. So landete die Dreifachschminke auch in meinem Einkaufswagen: Töchterchen steht gerade auf den Indianerjungen Yakari, einfachere Kriegsbemalung geht ja wohl nicht. Und sollte Deutschland wider Erwarten das Viertelfinale erreichen, kann man das Teil ja immer noch dem offiziell lizenzierten Zweck zuführen. Erfolgsfans wollen sich ja untereinander erkennen. © Bradley Collyer, dpa

F wie Fußball: Das runde Ding, das ins Eckige muss, hat einen Umfang von mindestens 68 und höchstens 70 Zentimetern. Es muss mindestens 410 und darf höchstens 450 Gramm wiegen. Der Mann mit der Luftpumpe muss einen Druck zwischen 0,6 und 1,1 Bar in die Pflunze pressen. Ja, auch der Ball ist eine Wissenschaft für sich, und immer zu WMs und EMs bekommt er sogar einen Namen. Zur Paneuropa-Euro heißt er „Uniforia“, ein Kunstwort, gebildet aus den Begriffen unity (Einheit) und euphoria (Euphorie). Wie in der Vergangenheit ganz oft, kommt er aus dem Hause Adidas, dem langjährigen Partner der UEFA. Die Vorgänger von „Uniforia“ hießen übrigens „Beau Jeu“ (2016), „Tango 12“ (2012), „Europass“ (2008), „Roteiro“ (2004), „Terrestra Silverstream“ (2000), „Questra Europa“ (1996), „Etrusco Unico“ (1992), „Tango Europa“ (1988), „Tango Mundial“ (1984), „Tango Italia“ (1980) und „Telstar Durlast“ (1972 und 1976). Mein persönlicher Lieblingsball ist allerdings der, den es zur WM 1962 in Chile gegeben hat: „Mr. Crack“.
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F wie Fußball: Das runde Ding, das ins Eckige muss, hat einen Umfang von mindestens 68 und höchstens 70 Zentimetern. Es muss mindestens 410 und darf höchstens 450 Gramm wiegen. Der Mann mit der Luftpumpe muss einen Druck zwischen 0,6 und 1,1 Bar in die Pflunze pressen. Ja, auch der Ball ist eine Wissenschaft für sich, und immer zu WMs und EMs bekommt er sogar einen Namen. Zur Paneuropa-Euro heißt er „Uniforia“, ein Kunstwort, gebildet aus den Begriffen unity (Einheit) und euphoria (Euphorie). Wie in der Vergangenheit ganz oft, kommt er aus dem Hause Adidas, dem langjährigen Partner der UEFA. Die Vorgänger von „Uniforia“ hießen übrigens „Beau Jeu“ (2016), „Tango 12“ (2012), „Europass“ (2008), „Roteiro“ (2004), „Terrestra Silverstream“ (2000), „Questra Europa“ (1996), „Etrusco Unico“ (1992), „Tango Europa“ (1988), „Tango Mundial“ (1984), „Tango Italia“ (1980) und „Telstar Durlast“ (1972 und 1976). Mein persönlicher Lieblingsball ist allerdings der, den es zur WM 1962 in Chile gegeben hat: „Mr. Crack“. © Sven Hoppe, dpa

F wie Feuerwehr: Man ist in Not, sie kommt sofort, sie hilft, sie rettet. Früher wurden deshalb Trainer gern Feuerwehrmänner genannt, wenn sie vor dem letzten Spieltag ein Team noch vor dem Abstieg retten sollten. Diesmal sind die Feuerwehrmänner zwei Spieler. Mats Hummels und Thomas Müller wurden gerufen und waren sofort einsatzbereit. Nur dass der eine das eigene Haus anzündet (unser Bild), war im Katastrophenschutzplan nicht ganz so gedacht. Armer Mats.
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F wie Feuerwehr: Man ist in Not, sie kommt sofort, sie hilft, sie rettet. Früher wurden deshalb Trainer gern Feuerwehrmänner genannt, wenn sie vor dem letzten Spieltag ein Team noch vor dem Abstieg retten sollten. Diesmal sind die Feuerwehrmänner zwei Spieler. Mats Hummels und Thomas Müller wurden gerufen und waren sofort einsatzbereit. Nur dass der eine das eigene Haus anzündet (unser Bild), war im Katastrophenschutzplan nicht ganz so gedacht. Armer Mats. © ALEXANDER HASSENSTEIN, AFP

F wie FIFA: Abkürzung für Fédération Internationale de Football Association. Was das genau heißt, muss man nicht wissen. Es reicht, wenn man im Hinterkopf behält, dass praktisch alle FIFA-Präsidenten der letzten Jahrzehnte vor Gericht landeten, weil ihnen Staatsanwälte aus aller Herren Länder diverse Schmutzeleien vorhielten. Meist ging es um Kleinigkeiten wie Bestechung, Korruption, Stimmenkauf und Schmiergeldzahlungen. So what! Ein besonderes Exemplar unter den Herren des Balles war der Schweizer FIFA-Präsident Sepp Blatter, der unter anderem auf die großartige Idee gekommen ist, ob man neben der WM nicht auch eine Meisterschaft der verschiedenen bewohnten Planeten im All veranstalten sollte. Das war dann allerdings kein Fall mehr für den Staatsanwalt, sondern für den Onkel Doktor. Die FIFA ist gewissermaßen der große Bruder des EM-Veranstalters UEFA (Union of European Football Associations). Aber zu diesen feinen Herren kommen wir noch, wenn wir beim U angelangt sind.
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F wie FIFA: Abkürzung für Fédération Internationale de Football Association. Was das genau heißt, muss man nicht wissen. Es reicht, wenn man im Hinterkopf behält, dass praktisch alle FIFA-Präsidenten der letzten Jahrzehnte vor Gericht landeten, weil ihnen Staatsanwälte aus aller Herren Länder diverse Schmutzeleien vorhielten. Meist ging es um Kleinigkeiten wie Bestechung, Korruption, Stimmenkauf und Schmiergeldzahlungen. So what! Ein besonderes Exemplar unter den Herren des Balles war der Schweizer FIFA-Präsident Sepp Blatter, der unter anderem auf die großartige Idee gekommen ist, ob man neben der WM nicht auch eine Meisterschaft der verschiedenen bewohnten Planeten im All veranstalten sollte. Das war dann allerdings kein Fall mehr für den Staatsanwalt, sondern für den Onkel Doktor. Die FIFA ist gewissermaßen der große Bruder des EM-Veranstalters UEFA (Union of European Football Associations). Aber zu diesen feinen Herren kommen wir noch, wenn wir beim U angelangt sind. © OZAN KOSE, AFP

F wie Frisur: Hä? Was, bitteschön, hat die Frisur mit dem Fußball zu tun? Um ehrlich zu sein: eine ganze Menge. Vorbei die Zeiten, als Katsche Schwarzenbeck mit langen blonden Zotteln und fast ebenso langen Koteletten die Schienbeine der gegnerischen Mittelstürmer malträtierte (während sich sein Herr, der Kaiser, in die unendlichen Weiten des Raumes zurückzog). 2021 geht kein Profi, der etwas auf sich hält, einfach so auf den Platz. Stylischer Undercut, ausrasierter Scheitel, feine Nachblondierung. Nichts, was es nicht gibt bei dieser Messe der Fußball-Götter. By the way: Schon lange nichts mehr gehört vom Frisör von Gareth Bale. Der Waliser (unser Bild) trägt derzeit ja „ganz lang“. Vielleicht coronabedingt, wer weiß? 2016 zur EM in Frankreich erschien der Superstar und Posterboy dagegen mit einem feinen „Man bun“, für dessen Styling er tatsächlich den Figaro seines Vertrauens mit aufs Festland nahm. Wegweisend!
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F wie Frisur: Hä? Was, bitteschön, hat die Frisur mit dem Fußball zu tun? Um ehrlich zu sein: eine ganze Menge. Vorbei die Zeiten, als Katsche Schwarzenbeck mit langen blonden Zotteln und fast ebenso langen Koteletten die Schienbeine der gegnerischen Mittelstürmer malträtierte (während sich sein Herr, der Kaiser, in die unendlichen Weiten des Raumes zurückzog). 2021 geht kein Profi, der etwas auf sich hält, einfach so auf den Platz. Stylischer Undercut, ausrasierter Scheitel, feine Nachblondierung. Nichts, was es nicht gibt bei dieser Messe der Fußball-Götter. By the way: Schon lange nichts mehr gehört vom Frisör von Gareth Bale. Der Waliser (unser Bild) trägt derzeit ja „ganz lang“. Vielleicht coronabedingt, wer weiß? 2016 zur EM in Frankreich erschien der Superstar und Posterboy dagegen mit einem feinen „Man bun“, für dessen Styling er tatsächlich den Figaro seines Vertrauens mit aufs Festland nahm. Wegweisend! © OZAN KOSE, AFP

F wie falscher Tipp und falsches Tor: Komplett falsch, so lag Miezi mit ihrem ersten EM-Tipp. Insgesamt acht Tore hatte unser Stubentiger-Orakel für das Auftaktspiel der DFB-Elf vorhergesagt – am Ende wurde es nur ein einziges. Das schoss zwar Deutschland, aber ins falsche Tor. Miezi ließ das kalt: Während vor den Bildschirmen Millionen Fans bangten und haderten, döste sie gemütlich in der Sonne. Immerhin ist Miezis Tipp für das Portugal-Spiel am Samstag deutlich realistischer – wie er lautet, verraten wir aber noch nicht. Und einen Fehlschuss hat ja schließlich jeder, auch ein Orakel.
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F wie falscher Tipp und falsches Tor: Komplett falsch, so lag Miezi mit ihrem ersten EM-Tipp. Insgesamt acht Tore hatte unser Stubentiger-Orakel für das Auftaktspiel der DFB-Elf vorhergesagt – am Ende wurde es nur ein einziges. Das schoss zwar Deutschland, aber ins falsche Tor. Miezi ließ das kalt: Während vor den Bildschirmen Millionen Fans bangten und haderten, döste sie gemütlich in der Sonne. Immerhin ist Miezis Tipp für das Portugal-Spiel am Samstag deutlich realistischer – wie er lautet, verraten wir aber noch nicht. Und einen Fehlschuss hat ja schließlich jeder, auch ein Orakel. © Patrick Shaw, NN

F wie Finale: Am 11. Juli im Wembley-Stadion in London. Jogis Jungs sind davon derzeit etwa so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Aber gemach, gemach: Griechenland unter Trainer R wie Rehakles verlor 2004 seine Auftaktpartie gegen Portugal 1:2 und schlug drei Wochen später im Finale denselben Gegner mit 1:0. Es besteht noch Hoffnung...
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F wie Finale: Am 11. Juli im Wembley-Stadion in London. Jogis Jungs sind davon derzeit etwa so weit entfernt wie die Erde vom Mond. Aber gemach, gemach: Griechenland unter Trainer R wie Rehakles verlor 2004 seine Auftaktpartie gegen Portugal 1:2 und schlug drei Wochen später im Finale denselben Gegner mit 1:0. Es besteht noch Hoffnung... © Glyn KirkNmc Pool, dpa

G wie Gündogan, Ilkay: Deutscher Nationalspieler und aktueller Meister der Premier-League mit Man City. Ein gutes Beispiel dafür, dass man es auch mit einer mittelmäßigen Abiturnote an der Nürnberger Bertolt-Brecht-Schule zu etwas bringen kann – unter anderem zu einem Mannschaftsfoto mit dem Türkischen Präsidenten Erdogan. Aber dazu später. Clubfans drücken dem gebürtigen Gelsenkirchener besonders die Daumen, denn der Mittelfeldstratege machte beim 1. FC Nürnberg von 2009 bis 2011 seine ersten Gehversuche im Profi-Fußball. Wechselte dann 2011 nach Dortmund und 2016 zu Manchester City, wo er zum Lieblingsspieler seines Trainers Pep Guardiola avancierte. Einer der wenigen Deutschen, die zweimal in einem Champions-League-Finale standen – und zweimal verloren: 2013 mit Dortmund (1:2 gegen die Bayern, hier sogar Torschütze) und 2021 mit Manchester City (0:1 gegen Chelsea). Wurde immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen. 
Beinahe das Aus in der Nationalelf hätte aber das oben beschriebene Foto mit Mesut Özil und dem türkischen Präsidenten, der zeitgleich Hunderte Oppositionelle ins Gefängnis werfen ließ, bedeutet. Vergeben und fast vergessen. Gündogan zählt heute zu den beliebtesten, weil immer noch sehr geerdeten Kickern im Land. Im Gegensatz zu 2018 sieht er auch nicht mehr aus wie ein gegelter Mafiosi mit haariger Rotzbremse. War im Vorjahr relativ schwer an Covid-19 erkrankt. Hat sich aber gut erholt und war einer der besten Spieler der abgelaufenen Saison. Hat seine Meisterprämie übrigens seinem Heimatverein SV 06 Gelsenkirchen-Hessler geschenkt. Damit kann sich dieser jetzt einen lange gehegten Traum erfüllen: den Bau eines Kunstrasenplatzes.
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G wie Gündogan, Ilkay: Deutscher Nationalspieler und aktueller Meister der Premier-League mit Man City. Ein gutes Beispiel dafür, dass man es auch mit einer mittelmäßigen Abiturnote an der Nürnberger Bertolt-Brecht-Schule zu etwas bringen kann – unter anderem zu einem Mannschaftsfoto mit dem Türkischen Präsidenten Erdogan. Aber dazu später. Clubfans drücken dem gebürtigen Gelsenkirchener besonders die Daumen, denn der Mittelfeldstratege machte beim 1. FC Nürnberg von 2009 bis 2011 seine ersten Gehversuche im Profi-Fußball. Wechselte dann 2011 nach Dortmund und 2016 zu Manchester City, wo er zum Lieblingsspieler seines Trainers Pep Guardiola avancierte. Einer der wenigen Deutschen, die zweimal in einem Champions-League-Finale standen – und zweimal verloren: 2013 mit Dortmund (1:2 gegen die Bayern, hier sogar Torschütze) und 2021 mit Manchester City (0:1 gegen Chelsea). Wurde immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen. 
Beinahe das Aus in der Nationalelf hätte aber das oben beschriebene Foto mit Mesut Özil und dem türkischen Präsidenten, der zeitgleich Hunderte Oppositionelle ins Gefängnis werfen ließ, bedeutet. Vergeben und fast vergessen. Gündogan zählt heute zu den beliebtesten, weil immer noch sehr geerdeten Kickern im Land. Im Gegensatz zu 2018 sieht er auch nicht mehr aus wie ein gegelter Mafiosi mit haariger Rotzbremse. War im Vorjahr relativ schwer an Covid-19 erkrankt. Hat sich aber gut erholt und war einer der besten Spieler der abgelaufenen Saison. Hat seine Meisterprämie übrigens seinem Heimatverein SV 06 Gelsenkirchen-Hessler geschenkt. Damit kann sich dieser jetzt einen lange gehegten Traum erfüllen: den Bau eines Kunstrasenplatzes. © Federico Gambarini, dpa

G wie Gosens, Robin: Einziger Nationalspieler, der nie eine DFB-Akademie von innen gesehen hat. Liegt wahrscheinlich daran, dass ihn die Verantwortlichen früher für einen Holländer gehalten haben, was er aufgrund seines niederländischen Vaters auch zur Hälfte ist. Stammt übrigens aus einem Ort, der genauso heißt, wie ein berühmter Dortmunder Fußballer: Emmerich. Der Ort Emmerich heißt aber Emmerich am Rhein. Und der Fußballer Emmerich hieß Lothar, genannt Emma. Unabhängig davon kickt Robin Gosens unterm Jahr in Italien (Bergamo). Im ersten deutschen Vorrundenspiel gegen Frankreich schlug der 26-Jährige die einzige gefährliche Flanke in den gegnerischen Strafraum, die Serge Gnabry dann aber verdaddelte. Wäre also ein Kandidat für „Man of the match“ gewesen, wären vor ihm nicht elf Franzosen gestanden.
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G wie Gosens, Robin: Einziger Nationalspieler, der nie eine DFB-Akademie von innen gesehen hat. Liegt wahrscheinlich daran, dass ihn die Verantwortlichen früher für einen Holländer gehalten haben, was er aufgrund seines niederländischen Vaters auch zur Hälfte ist. Stammt übrigens aus einem Ort, der genauso heißt, wie ein berühmter Dortmunder Fußballer: Emmerich. Der Ort Emmerich heißt aber Emmerich am Rhein. Und der Fußballer Emmerich hieß Lothar, genannt Emma. Unabhängig davon kickt Robin Gosens unterm Jahr in Italien (Bergamo). Im ersten deutschen Vorrundenspiel gegen Frankreich schlug der 26-Jährige die einzige gefährliche Flanke in den gegnerischen Strafraum, die Serge Gnabry dann aber verdaddelte. Wäre also ein Kandidat für „Man of the match“ gewesen, wären vor ihm nicht elf Franzosen gestanden. © MATTHIAS HANGST, AFP

G wie Gnabry, Serge: Einer der etwa 35 Bayern-Spieler im 26-köpfigen Aufgebot von Joachim Löw. Und einer der Lieblingsspieler von Jogi, weshalb G. angeblich immer spielt (schau’ mer mal am Samstag gegen Portugal). Der gebürtige Stuttgarter hat derzeit die beste Torquote aller noch aktiven deutschen Nationalspieler. Vergab aber gegen Frankreich leider die einzige echte herausgespielte Torchance. Schade, das wäre das 1:1 gewesen.
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G wie Gnabry, Serge: Einer der etwa 35 Bayern-Spieler im 26-köpfigen Aufgebot von Joachim Löw. Und einer der Lieblingsspieler von Jogi, weshalb G. angeblich immer spielt (schau’ mer mal am Samstag gegen Portugal). Der gebürtige Stuttgarter hat derzeit die beste Torquote aller noch aktiven deutschen Nationalspieler. Vergab aber gegen Frankreich leider die einzige echte herausgespielte Torchance. Schade, das wäre das 1:1 gewesen. © MATTHIAS HANGST, AFP

G wie Goretzka, Leon: Also einer wie Goretzka hätte Gosens’ Flanke wohl verwandelt. Doch der gebürtige Bochumer, wie Gnabry in Diensten des FC Bayern München, zog sich wenige Wochen vor der EM einen Muskelfaserriss zu und schaffte es zum Eröffnungsspiel noch nicht in die Mannschaft. Goretzka galt schon immer als großes Talent. Richtig gut wurde er aber erst, als er sich ein paar Muskelberge antrainierte, die ihn zu einer Mischung aus Hulk (ohne grüne Hautfarbe) und Donnergott Thor (aber ohne Hammer) machten. Hoffnungsträger im Spiel gegen die Portugiesen.
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G wie Goretzka, Leon: Also einer wie Goretzka hätte Gosens’ Flanke wohl verwandelt. Doch der gebürtige Bochumer, wie Gnabry in Diensten des FC Bayern München, zog sich wenige Wochen vor der EM einen Muskelfaserriss zu und schaffte es zum Eröffnungsspiel noch nicht in die Mannschaft. Goretzka galt schon immer als großes Talent. Richtig gut wurde er aber erst, als er sich ein paar Muskelberge antrainierte, die ihn zu einer Mischung aus Hulk (ohne grüne Hautfarbe) und Donnergott Thor (aber ohne Hammer) machten. Hoffnungsträger im Spiel gegen die Portugiesen. © Federico Gambarini, dpa

G wie Ginter, Matthias: Genannt Matze. Der nächste G-Punkt für Jogi. Der Verteidiger war gegen Frankreich Deutschlands zuverlässigste Abwehrkraft. Er sieht mit seinem blassen Gesicht immer ein wenig aus, als könnte er auf die Schnelle drei, vier Blutkonserven gut brauchen, ist aber auf dem Platz immer Mister Zuverlässig. Kommt wie Jogi aus Freiburg, hat deshalb einen Stein im Brett beim Bundestrainer. 
Der nahm ihn auch schon zu anderen großen Turnieren (WM 2014 und WM 2018) mit, ließ ihn dort aber keine Minute spielen. Bei der Euro am Dienstag gegen Frankreich wurde er kurz vor Schluss ausgewechselt. Musste sich kurz schütteln. Denn das war ihm in der abgelaufenen Saison bei seinem Heimatverein Borussia Mönchengladbach nicht passiert (34 Liga-, acht Europapokal- und vier DFB-Pokalspiele).
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G wie Ginter, Matthias: Genannt Matze. Der nächste G-Punkt für Jogi. Der Verteidiger war gegen Frankreich Deutschlands zuverlässigste Abwehrkraft. Er sieht mit seinem blassen Gesicht immer ein wenig aus, als könnte er auf die Schnelle drei, vier Blutkonserven gut brauchen, ist aber auf dem Platz immer Mister Zuverlässig. Kommt wie Jogi aus Freiburg, hat deshalb einen Stein im Brett beim Bundestrainer. 
Der nahm ihn auch schon zu anderen großen Turnieren (WM 2014 und WM 2018) mit, ließ ihn dort aber keine Minute spielen. Bei der Euro am Dienstag gegen Frankreich wurde er kurz vor Schluss ausgewechselt. Musste sich kurz schütteln. Denn das war ihm in der abgelaufenen Saison bei seinem Heimatverein Borussia Mönchengladbach nicht passiert (34 Liga-, acht Europapokal- und vier DFB-Pokalspiele). © Marius Becker, dpa

G wie Günter, Christian: Kapitän des SC Freiburg und der übliche Überraschungsgast im deutschen Aufgebot. Wohnt bei Jogi gleich um die Ecke und hat ihn vermutlich mal zu einem richtig guten Espresso eingeladen. Der Bundestrainer vergisst so etwas nicht und revanchierte sich mit Freikarten für alle deutschen EM-Spiele. Von der Bank aus hat er dabei den besten Blick aufs Geschehen.
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G wie Günter, Christian: Kapitän des SC Freiburg und der übliche Überraschungsgast im deutschen Aufgebot. Wohnt bei Jogi gleich um die Ecke und hat ihn vermutlich mal zu einem richtig guten Espresso eingeladen. Der Bundestrainer vergisst so etwas nicht und revanchierte sich mit Freikarten für alle deutschen EM-Spiele. Von der Bank aus hat er dabei den besten Blick aufs Geschehen. © Christian Charisius, dpa

H wie Hummels Mats: Der personifizierte Superlativ. Schönster Spieler in Jogis Kader. Stechendster Blick aller Spieler aller 24 teilnehmenden Nationen. Könnte locker in einem Spagetti-Western mitspielen wie seinerzeit Paul Breitner. Überraschendster Rückkehrer nach dem Rauswurf 2019. Verheiratet mit der schönsten und geschäftstüchtigsten und internetaffinsten Spielerfrau (Cathy). Und Schütze des mindestens drittschönsten EM-Tores bisher. Nach Patrick Schicks Kunststückchen aus 55 Metern Entfernung gegen die Schotten und Yarmolenkos Arien-Robben-Gedächtnis-Schnippler ins Tordreieck gegen die Holländer. Allerdings war Hummels’ Tor der einzige Treffer unter den Top Ten der bisher schönsten EM-Tore, der im falschen Kasten einschlug. Künstlerpech. Oder wie die in diesem Fall mal wirklich grandiosen Kollegen der Bild titelten: „Um Hummels Willen“. Auch mit 32 Jahren noch mindestens halb so schnell wie Frankreichs Kylian Mpappè. Kann Außenrist-Pässe schlagen wie sonst nur der Kaiser in den 1970-ern.
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H wie Hummels Mats: Der personifizierte Superlativ. Schönster Spieler in Jogis Kader. Stechendster Blick aller Spieler aller 24 teilnehmenden Nationen. Könnte locker in einem Spagetti-Western mitspielen wie seinerzeit Paul Breitner. Überraschendster Rückkehrer nach dem Rauswurf 2019. Verheiratet mit der schönsten und geschäftstüchtigsten und internetaffinsten Spielerfrau (Cathy). Und Schütze des mindestens drittschönsten EM-Tores bisher. Nach Patrick Schicks Kunststückchen aus 55 Metern Entfernung gegen die Schotten und Yarmolenkos Arien-Robben-Gedächtnis-Schnippler ins Tordreieck gegen die Holländer. Allerdings war Hummels’ Tor der einzige Treffer unter den Top Ten der bisher schönsten EM-Tore, der im falschen Kasten einschlug. Künstlerpech. Oder wie die in diesem Fall mal wirklich grandiosen Kollegen der Bild titelten: „Um Hummels Willen“. Auch mit 32 Jahren noch mindestens halb so schnell wie Frankreichs Kylian Mpappè. Kann Außenrist-Pässe schlagen wie sonst nur der Kaiser in den 1970-ern. © MATTHIAS SCHRADER, AFP

H wie Havertz, Kai: Angeblich größtes deutsches Fußball-Talent seit 500 Jahren. Ging in seiner Jugend vor seinem Wechsel nach Leverkusen aufs Gymnasium – Achtung, jetzt kommt’s schon wieder – in Würselen. Wüselen ist jener schnuckelige Ort, aus dem auch der frühere Kanzlerkandidat Martin Schulz und der frühere Bundestrainer Jupp Derwall kommen (Sie erinnern sich ans EM-ABC unter D wie Derwall?). Havertz entschied mit seinem Tor neulich das Champions-League-Finale zwischen Chelsea und Manchester City. Er fiel am Dienstag im EM-Spiel gegen Frankreich aber vor allem dadurch auf, dass er als Einziger langärmlig spielte bei gefühlten 30 Grad. Und das Trikot schien auch Größe XL zu haben. Ein klares Foul des Ausrüsters Adidas. Havertz musste deshalb frühzeitig Feierabend machen. Für ihn übernahm Mittelstürmer Volland, der aber seltsamerweise als linker Verteidiger spielte. Ein klares Foul des Bundestrainers.
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H wie Havertz, Kai: Angeblich größtes deutsches Fußball-Talent seit 500 Jahren. Ging in seiner Jugend vor seinem Wechsel nach Leverkusen aufs Gymnasium – Achtung, jetzt kommt’s schon wieder – in Würselen. Wüselen ist jener schnuckelige Ort, aus dem auch der frühere Kanzlerkandidat Martin Schulz und der frühere Bundestrainer Jupp Derwall kommen (Sie erinnern sich ans EM-ABC unter D wie Derwall?). Havertz entschied mit seinem Tor neulich das Champions-League-Finale zwischen Chelsea und Manchester City. Er fiel am Dienstag im EM-Spiel gegen Frankreich aber vor allem dadurch auf, dass er als Einziger langärmlig spielte bei gefühlten 30 Grad. Und das Trikot schien auch Größe XL zu haben. Ein klares Foul des Ausrüsters Adidas. Havertz musste deshalb frühzeitig Feierabend machen. Für ihn übernahm Mittelstürmer Volland, der aber seltsamerweise als linker Verteidiger spielte. Ein klares Foul des Bundestrainers. © FRANCK FIFE, AFP

H wie Halstenberg, Marcel (links): Ja, gehört auch zu unserem Aufgebot. Muss auf der Bank die Plätze warm halten. Ansonsten Angestellter von RasenBallsport Leipzig.
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H wie Halstenberg, Marcel (links): Ja, gehört auch zu unserem Aufgebot. Muss auf der Bank die Plätze warm halten. Ansonsten Angestellter von RasenBallsport Leipzig. © Federico Gambarini, dpa

H wie Holland: Das deutsche Teutonen-Herz jubelte schon wieder. Holland erneut nicht dabei bei einem großen Turnier. Wie schon bei der EM 2016 und bei der WM 2018. Aber papperlapapp! Die Holländer treten gemeinerweise unter dem Namen Niederlande an und haben gleich zum Auftakt mal die spielstarken Ukrainer mit 3:2 weggefieselt und am Donnerstag Österreich 2:0 verfrühstückt. Sind da die Erben von Johan Cruyff am Ruder? Oranje mit dem legendären Kapitän war das stärkste Nationalteam der 1970-er Jahre. Blieb aber seinerzeit eine „Unvollendete“. 1974 WM-Finalniederlage gegen Deutschland trotz drückender Überlegenheit, 1978 WM-Finalniederlage gegen Argentinien. Holland kam erst 1988 zu einem ersten Titel: Europameister in Deutschland durch ein finales 2:0 über die UdSSR. Unvergessen: Marco van Bastens entscheidendes Tor in der 64. Minute. Eine 50-Meter-Flanke drosch der damals wohl beste Mittelstürmer der Welt aus schier unmöglichem Winkel ins gegnerische Tordreieck. Unerreicht.
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H wie Holland: Das deutsche Teutonen-Herz jubelte schon wieder. Holland erneut nicht dabei bei einem großen Turnier. Wie schon bei der EM 2016 und bei der WM 2018. Aber papperlapapp! Die Holländer treten gemeinerweise unter dem Namen Niederlande an und haben gleich zum Auftakt mal die spielstarken Ukrainer mit 3:2 weggefieselt und am Donnerstag Österreich 2:0 verfrühstückt. Sind da die Erben von Johan Cruyff am Ruder? Oranje mit dem legendären Kapitän war das stärkste Nationalteam der 1970-er Jahre. Blieb aber seinerzeit eine „Unvollendete“. 1974 WM-Finalniederlage gegen Deutschland trotz drückender Überlegenheit, 1978 WM-Finalniederlage gegen Argentinien. Holland kam erst 1988 zu einem ersten Titel: Europameister in Deutschland durch ein finales 2:0 über die UdSSR. Unvergessen: Marco van Bastens entscheidendes Tor in der 64. Minute. Eine 50-Meter-Flanke drosch der damals wohl beste Mittelstürmer der Welt aus schier unmöglichem Winkel ins gegnerische Tordreieck. Unerreicht. © Dean Mouhtaropoulous, dpa

10.05.2021 --- Fussball --- Saison 2020 2021 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 32. Spieltag: Hamburger SV HSV - 1. FC Nürnberg FCN ( Club ) --- Foto: Sportfoto Zink/DaMa --- DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video - only for editorial use --- 

Horst Hrubesch (Trainer Hamburger SV ) zeigt an / gestikuliert / dirigiert / gibt Anweisungen
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© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr

H wie Horst Hrubesch: Zur Abwechslung ein Literaturtipp: „Früher war alles schlechter“ von Guido Mingels. Fakten als Therapie gegen den Pessimismus. Die Lebenserwartung war niedriger, es starben noch mehr Menschen an Hunger und in Kriegen, der ganze Lebensstandard hat sich gebessert. Überall Fortschritt, auch wenn man es oft genau umgekehrt wahrnimmt. Nur eines war früher besser: die deutschen Mittelstürmer. Wer’s nicht glaubt, möge youtuben: EM-Finale in Rom 1980, Deutschland gegen Belgien. Der Kick ist einigermaßen uninspiriert, doch vorne steht Hrubesch und trifft. Nicht elegant, aber dafür doppelt. 
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H wie Horst Hrubesch: Zur Abwechslung ein Literaturtipp: „Früher war alles schlechter“ von Guido Mingels. Fakten als Therapie gegen den Pessimismus. Die Lebenserwartung war niedriger, es starben noch mehr Menschen an Hunger und in Kriegen, der ganze Lebensstandard hat sich gebessert. Überall Fortschritt, auch wenn man es oft genau umgekehrt wahrnimmt. Nur eines war früher besser: die deutschen Mittelstürmer. Wer’s nicht glaubt, möge youtuben: EM-Finale in Rom 1980, Deutschland gegen Belgien. Der Kick ist einigermaßen uninspiriert, doch vorne steht Hrubesch und trifft. Nicht elegant, aber dafür doppelt.  © KIRILL KUDRYAVTSEV, AFP

I wie Italien: Im Vorfeld unterschätzt, aber nach zwei 3:0-Siegen über die Türkei und über die Schweiz einer der Top-Favoriten der EM. Inzwischen seit 29 Spielen ungeschlagen. Und: Die Spieler sind schön, ihre azurblauen Trikots sind schön, das Spiel in schön, die Stadt, in der diese Spiele stattfinden, ist schön, ach, man könnte ganz ins Schwärmen geraten. Haben mit Roberto Mancini selbstverständlich auch den schönsten Trainer, der noch besser aussieht als unser Nivea-Jogi. Mancini sieht darüber hinaus immer noch so aus wie zu seiner aktiven Zeit, von der er sage und schreibe 15 Jahre bei Sampdoria Genua (1982 bis 1997) verbracht hat. Das waren noch Zeiten, in denen keine heiß gelaufenen Spielervermittler ihre Schützlinge für aberwitzige Summen jedes Jahr bei einem neuen Top-Klub unterbringen wollten.
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I wie Italien: Im Vorfeld unterschätzt, aber nach zwei 3:0-Siegen über die Türkei und über die Schweiz einer der Top-Favoriten der EM. Inzwischen seit 29 Spielen ungeschlagen. Und: Die Spieler sind schön, ihre azurblauen Trikots sind schön, das Spiel in schön, die Stadt, in der diese Spiele stattfinden, ist schön, ach, man könnte ganz ins Schwärmen geraten. Haben mit Roberto Mancini selbstverständlich auch den schönsten Trainer, der noch besser aussieht als unser Nivea-Jogi. Mancini sieht darüber hinaus immer noch so aus wie zu seiner aktiven Zeit, von der er sage und schreibe 15 Jahre bei Sampdoria Genua (1982 bis 1997) verbracht hat. Das waren noch Zeiten, in denen keine heiß gelaufenen Spielervermittler ihre Schützlinge für aberwitzige Summen jedes Jahr bei einem neuen Top-Klub unterbringen wollten. © ANDREAS SOLARO, AFP

I wie Irland: Ja ja, wir wissen es. Irland ist gar nicht dabei, hat deshalb im ABC eigentlich gar nichts verloren. Und doch können wir unsere Trauer nicht verhehlen, und wollen es auch gar nicht. Die Fußballkunst der Kicker mag gerade noch verschmerzbar sein, aber niemand, wirklich niemand singt auch nur annähernd so herzzerreißend inbrünstig wie die irischen Fans. Irland gegen Spanien 2012. Wer erinnert sich noch an das Ergebnis? Keiner! Doch „The Fields von Athenry“, diese Ballade über die Hungersnot von achtzehnhundertwannauchimmer, hat damals selbst den Reporter zum Schweigen gebracht. 0:4 und die Fans singen! Gänsehaut pur, unbedingt auf Youtube nachhören!
<EM>
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I wie Irland: Ja ja, wir wissen es. Irland ist gar nicht dabei, hat deshalb im ABC eigentlich gar nichts verloren. Und doch können wir unsere Trauer nicht verhehlen, und wollen es auch gar nicht. Die Fußballkunst der Kicker mag gerade noch verschmerzbar sein, aber niemand, wirklich niemand singt auch nur annähernd so herzzerreißend inbrünstig wie die irischen Fans. Irland gegen Spanien 2012. Wer erinnert sich noch an das Ergebnis? Keiner! Doch „The Fields von Athenry“, diese Ballade über die Hungersnot von achtzehnhundertwannauchimmer, hat damals selbst den Reporter zum Schweigen gebracht. 0:4 und die Fans singen! Gänsehaut pur, unbedingt auf Youtube nachhören!
<EM> © FERENC ISZA, AFP

I wie Innenrist: Stiefbruder des Außenrists. Der Außenristpass ist etwas für die Edlen wie Kaiser Franz Beckenbauer. Heute gefällt sich gelegentlich Mats Hummels in der Prinzenrolle. Das gepflegte Zuspiel mit dem Außenrist ist hohe Schule, ein Kunstwerk, komponiert aus Lässigkeit und Arroganz. Der Innenrist dagegen ist der Malocher. Er muss zwar 99 Prozent des Ballgeschiebes erledigen, doch niemand schnalzt deshalb mit der Zunge, ja er wird nicht einmal als Innenristpass erwähnt. Bei uns schon. 
 
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I wie Innenrist: Stiefbruder des Außenrists. Der Außenristpass ist etwas für die Edlen wie Kaiser Franz Beckenbauer. Heute gefällt sich gelegentlich Mats Hummels in der Prinzenrolle. Das gepflegte Zuspiel mit dem Außenrist ist hohe Schule, ein Kunstwerk, komponiert aus Lässigkeit und Arroganz. Der Innenrist dagegen ist der Malocher. Er muss zwar 99 Prozent des Ballgeschiebes erledigen, doch niemand schnalzt deshalb mit der Zunge, ja er wird nicht einmal als Innenristpass erwähnt. Bei uns schon. 
  © Igor Russak, dpa

I wie Insigne, Lorenzo: Kleinster Spieler der EM. Beschloss wie seinerzeit Oskar Matzerath aus Günther Grass’ Blechtrommel das Wachstum einzustellen. Bei Insigne passierte das, als er 163 Zentimeter erreicht hatte. Schaffte es trotzdem Fußballprofi und Nationalspieler Italiens zu werden. Bei der Paneuropa-Euro einer der Auffälligsten seines Teams. Torschütze zum 3:0 im Auftaktspiel gegen die Türkei. Teutonische Fußball-Nostalgiker würden sagen: „Einer wie ...“
 
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I wie Insigne, Lorenzo: Kleinster Spieler der EM. Beschloss wie seinerzeit Oskar Matzerath aus Günther Grass’ Blechtrommel das Wachstum einzustellen. Bei Insigne passierte das, als er 163 Zentimeter erreicht hatte. Schaffte es trotzdem Fußballprofi und Nationalspieler Italiens zu werden. Bei der Paneuropa-Euro einer der Auffälligsten seines Teams. Torschütze zum 3:0 im Auftaktspiel gegen die Türkei. Teutonische Fußball-Nostalgiker würden sagen: „Einer wie ...“
  © ANDREAS SOLARO, AFP

I wie Icke: Spitzname der Fußball-Legende Thomas Häßler. Dribbelkünstler mit niedrigem Schwerpunkt. Nur wenig größer als Lorenzo Insigne, aber 100-facher deutscher Nationalspieler. Hat seinem italienischen Kollegen drei Dinge voraus: drei Zentimeter Körpergröße (1,66 m), einen WM-Titel (1990) und eine Europameisterschaft (1996.).
 
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I wie Icke: Spitzname der Fußball-Legende Thomas Häßler. Dribbelkünstler mit niedrigem Schwerpunkt. Nur wenig größer als Lorenzo Insigne, aber 100-facher deutscher Nationalspieler. Hat seinem italienischen Kollegen drei Dinge voraus: drei Zentimeter Körpergröße (1,66 m), einen WM-Titel (1990) und eine Europameisterschaft (1996.).
  © Frank Kleefeldt

I wie Immobile, Ciro: Für einen, der Immobile heißt, ganz schön mobil. Ackert und rackert im italienischen Angriff für drei. Belohnte sich selbst durch je ein Tor gegen die Türkei (3:0) und gegen die Schweiz (3:0). Auch außerhalb des Platzes viel unterwegs. Spielte schon in Turin, Siena, Grossetto, Pescara, Genua und Sevilla, ehe er bei Lazio Rom 2016 endlich seine sportliche Heimat fand. Aus seiner Vita nicht getilgt ist die Saison 2014/15, wo er bei Borussia Dortmund Bundesligaluft schnupperte, aber dort nicht recht glücklich wurde.
 
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I wie Immobile, Ciro: Für einen, der Immobile heißt, ganz schön mobil. Ackert und rackert im italienischen Angriff für drei. Belohnte sich selbst durch je ein Tor gegen die Türkei (3:0) und gegen die Schweiz (3:0). Auch außerhalb des Platzes viel unterwegs. Spielte schon in Turin, Siena, Grossetto, Pescara, Genua und Sevilla, ehe er bei Lazio Rom 2016 endlich seine sportliche Heimat fand. Aus seiner Vita nicht getilgt ist die Saison 2014/15, wo er bei Borussia Dortmund Bundesligaluft schnupperte, aber dort nicht recht glücklich wurde.
  © ANDREAS SOLARO, AFP

I wie Island: Hu (5 Sekunden Pause), Klatsch (5 Sekunden Pause). Hu (4 Sekunden Pause), Klatsch (4 Sekunden Pause). Hu (3 Sekunden Pause), Klatch (3 Sekunden Pause). Hu (2 Sekunden Pause), Klatsch (2 Sekunden Pause). Hu (1 Sekunde Pause, Klatsch (1 Sekunde Pause). Hu (halbe Sekunde Pause), Klatch (halbe Sekunde Pause) Hu, Klatsch. Hu, Klatsch. Hu, Klatsch. Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch. JohlenGeschreiJubel. Island, ihr seid nicht dabei. Aber in meinem Herzen unvergessen. Auf baldiges Wiedersehen.
 
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I wie Island: Hu (5 Sekunden Pause), Klatsch (5 Sekunden Pause). Hu (4 Sekunden Pause), Klatsch (4 Sekunden Pause). Hu (3 Sekunden Pause), Klatch (3 Sekunden Pause). Hu (2 Sekunden Pause), Klatsch (2 Sekunden Pause). Hu (1 Sekunde Pause, Klatsch (1 Sekunde Pause). Hu (halbe Sekunde Pause), Klatch (halbe Sekunde Pause) Hu, Klatsch. Hu, Klatsch. Hu, Klatsch. Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch, Klatsch. JohlenGeschreiJubel. Island, ihr seid nicht dabei. Aber in meinem Herzen unvergessen. Auf baldiges Wiedersehen.
  © Hay/CITYPRESS24

I wie Ikone: Früher: Bild von einem Heiligen. Heute: Pele, Beckenbauer, Gerd Müller. Michael Ballack, Breitner, Christiano Ronaldo, Messi und selbstverständlich Loddarmaddäus. Noch seltener als die Fußball-Legende.
 
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I wie Ikone: Früher: Bild von einem Heiligen. Heute: Pele, Beckenbauer, Gerd Müller. Michael Ballack, Breitner, Christiano Ronaldo, Messi und selbstverständlich Loddarmaddäus. Noch seltener als die Fußball-Legende.
  © imago images/teutopress, NNZ

I wie Irrtum: An dieser Stelle eine aufrichtige Entschuldigung. „Havertz ist kein neuer Hrubesch“, titelten wir an dieser Stelle beim Buchstaben H. Weil Deutschlands talentiertester Spieler am Dienstag gegen Frankreich sein langärmliges Trikot eher phlegmatisch durch die Münchener Arena spazieren geführt hatte. Ganz anders als dieses Kopfball-Ungeheuer, das 1980 das EM-Finale gegen Belgien mit zwei humorlosen Toren entschieden hatte. Und dann gegen Portugal? Spielt dieser Havertz, als hätte Jogi dessen Zwillingsbruder eingewechselt. Torquote ähnlich wie bei Hrubesch: ca. 1,9 Treffer, auch wenn der 1:1-Ausgleich seinem Gegenspieler Ruben Dias gutgeschrieben wurde. [AUTOR_A_ENDE]ROBERT GERNER; GÜNTHER WILHELM
 
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I wie Irrtum: An dieser Stelle eine aufrichtige Entschuldigung. „Havertz ist kein neuer Hrubesch“, titelten wir an dieser Stelle beim Buchstaben H. Weil Deutschlands talentiertester Spieler am Dienstag gegen Frankreich sein langärmliges Trikot eher phlegmatisch durch die Münchener Arena spazieren geführt hatte. Ganz anders als dieses Kopfball-Ungeheuer, das 1980 das EM-Finale gegen Belgien mit zwei humorlosen Toren entschieden hatte. Und dann gegen Portugal? Spielt dieser Havertz, als hätte Jogi dessen Zwillingsbruder eingewechselt. Torquote ähnlich wie bei Hrubesch: ca. 1,9 Treffer, auch wenn der 1:1-Ausgleich seinem Gegenspieler Ruben Dias gutgeschrieben wurde. [AUTOR_A_ENDE]ROBERT GERNER; GÜNTHER WILHELM
  © MATTHIAS SCHRADER, AFP

J wie Jogi. Taufname angeblich Joachim Löw. Hat noch einen jüngeren Bruder mit einem etwas unverfänglicheren Namen (Markus). Dienstältester Fußball-Nationaltrainer der Welt. Möglicherweise sogar des ganzen Universums. Doch da müsste man bei Sepp Blatter, dem früheren FIFA-Präsidenten, nochmal nachfragen. Der scheint da einen besseren Überblick zu haben. Bekanntester Angestellter des Deutschen Fußball-Bundes und bekanntester Werbeträger von Nivea. Spielt mit seinen Jungs noch die EM zu Ende und geht dann in Rente, mit 61 Jahren. Sein früherer Assi Hansi Flick wird ihn beerben.
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J wie Jogi. Taufname angeblich Joachim Löw. Hat noch einen jüngeren Bruder mit einem etwas unverfänglicheren Namen (Markus). Dienstältester Fußball-Nationaltrainer der Welt. Möglicherweise sogar des ganzen Universums. Doch da müsste man bei Sepp Blatter, dem früheren FIFA-Präsidenten, nochmal nachfragen. Der scheint da einen besseren Überblick zu haben. Bekanntester Angestellter des Deutschen Fußball-Bundes und bekanntester Werbeträger von Nivea. Spielt mit seinen Jungs noch die EM zu Ende und geht dann in Rente, mit 61 Jahren. Sein früherer Assi Hansi Flick wird ihn beerben. © CHRISTOF STACHE, AFP

J wie Jogis Karriere. War als Spieler durchaus talentiert, doch zu Weltruhm brachte er es trotz vier Einsätzen in der U21-Nationalmannschaft nicht. Immerhin: 52 Erst- und 252 Zweitligaspiele für seinen „Heimatverein“ SC Freiburg, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC. Am Ende folgten noch Ausflüge in die Schweiz (Schaffhausen, Winterthur, Frauenfeld). VfB Stuttgart, Fenerbahçe Istanbul, Karlsruher SC, Adnaspor, FC Tirol Insbruck, Austria Wien: Als Vereinstrainer war Jogi ein rechter Springinsfeld. Größere Erfolge gelangen ihm nur beim VfB Stuttgart, wo er das sogenannte magische Dreieck Balakov, Bobic, Elber kreierte, den DFB-Pokal holte und fast Europapokalsieger der Pokalsieger (0:1-Finalniederlage gegen Chelsea London) geworden wäre. Seit 2004 beim DFB, zunächst als Taktikfuchs des Einpeitschers Jürgen Klinsmann und nach dem Sommermärchen 2006 als Chef des Ganzen. Größte Erfolge: Weltmeister 2014, WM-Dritter 2010, Vize-Europameister 2008, Confederations-Cup-Sieger 2017. Größte Misserfolge: WM-Vorrunden-Aus 2018, Abstieg aus der, wie heißt dieser seltsame Zusatz-Wettbewerb nochmal, Nations-League.
 
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J wie Jogis Karriere. War als Spieler durchaus talentiert, doch zu Weltruhm brachte er es trotz vier Einsätzen in der U21-Nationalmannschaft nicht. Immerhin: 52 Erst- und 252 Zweitligaspiele für seinen „Heimatverein“ SC Freiburg, den VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt und den Karlsruher SC. Am Ende folgten noch Ausflüge in die Schweiz (Schaffhausen, Winterthur, Frauenfeld). VfB Stuttgart, Fenerbahçe Istanbul, Karlsruher SC, Adnaspor, FC Tirol Insbruck, Austria Wien: Als Vereinstrainer war Jogi ein rechter Springinsfeld. Größere Erfolge gelangen ihm nur beim VfB Stuttgart, wo er das sogenannte magische Dreieck Balakov, Bobic, Elber kreierte, den DFB-Pokal holte und fast Europapokalsieger der Pokalsieger (0:1-Finalniederlage gegen Chelsea London) geworden wäre. Seit 2004 beim DFB, zunächst als Taktikfuchs des Einpeitschers Jürgen Klinsmann und nach dem Sommermärchen 2006 als Chef des Ganzen. Größte Erfolge: Weltmeister 2014, WM-Dritter 2010, Vize-Europameister 2008, Confederations-Cup-Sieger 2017. Größte Misserfolge: WM-Vorrunden-Aus 2018, Abstieg aus der, wie heißt dieser seltsame Zusatz-Wettbewerb nochmal, Nations-League.
  © Marcus Brandt, dpa

J wie Jogis Jungs. Sie sind Männer, sie tragen stolz den Adler auf der Brust, aber sie wollen doch nur spielen. Frankreich ließ sie nicht so recht: 0:1 zum EM-Auftakt. Die offensiver ausgerichteten Portugiesen zeigten sich spendabler, gingen 2:4 unter, obwohl sie viermal trafen, zweimal halt ins falsche Tor. Jogi hat vor allem ein Herz für Spieler, die wie er aus der Südwestecke Deutschlands kommen, noch besser: aus dem Badischen. Oder die zumindest mal einen Fuß in das Freiburger Dreisam-Stadion gesetzt haben.
 
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J wie Jogis Jungs. Sie sind Männer, sie tragen stolz den Adler auf der Brust, aber sie wollen doch nur spielen. Frankreich ließ sie nicht so recht: 0:1 zum EM-Auftakt. Die offensiver ausgerichteten Portugiesen zeigten sich spendabler, gingen 2:4 unter, obwohl sie viermal trafen, zweimal halt ins falsche Tor. Jogi hat vor allem ein Herz für Spieler, die wie er aus der Südwestecke Deutschlands kommen, noch besser: aus dem Badischen. Oder die zumindest mal einen Fuß in das Freiburger Dreisam-Stadion gesetzt haben.
  © Federico Gambarini, dpa

J wie Jogis Schwächen. Bei Stress Gelegenheitsraucher. Trinkt eindeutig zu viel Espresso. Weigert sich beharrlich, das Supertalent Leroy Sanè bei seinem richtigen Namen zu nennen. Sagt mit seinem warmen badischen Zungenschlag immer „dä Liieroi Saaaaahne“ - und wechselt ihn dann doch immer sehr spät ein. Neigt dazu, sich wie sein Vorbild Pep Guardiola zu vercoachen. Beorderte im EM-Halbfinale 2012 acht Manndecker zum italienischen Regisseur und heutigen Weinbauern Andrea Pirlo. Und übersah dabei, dass er damit nur noch drei Spieler übrig hatte, um all die anderen Balotellis zu stoppen.
 
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J wie Jogis Schwächen. Bei Stress Gelegenheitsraucher. Trinkt eindeutig zu viel Espresso. Weigert sich beharrlich, das Supertalent Leroy Sanè bei seinem richtigen Namen zu nennen. Sagt mit seinem warmen badischen Zungenschlag immer „dä Liieroi Saaaaahne“ - und wechselt ihn dann doch immer sehr spät ein. Neigt dazu, sich wie sein Vorbild Pep Guardiola zu vercoachen. Beorderte im EM-Halbfinale 2012 acht Manndecker zum italienischen Regisseur und heutigen Weinbauern Andrea Pirlo. Und übersah dabei, dass er damit nur noch drei Spieler übrig hatte, um all die anderen Balotellis zu stoppen.
  © Federico Gambarini, dpa

K wie Kimmich, Joshua. Lebendes Paradoxon: Angeblich bester Sechser der Welt. Muss bei dieser EM trotzdem rechter Verteidiger spielen, weil Jogi auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld noch zwei bessere hat (Kroos, Gündogan). Komisch, oder? Im normalen Berufsleben Angestellter des FC Bayern München. Intelligenter junger Mann, der über das grüne Rasenviereck hinaus denkt. Allerdings maximal ehrgeizig. Will immer spielen und immer gewinnen, was ihn zu einem eher unbeliebten Gegenspieler macht. Dass mit ihm auf dem Platz nicht immer gut Kirschen essen ist, sieht man schon an seiner Herkunft: stammt aus Rottweil und ist entsprechend bissig und machte seine ersten fußballerischen Gehversuche beim: VfB Bösingen.
 
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K wie Kimmich, Joshua. Lebendes Paradoxon: Angeblich bester Sechser der Welt. Muss bei dieser EM trotzdem rechter Verteidiger spielen, weil Jogi auf seiner Stammposition im defensiven Mittelfeld noch zwei bessere hat (Kroos, Gündogan). Komisch, oder? Im normalen Berufsleben Angestellter des FC Bayern München. Intelligenter junger Mann, der über das grüne Rasenviereck hinaus denkt. Allerdings maximal ehrgeizig. Will immer spielen und immer gewinnen, was ihn zu einem eher unbeliebten Gegenspieler macht. Dass mit ihm auf dem Platz nicht immer gut Kirschen essen ist, sieht man schon an seiner Herkunft: stammt aus Rottweil und ist entsprechend bissig und machte seine ersten fußballerischen Gehversuche beim: VfB Bösingen.
  © Christian Charisius, dpa

K wie Köpke, Andreas, genannt Andy. Heute Bundestorwarttrainer, früher bester Torwart der Welt. Zumindest 1996, als Deutschland nicht zuletzt dank ihm zum bisher letzten Mal Europameister wurde. Ganz nebenbei ist er auch noch Idol für alle Clubfans, auf einer Stufe mit Heiner Stuhlfauth. Mehr geht wirklich nicht. 
 
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K wie Köpke, Andreas, genannt Andy. Heute Bundestorwarttrainer, früher bester Torwart der Welt. Zumindest 1996, als Deutschland nicht zuletzt dank ihm zum bisher letzten Mal Europameister wurde. Ganz nebenbei ist er auch noch Idol für alle Clubfans, auf einer Stufe mit Heiner Stuhlfauth. Mehr geht wirklich nicht. 
  © Federico Gambarini, dpa

K wie Kommentatoren. Wer hin und wieder eintaucht in die Diskussionsforen der sozialen Medien, der staunt immer wieder darüber, dass für viele Menschen die Begleitmusik wichtiger ist als das Spiel. Oder anders ausgedrückt: Die Wahrheit liegt für diese Beobachter nicht mehr auf dem Platz, sondern am Mikrofon. Für die ARD sind bei dieser Euro Gerd Gottlob, Tom Barthels und Florian Naß als Kommentatoren im Einsatz, das ZDF setzt auf Martin Schneider, Claudia Neumann und den unverwüstlichen Bela Rethy. Claudia Neumann sieht sich dabei zum wiederholten Mal einem wirklich unerträglichen Shitstorm ausgesetzt von irgendwelchen Hinterwäldlern, die Fußball noch immer für einen Männersport halten. Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich darüber hinaus eine Armada von Experten an die Seitenlinie geholt. Unser ganz persönlicher Favorit: Thomas Broich, Ex-Profi (unter anderem 1. FC Nürnberg!) und „Fußballer des Jahrzehnts“ in der australischen A-League: klar, kompetent, verständlich. Leider immer nur in den frühen Spielen der ARD zu hören. Abends übernehmen dann Jessy Wellmer und der ergraute Schweini. Nicht ganz so prickelnd. Übrigens: Die besten Kommentatoren sind die, die nichts sagen. So trat der schon verstorbene Eberhard Stanjek bei dem WM 1982 noch während des „Nichtangriffspakts von Gijon“ zwischen Deutschland und Österreich in den Kommentatoren-Streik. Stark auch der Vielplapperer Tom Barthels, der nach dem deutschen 1:0-Triumph 2014 im WM-Finale gegen Argentinien eine halbe Stunde einfach die Bilder sprechen ließ.
 
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K wie Kommentatoren. Wer hin und wieder eintaucht in die Diskussionsforen der sozialen Medien, der staunt immer wieder darüber, dass für viele Menschen die Begleitmusik wichtiger ist als das Spiel. Oder anders ausgedrückt: Die Wahrheit liegt für diese Beobachter nicht mehr auf dem Platz, sondern am Mikrofon. Für die ARD sind bei dieser Euro Gerd Gottlob, Tom Barthels und Florian Naß als Kommentatoren im Einsatz, das ZDF setzt auf Martin Schneider, Claudia Neumann und den unverwüstlichen Bela Rethy. Claudia Neumann sieht sich dabei zum wiederholten Mal einem wirklich unerträglichen Shitstorm ausgesetzt von irgendwelchen Hinterwäldlern, die Fußball noch immer für einen Männersport halten. Die Öffentlich-Rechtlichen haben sich darüber hinaus eine Armada von Experten an die Seitenlinie geholt. Unser ganz persönlicher Favorit: Thomas Broich, Ex-Profi (unter anderem 1. FC Nürnberg!) und „Fußballer des Jahrzehnts“ in der australischen A-League: klar, kompetent, verständlich. Leider immer nur in den frühen Spielen der ARD zu hören. Abends übernehmen dann Jessy Wellmer und der ergraute Schweini. Nicht ganz so prickelnd. Übrigens: Die besten Kommentatoren sind die, die nichts sagen. So trat der schon verstorbene Eberhard Stanjek bei dem WM 1982 noch während des „Nichtangriffspakts von Gijon“ zwischen Deutschland und Österreich in den Kommentatoren-Streik. Stark auch der Vielplapperer Tom Barthels, der nach dem deutschen 1:0-Triumph 2014 im WM-Finale gegen Argentinien eine halbe Stunde einfach die Bilder sprechen ließ.
  © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

K wie Katzen-Orakel. Miezi, die Katze unseres Redaktionsleiters Patrick Shaw, mag im Gegensatz zu unserer Tipp-Runde  nur die Deutschland-Spiele vorhersagen. Dabei lag sie einmal knapp daneben (Deutschland gegen Frankreich) und einmal vom Trend her richtig (Deutschland gegen Portugal). Und heute gegen Ungarn? Wird sie so etwas von danebenliegen, dass ihr Futterentzug droht. Sie glaubt nämlich an einen 3:1-Sieg der Magyaren. 
 
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K wie Katzen-Orakel. Miezi, die Katze unseres Redaktionsleiters Patrick Shaw, mag im Gegensatz zu unserer Tipp-Runde  nur die Deutschland-Spiele vorhersagen. Dabei lag sie einmal knapp daneben (Deutschland gegen Frankreich) und einmal vom Trend her richtig (Deutschland gegen Portugal). Und heute gegen Ungarn? Wird sie so etwas von danebenliegen, dass ihr Futterentzug droht. Sie glaubt nämlich an einen 3:1-Sieg der Magyaren. 
 

L wie London. Es ist lang her, aber einmal im Leben war ich im ausverkauften Wembley-Stadion. Für Fußballgläubige ist das wie der Besuch in der Geburtskirche. Aber jetzt? 60000 Leute sollen jubeln dürfen - und das Delta-Virus mit? Bei aller Begeisterung, das kann die UEFA nicht ernst meinen. Tipp: Stell Dir vor, es ist EM und keiner geht hin.
 
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L wie London. Es ist lang her, aber einmal im Leben war ich im ausverkauften Wembley-Stadion. Für Fußballgläubige ist das wie der Besuch in der Geburtskirche. Aber jetzt? 60000 Leute sollen jubeln dürfen - und das Delta-Virus mit? Bei aller Begeisterung, das kann die UEFA nicht ernst meinen. Tipp: Stell Dir vor, es ist EM und keiner geht hin.
  © Dominic Lipinski, dpa

L wie Legenden. Davon hat Ungarn eine der größten: Ferenc Puskas (re.), womit wir im Fach Geschichte angekommen sind. „Wunderelf“ nannte man die ungarische Nationalelf Anfang der 1950-er, vor allem wegen eines historischen 6:3-Siegs gegen England in Wembley. Das war zuvor noch keiner Mannschaft vom Kontinent gelungen. Das „Wunder von Bern“ dagegen schaffte nicht Puskas, sondern Rahn und Morlock - was das damalige kommunistische Regime in Budapest so gar nicht witzig fand. Torhüter Gyula Grosics wurde sogar wegen Landesverrats verhaftet, später freigesprochen, aber in einen Provinzverein verbannt. Ferenc Puskas und seine Stürmerkollegen Zoltan Czibor und Sandor Kocsis gingen sicherheitshalber andere Wege, nutzten ein Auswärtsspiel in Spanien zur Flucht und machten bei Real und Barca Karriere. 
 
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L wie Legenden. Davon hat Ungarn eine der größten: Ferenc Puskas (re.), womit wir im Fach Geschichte angekommen sind. „Wunderelf“ nannte man die ungarische Nationalelf Anfang der 1950-er, vor allem wegen eines historischen 6:3-Siegs gegen England in Wembley. Das war zuvor noch keiner Mannschaft vom Kontinent gelungen. Das „Wunder von Bern“ dagegen schaffte nicht Puskas, sondern Rahn und Morlock - was das damalige kommunistische Regime in Budapest so gar nicht witzig fand. Torhüter Gyula Grosics wurde sogar wegen Landesverrats verhaftet, später freigesprochen, aber in einen Provinzverein verbannt. Ferenc Puskas und seine Stürmerkollegen Zoltan Czibor und Sandor Kocsis gingen sicherheitshalber andere Wege, nutzten ein Auswärtsspiel in Spanien zur Flucht und machten bei Real und Barca Karriere. 
  © imago sportfotodienst via www.imago-images.de

L wie Libero. Weil wir schon bei der Historie sind, hier noch ein Begriff aus der Steinzeit des Fußballs. Ein Libero (rechts mit Franz Beckenbauer der bekannteste Libero ever) hatte es gut. Im Gegensatz zu den „Manndeckern“ musste er nicht ständig an einem Stürmer am verschwitzten Trikot kleben, sondern war ein freischwebender Künstler von majestätischer Ausstrahlung, wie sie nur Kaiser oder Lichtgestalten zu entfalten vermochten. Als „letzter Mann“ musste er aushelfen, wenn sein „Vorstopper“ Mist gemacht hatte. Deshalb wurde sein Berufsstand gelegentlich auch despektierlich „Ausputzer“ genannt. Aber Libero klingt natürlich repräsentativer. Letzter deutscher Libero war bei der EM 2000 der damals von Erich Ribbeck reaktivierte Loddarmaddäus, seinerzeit 40 Jahre alt. Danach ist die Gattung des Libero ausgestorben.
 
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L wie Libero. Weil wir schon bei der Historie sind, hier noch ein Begriff aus der Steinzeit des Fußballs. Ein Libero (rechts mit Franz Beckenbauer der bekannteste Libero ever) hatte es gut. Im Gegensatz zu den „Manndeckern“ musste er nicht ständig an einem Stürmer am verschwitzten Trikot kleben, sondern war ein freischwebender Künstler von majestätischer Ausstrahlung, wie sie nur Kaiser oder Lichtgestalten zu entfalten vermochten. Als „letzter Mann“ musste er aushelfen, wenn sein „Vorstopper“ Mist gemacht hatte. Deshalb wurde sein Berufsstand gelegentlich auch despektierlich „Ausputzer“ genannt. Aber Libero klingt natürlich repräsentativer. Letzter deutscher Libero war bei der EM 2000 der damals von Erich Ribbeck reaktivierte Loddarmaddäus, seinerzeit 40 Jahre alt. Danach ist die Gattung des Libero ausgestorben.
  © imago sportfotodienst, NN

L wie Latein. Ja, Freunde, Fußball ist eine Sportart, bei der es wirklich nur die hellsten Köpfe in die nächste Runde schaffen. Mit ihrem Latein am Ende sind dagegen schon mindestens die Türkei (Foto), Russland, Nordmazedonien und Schottland. Als Gruppenletzter ausgeschieden. Und tschüss, schön war’s mit euch. Auch von zwei Gruppendritten werden wir uns verabschieden müssen, darunter mutmaßlich die Finnen. Eishockey können sie halt doch besser. 
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L wie Latein. Ja, Freunde, Fußball ist eine Sportart, bei der es wirklich nur die hellsten Köpfe in die nächste Runde schaffen. Mit ihrem Latein am Ende sind dagegen schon mindestens die Türkei (Foto), Russland, Nordmazedonien und Schottland. Als Gruppenletzter ausgeschieden. Und tschüss, schön war’s mit euch. Auch von zwei Gruppendritten werden wir uns verabschieden müssen, darunter mutmaßlich die Finnen. Eishockey können sie halt doch besser.  © Ozan Kose, dpa

M wie Müller, Gerd. Obwohl erst nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv, „Bomber der Nation“. Traf immer und aus jeder Lage, auch zum 2:1-Sieg von Deutschland im WM-Finale 1974 gegen die Niederlande. Meistens mit links oder rechts erfolgreich. Ab und zu auch mit dem Kopf, dem Bauch, dem Rücken oder dem Popo. Verlor jüngst aber seinen vorletzten Rekord. Robert Lewandowski schoss in einer Bundesliga-Saison 41 Tore, Müller war 1971/72 nur auf 40 gekommen. Letzte Bestmarke: 365 Bundesliga-Tore insgesamt. Leider schwer an Demenz erkrankt.
 
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M wie Müller, Gerd. Obwohl erst nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv, „Bomber der Nation“. Traf immer und aus jeder Lage, auch zum 2:1-Sieg von Deutschland im WM-Finale 1974 gegen die Niederlande. Meistens mit links oder rechts erfolgreich. Ab und zu auch mit dem Kopf, dem Bauch, dem Rücken oder dem Popo. Verlor jüngst aber seinen vorletzten Rekord. Robert Lewandowski schoss in einer Bundesliga-Saison 41 Tore, Müller war 1971/72 nur auf 40 gekommen. Letzte Bestmarke: 365 Bundesliga-Tore insgesamt. Leider schwer an Demenz erkrankt.
  © Karl Schnörrer, NN

M wie Müller, Thomas. Oberbayerischer Raumdeuter und wichtigste Führungsfigur beim FC Bayern. Hat das Talent, immer grad da aufzutauchen, wo man ihn am wenigsten erwartet. Kommandogeber auf dem Platz („Radio Müller“). Überlebte den von Jogi eingeleiteten Umbruch nach der Katastrophen-WM 2018 zunächst nicht. Doch kurz vor der EM wundersame Wiederauferstehung gemeinsam mit seinem alten Kumpel Mats H.
 
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M wie Müller, Thomas. Oberbayerischer Raumdeuter und wichtigste Führungsfigur beim FC Bayern. Hat das Talent, immer grad da aufzutauchen, wo man ihn am wenigsten erwartet. Kommandogeber auf dem Platz („Radio Müller“). Überlebte den von Jogi eingeleiteten Umbruch nach der Katastrophen-WM 2018 zunächst nicht. Doch kurz vor der EM wundersame Wiederauferstehung gemeinsam mit seinem alten Kumpel Mats H.
  © Federico Gambarini, dpa

M wie Müller, Lisa. Ehefrau von Thomas und sehr erfolgreiche Pferdezüchterin und Dressurreiterin. Drückte einmal via Social Media ihr Unverständnis über den damaligen Bayern-Coach Nico Kovac aus, weil der ihren Thomas nicht einwechseln wollte. Wenig später war Kovac bei den Bayern Geschichte. Fußball-Deutschland schüttelte fassungslos den Kopf, doch Radio Müller kommentierte gewohnt lakonisch: „Was soll ich machen, sie liebt mich halt.“
 
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M wie Müller, Lisa. Ehefrau von Thomas und sehr erfolgreiche Pferdezüchterin und Dressurreiterin. Drückte einmal via Social Media ihr Unverständnis über den damaligen Bayern-Coach Nico Kovac aus, weil der ihren Thomas nicht einwechseln wollte. Wenig später war Kovac bei den Bayern Geschichte. Fußball-Deutschland schüttelte fassungslos den Kopf, doch Radio Müller kommentierte gewohnt lakonisch: „Was soll ich machen, sie liebt mich halt.“
  © Screenshot Instagram lisa.mueller.official

M wie Mailand (Bild) oder Madrid. „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien.“ Dieser legendäre Fußballer-Spruch wird dem früheren Nationalspieler Andy Möller, von Loddarmadäus auch Heulsuse genannt, zugeschrieben. Später dementierte Möller, die spanische Hauptstadt jemals dem italienischen Stiefel einverleibt zu haben. Aber es ist halt wie immer bei solchen Lachnummern: Irgendetwas bleibt hängen. Zur Not auch fürs EM-ABC.
 
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M wie Mailand (Bild) oder Madrid. „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien.“ Dieser legendäre Fußballer-Spruch wird dem früheren Nationalspieler Andy Möller, von Loddarmadäus auch Heulsuse genannt, zugeschrieben. Später dementierte Möller, die spanische Hauptstadt jemals dem italienischen Stiefel einverleibt zu haben. Aber es ist halt wie immer bei solchen Lachnummern: Irgendetwas bleibt hängen. Zur Not auch fürs EM-ABC.
  © Roth, Roth

M wie Mbappè, Kylian. Franzose. Freundlicher junger Mann und schnellster Fußballer der Welt. Läuft mit dem Ball am Fuß die 100 Meter in fünfkommanochwas Sekunden, fast doppelt so schnell wie Usain Bolt ohne Ball also. Hat aber bei dieser Paneuropa-Euro trotzdem noch nicht getroffen.
 
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M wie Mbappè, Kylian. Franzose. Freundlicher junger Mann und schnellster Fußballer der Welt. Läuft mit dem Ball am Fuß die 100 Meter in fünfkommanochwas Sekunden, fast doppelt so schnell wie Usain Bolt ohne Ball also. Hat aber bei dieser Paneuropa-Euro trotzdem noch nicht getroffen.
  © FRANCK FIFE, AFP

M wie Morlock, Max. Längst verstorbene Nürnberger Fußballer-Legende, nach der sogar das Stadion benannt ist. Hat im Gegensatz zu Gnabry, Sané und Thomas Müller sogar schon einmal in einem Pflichtspiel gegen Ungarn getroffen. Allerdings nicht am Dienstag beim mühsamen 2:2 im Gruppenspiel der Europameisterschaft, sondern 67 Jahre vorher beim 3:2 im WM-Endspiel 1954. Schoss seinerzeit den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2. Vor 60 Jahren auch Meister mit dem 1. FC Nürnberg, gemeinsam unter anderem mit unserem Mit-Tipper Heini Müller.
 
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M wie Morlock, Max. Längst verstorbene Nürnberger Fußballer-Legende, nach der sogar das Stadion benannt ist. Hat im Gegensatz zu Gnabry, Sané und Thomas Müller sogar schon einmal in einem Pflichtspiel gegen Ungarn getroffen. Allerdings nicht am Dienstag beim mühsamen 2:2 im Gruppenspiel der Europameisterschaft, sondern 67 Jahre vorher beim 3:2 im WM-Endspiel 1954. Schoss seinerzeit den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2. Vor 60 Jahren auch Meister mit dem 1. FC Nürnberg, gemeinsam unter anderem mit unserem Mit-Tipper Heini Müller.
  © arc-curr-20110712-142023-0002.jpg, NN

N wie Nullnull. Fußball ohne Tore ist wie ein Fisch ohne Wasser, wie eine Blume ohne Blüte, eine deutsche Nationalmannschaft ohne Jogi Löw oder ein Kaiser ohne Vorstopper namens Kastsche. Also eigentlich unvorstellbar. Trotzdem gibt es dieses unwürdige Gegurke abseits der Strafräume immer wieder, in der laufenden EM fehlte in zwei der 36 Vorrundenspielen das Salz in der Suppe: beim Nullnull von Spanien gegen Schweden und beim Nullnull von England gegen die Bravehearts. In der K.o.-Runde ist das nicht mehr möglich. Denn dann gäbe es zum Ende der Nullnummer wenigstens noch: das Elfmeterschießen (im Bild pariert Torhüter Bodo Illgner im WM-Halbfinale 1990 in Turin den vom englischen Abwehrspieler Stuart Pearce getretenen Elfmeter).
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N wie Nullnull. Fußball ohne Tore ist wie ein Fisch ohne Wasser, wie eine Blume ohne Blüte, eine deutsche Nationalmannschaft ohne Jogi Löw oder ein Kaiser ohne Vorstopper namens Kastsche. Also eigentlich unvorstellbar. Trotzdem gibt es dieses unwürdige Gegurke abseits der Strafräume immer wieder, in der laufenden EM fehlte in zwei der 36 Vorrundenspielen das Salz in der Suppe: beim Nullnull von Spanien gegen Schweden und beim Nullnull von England gegen die Bravehearts. In der K.o.-Runde ist das nicht mehr möglich. Denn dann gäbe es zum Ende der Nullnummer wenigstens noch: das Elfmeterschießen (im Bild pariert Torhüter Bodo Illgner im WM-Halbfinale 1990 in Turin den vom englischen Abwehrspieler Stuart Pearce getretenen Elfmeter). © Frank Leonhardt, dpa

N wie Niederlande. Spielt, anders als die Maurermeister der Branche, praktisch niemals nullnull. Würde im Halbfinale unser Gegner sein, wenn 1: Oranje den Tschechen im Achtelfinale den Todesstoß versetzt und 2. im Viertelfinale Wales oder Dänemark ausschaltet und 3. Deutschland am Dienstag die Hürde England in Wembley nimmt und 4. danach noch die Schweden oder die Ukrainer zu Knäckebrot verarbeitet. Also: Ganz schön viele Wenns. Aber wenn’s denn wirklich so kommen sollte, dann wär’s fast wie 1988. EM-Halbfinale Deutschland gegen die Niederlande. Marco van Basten wird geschickt, Eisenfuß Jürgen Kohler grätscht ins Leere, 2:1. Deutschland draußen, Niederlande im Finale (und später Europameister). Dafür haben wir bei Weltmeisterschaften die Nase vorn: 1974 ein 2:1 im Finale und 1990 ein 2:1 im Achtelfinale. Jenes Spiel, in dem sich der holländische Stürmer Frank Rijkaard nach einer Spuck-Attacke gegen „Tante Käthe“ Völler einen Spitznamen für die Ewigkeit verdient hat: Lama.
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N wie Niederlande. Spielt, anders als die Maurermeister der Branche, praktisch niemals nullnull. Würde im Halbfinale unser Gegner sein, wenn 1: Oranje den Tschechen im Achtelfinale den Todesstoß versetzt und 2. im Viertelfinale Wales oder Dänemark ausschaltet und 3. Deutschland am Dienstag die Hürde England in Wembley nimmt und 4. danach noch die Schweden oder die Ukrainer zu Knäckebrot verarbeitet. Also: Ganz schön viele Wenns. Aber wenn’s denn wirklich so kommen sollte, dann wär’s fast wie 1988. EM-Halbfinale Deutschland gegen die Niederlande. Marco van Basten wird geschickt, Eisenfuß Jürgen Kohler grätscht ins Leere, 2:1. Deutschland draußen, Niederlande im Finale (und später Europameister). Dafür haben wir bei Weltmeisterschaften die Nase vorn: 1974 ein 2:1 im Finale und 1990 ein 2:1 im Achtelfinale. Jenes Spiel, in dem sich der holländische Stürmer Frank Rijkaard nach einer Spuck-Attacke gegen „Tante Käthe“ Völler einen Spitznamen für die Ewigkeit verdient hat: Lama. © Robert Michael, dpa

N wie Nati. So nennen die Schweizer ihre Nationalmannschaft. Die Eidgenossen haben es trotz nicht berauschender Leistungen ins Achtelfinale geschafft. Müssen jetzt aber gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich ran. Die Schweiz wäre eigentlich unser Gegner gewesen, wenn Sanè kurz vor Schluss gegen die platten Ungarn nach einem Sprint auf der rechten Seite alleine vor Torhüter ... ach, lassen wir das. Wembley ist doch auch schön.
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N wie Nati. So nennen die Schweizer ihre Nationalmannschaft. Die Eidgenossen haben es trotz nicht berauschender Leistungen ins Achtelfinale geschafft. Müssen jetzt aber gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich ran. Die Schweiz wäre eigentlich unser Gegner gewesen, wenn Sanè kurz vor Schluss gegen die platten Ungarn nach einem Sprint auf der rechten Seite alleine vor Torhüter ... ach, lassen wir das. Wembley ist doch auch schön. © Jean-Christophe Bott, dpa

N wie Nichtangriffspakt. Auch bekannt geworden als die „Schande von Gijon“. Schlimmstes deutsches (und österreichisches) Verbrechen am internationalen Fußball. Im letzten Vorrundenspiel der Fußball-WM 1982 (unser Bild zeigt die harte Attacke von Toni Schumacher an Patrick Battiston im Halbfinale gegen die Franzosen - bis heute als
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N wie Nichtangriffspakt. Auch bekannt geworden als die „Schande von Gijon“. Schlimmstes deutsches (und österreichisches) Verbrechen am internationalen Fußball. Im letzten Vorrundenspiel der Fußball-WM 1982 (unser Bild zeigt die harte Attacke von Toni Schumacher an Patrick Battiston im Halbfinale gegen die Franzosen - bis heute als "Thriller von Sevilla" bekannt) musste Deutschland gegen die bis dato ungeschlagenen Österreicher gewinnen, Österreich wiederum reichte eine knappe Niederlage. Dann würden beide Teams die nächste Runde erreichen und das zuvor zweimal siegreiche Algerien (unter anderem ein 2:1 gegen Deutschland) noch aus dem Wettbewerb kegeln. Nach Hrubeschs 1:0 in der elften Minute war für beide Teams das Ergebnis perfekt. Sie stellten das Spiel einfach ein und schoben sich nur noch den Ball hin und her. Unerträglich. Schmerzt noch heute beim Nachschauen. In der zweiten Hälfte trat der deutsche Kommentator Eberhard Stanjek aus Protest in den Streik. Die Lehren aus diesem Eklat: Seitdem werden bei großen Turnieren die letzten Gruppenspiele in einer Gruppe immer zeitgleich angepfiffen. © Foto: dpa

O wie Orban, Viktor. Hierzulande nicht ganz so gut gelittener ungarischer Staatschef. Würde, wenn es eine Mannschaft der EU-Regierungschefs gäbe, einen klassischen Rechtsaußen geben. Interessiert sich sehr für Fußball, blieb aber dem abschließenden Gruppenspiel seiner Ungarn gegen Deutschland in München trotzdem fern. Hatte wahrscheinlich Angst vor einem in Regenbogenfarben beleuchteten Stadion. Das aber ein guter Kumpel von Orban, der ungarische UEFA-Vizepräsident Sandor Barcs, gerade noch verhindern konnte.
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O wie Orban, Viktor. Hierzulande nicht ganz so gut gelittener ungarischer Staatschef. Würde, wenn es eine Mannschaft der EU-Regierungschefs gäbe, einen klassischen Rechtsaußen geben. Interessiert sich sehr für Fußball, blieb aber dem abschließenden Gruppenspiel seiner Ungarn gegen Deutschland in München trotzdem fern. Hatte wahrscheinlich Angst vor einem in Regenbogenfarben beleuchteten Stadion. Das aber ein guter Kumpel von Orban, der ungarische UEFA-Vizepräsident Sandor Barcs, gerade noch verhindern konnte. © Matthias Balk, epd

O wie Orban, Willi. Hierzulande sehr gut gelittener ungarischer Nationalspieler (links im Bild). Nicht verwandt und verschwägert mit dem ungarischen Regierungschef. War am Dienstag in München dabei, hatte keine Angst vor einem möglichen regenbogenfarben erleuchteten Stadion. Angestellt beim sportlichen Brausehersteller RasenBallsport Leipzig. Dort lebendes Inventar. Stand mit seinen Ungarn kurz davor, Deutschland den Vorrunden-K.o. zu verpassen. Geboren übrigens, und jetzt alle Fritz-Walter-Fans aufgemerkt, in Kaiserslautern. Bevor er zu Willi wurde, wurde er auf den Namen Vilmos Tamas getauft.
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O wie Orban, Willi. Hierzulande sehr gut gelittener ungarischer Nationalspieler (links im Bild). Nicht verwandt und verschwägert mit dem ungarischen Regierungschef. War am Dienstag in München dabei, hatte keine Angst vor einem möglichen regenbogenfarben erleuchteten Stadion. Angestellt beim sportlichen Brausehersteller RasenBallsport Leipzig. Dort lebendes Inventar. Stand mit seinen Ungarn kurz davor, Deutschland den Vorrunden-K.o. zu verpassen. Geboren übrigens, und jetzt alle Fritz-Walter-Fans aufgemerkt, in Kaiserslautern. Bevor er zu Willi wurde, wurde er auf den Namen Vilmos Tamas getauft. © CHRISTOF STACHE, AFP

O wie Oranje. Dritte mögliche Bezeichnung der Fußball-Nationalmannschaft unserer Nachbarn. Nach „Die Holländer“ und „Die Niederländer“. Oranje bezeichnet im niederländischen die Farbe Orange. Tatsächlich spielt Oranje auch bei Heimspielen immer in dieser Farbe. Und warum „Oranje“? Der Name bezieht sich auf das Haus von Oranien-Nassau, also auf die niederländische Königsfamilie. Der Geschichte nach kommen die Oranier ursprünglich aus einer kleinen Stadt in Frankreich, die den Namen Orange trug. Die aus Frankreich stammenden Oranier herrschten auch in den Niederlanden über viele Provinzen. So wie die holländische Fußball-Nationalmannschaft in Vorrundengruppe C über die Ukraine (3:2), Österreich (2:0) und Nordmazedonien (3:0) geherrscht hat.
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O wie Oranje. Dritte mögliche Bezeichnung der Fußball-Nationalmannschaft unserer Nachbarn. Nach „Die Holländer“ und „Die Niederländer“. Oranje bezeichnet im niederländischen die Farbe Orange. Tatsächlich spielt Oranje auch bei Heimspielen immer in dieser Farbe. Und warum „Oranje“? Der Name bezieht sich auf das Haus von Oranien-Nassau, also auf die niederländische Königsfamilie. Der Geschichte nach kommen die Oranier ursprünglich aus einer kleinen Stadt in Frankreich, die den Namen Orange trug. Die aus Frankreich stammenden Oranier herrschten auch in den Niederlanden über viele Provinzen. So wie die holländische Fußball-Nationalmannschaft in Vorrundengruppe C über die Ukraine (3:2), Österreich (2:0) und Nordmazedonien (3:0) geherrscht hat. © via www.imago-images.de, imago images/Manngold

O wie OMG („Oh my God“). Millionenfacher Ausruf vor deutschen Fernsehern während des letzten Vorrundenspiels von Jogis Jungs am Mittwochabend gegen die Ungarn in der 67. Minute, als die Magyaren wenige Sekunden nach dem 1:1 von Kai Havertz gleich wieder das 2:1 durch Schäfer erzielten. Abgelöst durch den Aufschrei „Leon, Du bist ein Fußballgott“, als der eingewechselte Goretzka (links) in der 84. Minute ganz trocken das 2:2 machte.
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O wie OMG („Oh my God“). Millionenfacher Ausruf vor deutschen Fernsehern während des letzten Vorrundenspiels von Jogis Jungs am Mittwochabend gegen die Ungarn in der 67. Minute, als die Magyaren wenige Sekunden nach dem 1:1 von Kai Havertz gleich wieder das 2:1 durch Schäfer erzielten. Abgelöst durch den Aufschrei „Leon, Du bist ein Fußballgott“, als der eingewechselte Goretzka (links) in der 84. Minute ganz trocken das 2:2 machte. © Lukas Barth, dpa

O wie
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O wie "Oh, wie ist das schön!": Traditioneller deutscher Fangesang als Ausdruck extatischer Verzückung. Bisher bei der EM leider nur als Zwischeneinlage gegen Portugal zum Einsatz gekommen. Wird wohl auch in Wembley bestenfalls leise zu vernehmen sein. Sehr viele deutsche Fans dürften es kaum werden, die sich ins Themse-Delta wagen und den Tests und der Quarantäne trotzen. Aber wir werden einen der wenigen davon auftreiben. Versprochen. © Tobias Hase, dpa

O wie Olmo, Dani. Eines jener jungen spanischen Talente, die gefälligst die neuen Iniestas und Xavis werden sollen. Nicht ganz einfach, ständig mit Göttern verglichen zu werden, selbst wenn es nur Fußball-Götter sind. Bisher war der Auftritt bei der EM noch eher irdisch. Vielleicht aber klappt es ja heute Abend gegen Kroatien, und sie kommen dem Olymp einen Schritt näher. Andernfalls macht ihnen die iberische Boulevardpresse die Rückkehr zur Hölle. Wenn das keine Motivation ist. Aber: Olmo kann ja zur Not bei seinem Arbeitgeber RasenBallsport Leipzig Unterschlupf finden.
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O wie Olmo, Dani. Eines jener jungen spanischen Talente, die gefälligst die neuen Iniestas und Xavis werden sollen. Nicht ganz einfach, ständig mit Göttern verglichen zu werden, selbst wenn es nur Fußball-Götter sind. Bisher war der Auftritt bei der EM noch eher irdisch. Vielleicht aber klappt es ja heute Abend gegen Kroatien, und sie kommen dem Olymp einen Schritt näher. Andernfalls macht ihnen die iberische Boulevardpresse die Rückkehr zur Hölle. Wenn das keine Motivation ist. Aber: Olmo kann ja zur Not bei seinem Arbeitgeber RasenBallsport Leipzig Unterschlupf finden. © Miguel Morenatti, dpa

O wie O’Shaughnessy, Daniel. Ein Name wie feinster, 30 Jahre im hölzernen Sherryfass gereifter irischer Whiskey und schon deshalb sympathisch. Stammt allerdings überhaupt nicht von der Grünen Insel, deren Kicker bekanntlich gar nicht dabei sein durften. Ja noch nicht einmal aus Schottland oder England. Nein, Daniel O’Shaughnessy (links) ist Finne und inzwischen schon wieder daheim in Helsinki. Kann sich in Ruhe die Spiele anschauen, die sein Team leider verpasst hat. Und sich vielleicht mit einem Glas Whiskey trösten.
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O wie O’Shaughnessy, Daniel. Ein Name wie feinster, 30 Jahre im hölzernen Sherryfass gereifter irischer Whiskey und schon deshalb sympathisch. Stammt allerdings überhaupt nicht von der Grünen Insel, deren Kicker bekanntlich gar nicht dabei sein durften. Ja noch nicht einmal aus Schottland oder England. Nein, Daniel O’Shaughnessy (links) ist Finne und inzwischen schon wieder daheim in Helsinki. Kann sich in Ruhe die Spiele anschauen, die sein Team leider verpasst hat. Und sich vielleicht mit einem Glas Whiskey trösten. © Igor Russak, dpa

O wie Odonkor, David. Einen wie ihn bräuchten wir jetzt. Einen, der reinkommt und keine netten kleine Impulse setzt, sondern einen O wie Orkan entfacht. WM 2006, Deutschland gegen Polen. Es geht um den Einzug ins Achtelfinale. David Odonkor kommt, schaut und flankt - präzise auf O wie Oliver Neuville, der das entscheidende 1:0 macht. Mit der großen Karriere ist es für Odonkor leider dennoch nichts geworden. Aber dieses Spiel seines Lebens hat das Sommermärchen erst möglich gemacht. Wer ist der Odonkor 2021?
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O wie Odonkor, David. Einen wie ihn bräuchten wir jetzt. Einen, der reinkommt und keine netten kleine Impulse setzt, sondern einen O wie Orkan entfacht. WM 2006, Deutschland gegen Polen. Es geht um den Einzug ins Achtelfinale. David Odonkor kommt, schaut und flankt - präzise auf O wie Oliver Neuville, der das entscheidende 1:0 macht. Mit der großen Karriere ist es für Odonkor leider dennoch nichts geworden. Aber dieses Spiel seines Lebens hat das Sommermärchen erst möglich gemacht. Wer ist der Odonkor 2021? © Daniel Reinhardt, dpa

O wie Original. Im Fußball gerne verwendeter Begriff für Einzigartigkeit. Unter Jogis Jungs finden sich nicht mehr viele Originale. Der Müller mit seinen dünnen Haxen und seinen lakonischen Kommentaren vielleicht (unser Bild). Der Gosens aufgrund seines ungewöhnlichen Werdegangs. Aber ansonsten? Wirkt alles ein bisschen glatt geschliffen und geklont in den schönen DFB-Fußball-Akademien. Ein Verwandter des Originals ist übrigens der Straßenfußballer. Das sind Leute, zu denen man früher Litti oder Icke sagte.
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O wie Original. Im Fußball gerne verwendeter Begriff für Einzigartigkeit. Unter Jogis Jungs finden sich nicht mehr viele Originale. Der Müller mit seinen dünnen Haxen und seinen lakonischen Kommentaren vielleicht (unser Bild). Der Gosens aufgrund seines ungewöhnlichen Werdegangs. Aber ansonsten? Wirkt alles ein bisschen glatt geschliffen und geklont in den schönen DFB-Fußball-Akademien. Ein Verwandter des Originals ist übrigens der Straßenfußballer. Das sind Leute, zu denen man früher Litti oder Icke sagte. © Federico Gambarini, dpa

O wie omnipräsent. Ein Fußballer, der in Personalunion rechter Verteidiger, linker Verteidiger, Ballschlepper, Zehner und Vollstrecker ist. Der jeden Grashalm im Stadion während der 90 Minuten persönlich begrüßt. Der sich für nichts zu schade ist und alleine mit seiner Anwesenheit die Mannschaftskameraden mitreißt. Das Gegenteil also von Leroy Sané (links).
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O wie omnipräsent. Ein Fußballer, der in Personalunion rechter Verteidiger, linker Verteidiger, Ballschlepper, Zehner und Vollstrecker ist. Der jeden Grashalm im Stadion während der 90 Minuten persönlich begrüßt. Der sich für nichts zu schade ist und alleine mit seiner Anwesenheit die Mannschaftskameraden mitreißt. Das Gegenteil also von Leroy Sané (links). © ALEXANDER HASSENSTEIN, AFP

P wie Polen. Exklusives Mitglied des 24 Nationen zählenden Endrundenturniers der Fußball-Europameisterschaft. Obwohl mit einem aktuellen Weltfußballer bestückt (Robert Lewandowski) schon in der Vorrunde ausgeschieden. Respektables 1:1 gegen Spanien, aber leider Niederlagen gegen die Slowakei und gegen Schweden.
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P wie Polen. Exklusives Mitglied des 24 Nationen zählenden Endrundenturniers der Fußball-Europameisterschaft. Obwohl mit einem aktuellen Weltfußballer bestückt (Robert Lewandowski) schon in der Vorrunde ausgeschieden. Respektables 1:1 gegen Spanien, aber leider Niederlagen gegen die Slowakei und gegen Schweden. © Kirill Kudryavtsev, dpa

P wie Portugal. Exklusives Mitglied des 24 Nationen zählenden Endrundenturniers der Fußball-Europameisterschaft. Obwohl mit einem fünffachen Weltfußballer bestückt (Cristiano Ronaldo, Bild) Aus im Achtelfinale gegen Belgien. Amtiert damit noch genau bis zum 11. Juli als „Europameister“. Titelverteidigung ausgeschlossen. Damit kein Nachfolger von Spanien (Sieger zweimal in Folge 2008 und 2012).
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P wie Portugal. Exklusives Mitglied des 24 Nationen zählenden Endrundenturniers der Fußball-Europameisterschaft. Obwohl mit einem fünffachen Weltfußballer bestückt (Cristiano Ronaldo, Bild) Aus im Achtelfinale gegen Belgien. Amtiert damit noch genau bis zum 11. Juli als „Europameister“. Titelverteidigung ausgeschlossen. Damit kein Nachfolger von Spanien (Sieger zweimal in Folge 2008 und 2012). © Thanassis Stavrakis, dpa

P wie Paneuropäische Europameisterschaft. Eine schöne Erfindung der UEFA nach der Europameisterschaft 2012, die gemeinsam von Polen und der Ukraine ausgerichtet worden war. Weil das so gut geklappt hatte (wie schon 2000 mit Belgien/Niederlande und 2008 mit Österreich/Schweiz) kamen die Herren des Balles auf die Idee, eine Euro quer über den ganzen Kontinent (plus ein Stück Vorderasien) austragen zu lassen. Blöderweise kam ein anderes „Pan“, nämlich eine Pandemie, dazwischen. Deshalb schaut man ein wenig bangen Blickes auf den in diesen Wochen einsetzenden Fußball-Tourismus.
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P wie Paneuropäische Europameisterschaft. Eine schöne Erfindung der UEFA nach der Europameisterschaft 2012, die gemeinsam von Polen und der Ukraine ausgerichtet worden war. Weil das so gut geklappt hatte (wie schon 2000 mit Belgien/Niederlande und 2008 mit Österreich/Schweiz) kamen die Herren des Balles auf die Idee, eine Euro quer über den ganzen Kontinent (plus ein Stück Vorderasien) austragen zu lassen. Blöderweise kam ein anderes „Pan“, nämlich eine Pandemie, dazwischen. Deshalb schaut man ein wenig bangen Blickes auf den in diesen Wochen einsetzenden Fußball-Tourismus. © María José López, dpa

P wie Parade. Im eigentlichen Wortsinn ein Vorbeimarsch, eine Defilee. Bekannteste wiederkehrende Paraden sind die der russischen Streitkräfte. Putin lässt alljährlich in Erinnerung an den Sieg über Nazi-Deutschland Soldaten und militärisches Material über den Roten Platz in Moskau ziehen. Im Fußball ist mit Parade dagegen eine erfolgreiche Abwehraktion des Torhüters gemeint. Parade ist dabei die Steigerungsform von „Ball halten“. Die Steigerung von „Parade“ ist die „spektakuläre Parade“, die Steigerung von „spektakulärer Parade“ ist der „Reflex“. Die Steigerung von „Reflex“ ist der „unglaubliche Reflex“ und die Steigerung des „unglaublichen Reflexes“ ist der begeisternde Ausruf des Radioreporters Herbert Zimmermann beim WM-Finale 1954 zwischen Ungarn und Deutschland im Berner Wankdorf-Stadion: „Toni, du bis ein Teufelskerl, Turek, du bist ein Fußballgott“. Einen solchen Teufelskerl und Fußballgott benötigen wir heute in Wembley. Dein Auftritt, Manu (Manuel Neuer, links im Bild)!
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P wie Parade. Im eigentlichen Wortsinn ein Vorbeimarsch, eine Defilee. Bekannteste wiederkehrende Paraden sind die der russischen Streitkräfte. Putin lässt alljährlich in Erinnerung an den Sieg über Nazi-Deutschland Soldaten und militärisches Material über den Roten Platz in Moskau ziehen. Im Fußball ist mit Parade dagegen eine erfolgreiche Abwehraktion des Torhüters gemeint. Parade ist dabei die Steigerungsform von „Ball halten“. Die Steigerung von „Parade“ ist die „spektakuläre Parade“, die Steigerung von „spektakulärer Parade“ ist der „Reflex“. Die Steigerung von „Reflex“ ist der „unglaubliche Reflex“ und die Steigerung des „unglaublichen Reflexes“ ist der begeisternde Ausruf des Radioreporters Herbert Zimmermann beim WM-Finale 1954 zwischen Ungarn und Deutschland im Berner Wankdorf-Stadion: „Toni, du bis ein Teufelskerl, Turek, du bist ein Fußballgott“. Einen solchen Teufelskerl und Fußballgott benötigen wir heute in Wembley. Dein Auftritt, Manu (Manuel Neuer, links im Bild)! © Federico Gambarini, dpa

P wie Pekhart, Tomas. Tschechischer Viertelfinalist mit fränkischer Vergangenheit (im Bild beim WM-Qualifikationsspiel im März gegen Estland). Ist mit inzwischen 32 Jahren beim polnischen Erstligisten Legia Warschau unter Vertrag und bei der Europameisterschaft nur Ergänzungsspieler mit nur wenigen Einsatzminuten. Kickte aber von 2011 bis 2014 für den größten aller Vereine, den 1. FC Nürnberg. Kam beim sensationellen 2:0 der Tschechen über die hochfavorisierten Niederländer am frühen Sonntagabend nicht zum Einsatz. Nach dem entscheidenden 2:0 durch Patrik Schick schwenkte die Kamera aber über den jubelnden tschechischen Block. Für den Bruchteil einer Sekunde war dabei ein Fan zu sehen, der noch Pekharts altes weinrotes Club-Trikot mit der Rückennummer „9“ trug. Respekt!
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P wie Pekhart, Tomas. Tschechischer Viertelfinalist mit fränkischer Vergangenheit (im Bild beim WM-Qualifikationsspiel im März gegen Estland). Ist mit inzwischen 32 Jahren beim polnischen Erstligisten Legia Warschau unter Vertrag und bei der Europameisterschaft nur Ergänzungsspieler mit nur wenigen Einsatzminuten. Kickte aber von 2011 bis 2014 für den größten aller Vereine, den 1. FC Nürnberg. Kam beim sensationellen 2:0 der Tschechen über die hochfavorisierten Niederländer am frühen Sonntagabend nicht zum Einsatz. Nach dem entscheidenden 2:0 durch Patrik Schick schwenkte die Kamera aber über den jubelnden tschechischen Block. Für den Bruchteil einer Sekunde war dabei ein Fan zu sehen, der noch Pekharts altes weinrotes Club-Trikot mit der Rückennummer „9“ trug. Respekt! © PRZEMEK GABKA via www.imago-images.de

Q wie Querpass-Toni. Spitzname von Deutschlands Mittelfeld-Chefstratege Toni Kroos. Spielt zwar bei Real Madrid und zuvor lange Zeit bei Bayern München, ist Weltmeister (2014) und mehrfacher Champions-League-Sieger. Muss aber immer mit dem Fan-Vorurteil leben, dass er nie den Risiko-Pass spielt, sondern das Spielgerät lieber schnöde an den nächstbesten Mitspieler weiterreicht. [AUTOR_A_ENDE][/AUTOR_A_ENDE]
 
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Q wie Querpass-Toni. Spitzname von Deutschlands Mittelfeld-Chefstratege Toni Kroos. Spielt zwar bei Real Madrid und zuvor lange Zeit bei Bayern München, ist Weltmeister (2014) und mehrfacher Champions-League-Sieger. Muss aber immer mit dem Fan-Vorurteil leben, dass er nie den Risiko-Pass spielt, sondern das Spielgerät lieber schnöde an den nächstbesten Mitspieler weiterreicht. [AUTOR_A_ENDE][/AUTOR_A_ENDE]
  © FRANCISCO LEONG, NN

Q wie Quartier. Elementarer Baustein für den Erfolg einer jeden deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die Edelkicker waren schon in wahren Wohlfühl-Oasen untergebracht wie dem Campo Bahia, was selbstverständlich zum WM-Triumph 2014 in Brasilien geführt hat. Vier Jahre später ließ sich Delegationsleiter Oliver Bierhoff von dem exotisch klingenden Namen Vatutinki blenden. Statt einen Südseestrand fanden Jogis Jungs ein abgelegenes Birkenwäldchen im russischen Nirgendwo vor. Die Folge: Die Männer mit dem Adler auf der Brust entwickelten einen Lagerkoller, der nur mit der zeitigen Abreise nach der Vorrunde behoben werden konnte. Jetzt, zur Euro-WM, logieren unsere Hoffnungsträger in: Herzogenaurach, auf dem Homeground von Langzeit-Ausrüster Adidas. Hat man Oliver Bierhoff schon gewarnt, dass die Chance relativ klein ist, auf einen echten Herzog zu treffen?
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Q wie Quartier. Elementarer Baustein für den Erfolg einer jeden deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die Edelkicker waren schon in wahren Wohlfühl-Oasen untergebracht wie dem Campo Bahia, was selbstverständlich zum WM-Triumph 2014 in Brasilien geführt hat. Vier Jahre später ließ sich Delegationsleiter Oliver Bierhoff von dem exotisch klingenden Namen Vatutinki blenden. Statt einen Südseestrand fanden Jogis Jungs ein abgelegenes Birkenwäldchen im russischen Nirgendwo vor. Die Folge: Die Männer mit dem Adler auf der Brust entwickelten einen Lagerkoller, der nur mit der zeitigen Abreise nach der Vorrunde behoben werden konnte. Jetzt, zur Euro-WM, logieren unsere Hoffnungsträger in: Herzogenaurach, auf dem Homeground von Langzeit-Ausrüster Adidas. Hat man Oliver Bierhoff schon gewarnt, dass die Chance relativ klein ist, auf einen echten Herzog zu treffen? © Federico Gambarini, dpa

R wie Raheem Sterling. Matchwinner und Spielverderber in Personalunion. Je nachdem, von welcher Seite des Kanals man es betrachtet. Brachte mit seinem 1:0 England auf die Siegerstraße und schubste Jogi in die Rente. Zuerst machen sich diese Engländer mit ihrem Brexit auf und davon, aber Europameister wollen sie werden. Ist das Fairplay? 
 
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R wie Raheem Sterling. Matchwinner und Spielverderber in Personalunion. Je nachdem, von welcher Seite des Kanals man es betrachtet. Brachte mit seinem 1:0 England auf die Siegerstraße und schubste Jogi in die Rente. Zuerst machen sich diese Engländer mit ihrem Brexit auf und davon, aber Europameister wollen sie werden. Ist das Fairplay? 
  © JOHN SIBLEY, AFP

R wie Riesenchance. Manchmal verdichtet sich ein Fußballspiel auf eine einzige Szene. Robben im WM-Finale gegen Spanien, jetzt Müller gegen England. Alleine vor dem Tor! In 1000 von 100 Fällen versenken sie das Ding. Und dann, wenn es drauf ankommt: Chance oder Schicksal? Schicksal! Die Szene wird Thomas Müller nachhängen wie Uli Hoeneß der Elfmeter anno 76 in Belgrad. 
 
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R wie Riesenchance. Manchmal verdichtet sich ein Fußballspiel auf eine einzige Szene. Robben im WM-Finale gegen Spanien, jetzt Müller gegen England. Alleine vor dem Tor! In 1000 von 100 Fällen versenken sie das Ding. Und dann, wenn es drauf ankommt: Chance oder Schicksal? Schicksal! Die Szene wird Thomas Müller nachhängen wie Uli Hoeneß der Elfmeter anno 76 in Belgrad. 
  © Christian Charisius, dpa

R wie Ricardo Rodriguez. Einziger Versager unter vielen Schweizer Helden und gerade deshalb unser neuer Lieblingsspieler. Erstens, weil er den Mut hatte, in dieser historischen Situation zum Elfer gegen den übermächtigen Weltmeister aus Frankreich überhaupt anzutreten. Zweitens, weil er mit seinem Fehlschuss dieses einzigartige Fußballmärchen erst möglich gemacht hat. Schusstechnisch ungenügend, dramaturgisch brillant. Weiter so!
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R wie Ricardo Rodriguez. Einziger Versager unter vielen Schweizer Helden und gerade deshalb unser neuer Lieblingsspieler. Erstens, weil er den Mut hatte, in dieser historischen Situation zum Elfer gegen den übermächtigen Weltmeister aus Frankreich überhaupt anzutreten. Zweitens, weil er mit seinem Fehlschuss dieses einzigartige Fußballmärchen erst möglich gemacht hat. Schusstechnisch ungenügend, dramaturgisch brillant. Weiter so! © Marko Djurica, dpa

S wie Sané, Leroy. Einer der Hochbegabten der deutschen Equipe. Kam aber im jetzt beendeten Jogi-System leider überhaupt nicht zurecht. Wusste gar nicht, wohin er auf dem Platz laufen sollte. Verteidigte darüber hinaus eher amateurhaft. Trotzdem einer unserer deutschen Lieblinge. Sieht halt gut aus und ist der Sohn von Club-Legende Souleymane Sané. Der spielte von 1988 bis 1990 beim Ruhmreichen und traf unter anderem beim 2:1-Sieg im UEFA-Cup in Rom. War mit seinen mächtigen Oberschenkeln damals schon auf 100 Meter zwei Sekunden schneller als Usain Bolt 20 Jahre später bei seinem Weltrekord. Manchmal leider aber auch schneller als der eigene Ball. Deshalb zwar Legende, aber niemals Superstar. Wurde in vielen Stadien oft rassistisch beleidigt, war aber selbst auf dem Platz kein Kind von Traurigkeit. Übelste Tat: Trennte einmal einem Torhüter bei einem Brutalo-Foul fast das Ohr ab. Sein Sohn Leroy ist genauso schnell, aber technisch noch beschlagener. Und bekommt mit Hansi Flick demnächst einen neuen Nationaltrainer, der wenigstens seinen Namen richtig aussprechen kann: Sané statt Sahne.
 
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S wie Sané, Leroy. Einer der Hochbegabten der deutschen Equipe. Kam aber im jetzt beendeten Jogi-System leider überhaupt nicht zurecht. Wusste gar nicht, wohin er auf dem Platz laufen sollte. Verteidigte darüber hinaus eher amateurhaft. Trotzdem einer unserer deutschen Lieblinge. Sieht halt gut aus und ist der Sohn von Club-Legende Souleymane Sané. Der spielte von 1988 bis 1990 beim Ruhmreichen und traf unter anderem beim 2:1-Sieg im UEFA-Cup in Rom. War mit seinen mächtigen Oberschenkeln damals schon auf 100 Meter zwei Sekunden schneller als Usain Bolt 20 Jahre später bei seinem Weltrekord. Manchmal leider aber auch schneller als der eigene Ball. Deshalb zwar Legende, aber niemals Superstar. Wurde in vielen Stadien oft rassistisch beleidigt, war aber selbst auf dem Platz kein Kind von Traurigkeit. Übelste Tat: Trennte einmal einem Torhüter bei einem Brutalo-Foul fast das Ohr ab. Sein Sohn Leroy ist genauso schnell, aber technisch noch beschlagener. Und bekommt mit Hansi Flick demnächst einen neuen Nationaltrainer, der wenigstens seinen Namen richtig aussprechen kann: Sané statt Sahne.
  © Christian Charisius, dpa

S wie Sorg, Markus. Unbekanntester Co-Trainer aller Zeiten einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Holt wahrscheinlich die Wasserflaschen aus dem Homeground-Keller und stellt auf dem Platz die Hütchen auf. Noch blasser als ein gewisser Ulrich „Uli“ Stielike, dem „Assi“ von Kurzzeit-Nationaltrainer Erich Ribbeck. Stielike tauchte zwar auch selten irgendwo auf, kam aber wenigstens zweimal zu 15 Minuten Ruhm: als Spieler mit einem verschossenen Elfmeter im WM-Halbfinale gegen Frankreich 1982 (Toni Schumacher und Horst Hrubesch reparierten es wieder). Und mit einem besonderen Sinn für Mode: schockte die Welt bei seiner Vorstellung beim DFB im Jahr 1998 mit einem „Sakko des Grauens“.
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S wie Sorg, Markus. Unbekanntester Co-Trainer aller Zeiten einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Holt wahrscheinlich die Wasserflaschen aus dem Homeground-Keller und stellt auf dem Platz die Hütchen auf. Noch blasser als ein gewisser Ulrich „Uli“ Stielike, dem „Assi“ von Kurzzeit-Nationaltrainer Erich Ribbeck. Stielike tauchte zwar auch selten irgendwo auf, kam aber wenigstens zweimal zu 15 Minuten Ruhm: als Spieler mit einem verschossenen Elfmeter im WM-Halbfinale gegen Frankreich 1982 (Toni Schumacher und Horst Hrubesch reparierten es wieder). Und mit einem besonderen Sinn für Mode: schockte die Welt bei seiner Vorstellung beim DFB im Jahr 1998 mit einem „Sakko des Grauens“. © Federico Gambarini, dpa

S wie Schweinsteiger, Bastian. Ein „Ex“ und damit prädestiniert für einen Expertenjob. Durfte live bei Jogis Finale in Wembley dabei sein. Und muss dank Akkreditierung danach nicht mal in Quarantäne. Moderierte an der Seite von Jessy Wellmer so wie Deutschland spielte. Eher so mittelprächtig und ohne den ganz großen Elan.
 
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S wie Schweinsteiger, Bastian. Ein „Ex“ und damit prädestiniert für einen Expertenjob. Durfte live bei Jogis Finale in Wembley dabei sein. Und muss dank Akkreditierung danach nicht mal in Quarantäne. Moderierte an der Seite von Jessy Wellmer so wie Deutschland spielte. Eher so mittelprächtig und ohne den ganz großen Elan.
  © Lars Baron, dpa

T wie Torhüter. Laut alter Fußballer-Weisheit ungefähr so verrückt wie der Linksaußen. Aber das ist natürlich eine Weisheit aus den 80ern. Denn: Gibt es heutzutage überhaupt noch Linksaußen, außer vielleicht bei den Holländern mit ihrem altmodischen 4-3-3-System? Heißen die früheren Linksaußen heute nicht viel eher Flügelspieler, obwohl das mit der Musik gar nichts zu tun hat? Torhüter dagegen gibt es auf jeden Fall noch, allerdings versuchen auch sie hin und wieder Ausbrüche aus traditionellen Rollenmustern. Jörg Butt zum Beispiel ist in die Annalen der Bundesliga-Historie als erfolgreichster Torschütze unter den Torhütern eingegangen. 26-mal netzte er als Elfmeterschütze vom Dienst im gegnerischen Kasten ein. Nationalkeeper Manuel Neuer steht zwar im Tor, gibt aber des öfteren den Libero, beispielhaft aufgeführt beim vogelwilden 2:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft nach Verlängerung im WM-Achtelfinale 2014 gegen mutige Algerier. Ein ums andere Mal rettete der Keeper in der zweiten Hälfte und in der Verlängerung weit vor seinem Strafraum gegen durchgebrochene Gegenspieler.
 
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T wie Torhüter. Laut alter Fußballer-Weisheit ungefähr so verrückt wie der Linksaußen. Aber das ist natürlich eine Weisheit aus den 80ern. Denn: Gibt es heutzutage überhaupt noch Linksaußen, außer vielleicht bei den Holländern mit ihrem altmodischen 4-3-3-System? Heißen die früheren Linksaußen heute nicht viel eher Flügelspieler, obwohl das mit der Musik gar nichts zu tun hat? Torhüter dagegen gibt es auf jeden Fall noch, allerdings versuchen auch sie hin und wieder Ausbrüche aus traditionellen Rollenmustern. Jörg Butt zum Beispiel ist in die Annalen der Bundesliga-Historie als erfolgreichster Torschütze unter den Torhütern eingegangen. 26-mal netzte er als Elfmeterschütze vom Dienst im gegnerischen Kasten ein. Nationalkeeper Manuel Neuer steht zwar im Tor, gibt aber des öfteren den Libero, beispielhaft aufgeführt beim vogelwilden 2:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft nach Verlängerung im WM-Achtelfinale 2014 gegen mutige Algerier. Ein ums andere Mal rettete der Keeper in der zweiten Hälfte und in der Verlängerung weit vor seinem Strafraum gegen durchgebrochene Gegenspieler.
  © Jean-Christophe Bott, dpa

T wie Tor. Sind beim Fußball das Salz in der Suppe. In den bisherigen 44 Spielen der EM (ohne die beiden gestrigen Viertelfinals, die erst nach Redaktionsschluss beendet waren), fielen 123 Tore. Das sind 2,8 pro Spiel – der beste Wert seit der EM 1976 in Jugoslawien. Es hat zwar auch zwei Nullnummern in diesen 44 Spielen gegeben (Spanien gegen Schweden, England gegen Schottland), aber halt auch ein begeisterndes 5:3 der Spanier über Kroatien und ein 8:7 (3:3) nach Elfmeterschießen der Schweizer über Weltmeister Frankreich. Keine Tore können fallen, wenn die entsprechenden Tore, in die der Ball hineinbugsiert werden soll, zeitig zusammenbrechen. So wie das beispielsweise 1998 vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund passiert war. Ein von Fans erklommener Schutzzaun hinter einem Tor knickte um und riss das daran befestigte Tor mit. Binnen 76 Minuten hatten die Madrilenen aber nicht nur ein neues Tor besorgt, sondern es auch ordentlich aufgestellt, sodass die eigene Mannschaft dann 2:0 gewinnen konnte (und im Rückspiel Dortmund aus dem Rennen warf). Das Ergebnis ist heute nicht mehr vielen geläufig. Wohl aber, wie kurzweilig der Moderator Günther Jauch und der Kommentator Marcel Reif die unerwartete Pause überbrückten. Eine TV-Sternstunde
 
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T wie Tor. Sind beim Fußball das Salz in der Suppe. In den bisherigen 44 Spielen der EM (ohne die beiden gestrigen Viertelfinals, die erst nach Redaktionsschluss beendet waren), fielen 123 Tore. Das sind 2,8 pro Spiel – der beste Wert seit der EM 1976 in Jugoslawien. Es hat zwar auch zwei Nullnummern in diesen 44 Spielen gegeben (Spanien gegen Schweden, England gegen Schottland), aber halt auch ein begeisterndes 5:3 der Spanier über Kroatien und ein 8:7 (3:3) nach Elfmeterschießen der Schweizer über Weltmeister Frankreich. Keine Tore können fallen, wenn die entsprechenden Tore, in die der Ball hineinbugsiert werden soll, zeitig zusammenbrechen. So wie das beispielsweise 1998 vor dem Champions-League-Halbfinale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund passiert war. Ein von Fans erklommener Schutzzaun hinter einem Tor knickte um und riss das daran befestigte Tor mit. Binnen 76 Minuten hatten die Madrilenen aber nicht nur ein neues Tor besorgt, sondern es auch ordentlich aufgestellt, sodass die eigene Mannschaft dann 2:0 gewinnen konnte (und im Rückspiel Dortmund aus dem Rennen warf). Das Ergebnis ist heute nicht mehr vielen geläufig. Wohl aber, wie kurzweilig der Moderator Günther Jauch und der Kommentator Marcel Reif die unerwartete Pause überbrückten. Eine TV-Sternstunde
  © Sportfoto Zink / Daniel Marr, NN

U wie UEFA. Im ewigen Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des unbeliebtesten Sportverbandes der Welt blieb der „Union of European Football Associations“ meistens nur der dritte Platz. Hinter dem Olympia-Veranstalter IOC und dem großen Bruder der UEFA, der Fédération Internationale de Football Association, kurz FIFA. Hat aber mit der jüngsten Europameisterschaft viel Boden im Kampf um die Tabellenführung gut gemacht. Alte, weiße Männer, geführt von einem vergleichsweise jungen Slowenen, scheren sich nicht viel um eine Pandemie namens Corona. Möglichst volle Stadien für schöne Bilder waren und sind wichtiger als tausende Neuinfektionen und ein paar Dutzend bis ein paar hundert zusätzliche Tote. Wahnsinn!
 
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U wie UEFA. Im ewigen Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des unbeliebtesten Sportverbandes der Welt blieb der „Union of European Football Associations“ meistens nur der dritte Platz. Hinter dem Olympia-Veranstalter IOC und dem großen Bruder der UEFA, der Fédération Internationale de Football Association, kurz FIFA. Hat aber mit der jüngsten Europameisterschaft viel Boden im Kampf um die Tabellenführung gut gemacht. Alte, weiße Männer, geführt von einem vergleichsweise jungen Slowenen, scheren sich nicht viel um eine Pandemie namens Corona. Möglichst volle Stadien für schöne Bilder waren und sind wichtiger als tausende Neuinfektionen und ein paar Dutzend bis ein paar hundert zusätzliche Tote. Wahnsinn!
  © FABRICE COFFRINI, NN

U wie Unai Simon: Spezialist für Slapstick-Einlagen und nebenbei spanischer Torhüter. Säbelte so seelenruhig souverän über die Rückgabe von Pedri, dass er erst vom kroatischen Torjubel aus dem Sekundenschlaf wieder erwacht ist. Offenbar fühlte sich das Schicksal aber so umwerfend gut unterhalten, dass es nochmal Gnade vor Recht ergehen ließ. Als Eigentorschütze geht nämlich nicht Unai Simon in die EM-Geschichte ein, sondern die UEFA hat dem erst 18-jährigen Pedri dieses Missgeschick untergejubelt. Mit dem Kleinen kann man’s ja machen. Eines wissen die Italiener vor dem Halbfinale jetzt aber ganz sicher: Pedri spielt keinen Rückpass mehr.
 
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U wie Unai Simon: Spezialist für Slapstick-Einlagen und nebenbei spanischer Torhüter. Säbelte so seelenruhig souverän über die Rückgabe von Pedri, dass er erst vom kroatischen Torjubel aus dem Sekundenschlaf wieder erwacht ist. Offenbar fühlte sich das Schicksal aber so umwerfend gut unterhalten, dass es nochmal Gnade vor Recht ergehen ließ. Als Eigentorschütze geht nämlich nicht Unai Simon in die EM-Geschichte ein, sondern die UEFA hat dem erst 18-jährigen Pedri dieses Missgeschick untergejubelt. Mit dem Kleinen kann man’s ja machen. Eines wissen die Italiener vor dem Halbfinale jetzt aber ganz sicher: Pedri spielt keinen Rückpass mehr.
  © DMITRI LOVETSKY, AFP

U wie Ukraine: Das Team hat bei uns einen ganz dicken Stein im Brett. Es hilft uns nämlich in unserer Not mit zwei besonders herausfordernden Buchstaben, dem Y und dem Z. Beim Y gleich doppelt mit Yarmolenko und Yaremschuk, den beiden Stürmern, beim Z mit Zinchenko. Aber dazu die Tage mehr. Jetzt gilt es Abschied nehmen von einer Mannschaft, die uns zwar keine rauschenden Fußballabende geschenkt, die aber aus ihren Möglichkeiten immerhin das Viertelfinale gemacht hat. Das kann nicht jeder von sich sagen. Respekt! Und: Wir sehen uns nochmal, ihr ukrainischen Freunde! Beim Y und dem Z. 
 
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U wie Ukraine: Das Team hat bei uns einen ganz dicken Stein im Brett. Es hilft uns nämlich in unserer Not mit zwei besonders herausfordernden Buchstaben, dem Y und dem Z. Beim Y gleich doppelt mit Yarmolenko und Yaremschuk, den beiden Stürmern, beim Z mit Zinchenko. Aber dazu die Tage mehr. Jetzt gilt es Abschied nehmen von einer Mannschaft, die uns zwar keine rauschenden Fußballabende geschenkt, die aber aus ihren Möglichkeiten immerhin das Viertelfinale gemacht hat. Das kann nicht jeder von sich sagen. Respekt! Und: Wir sehen uns nochmal, ihr ukrainischen Freunde! Beim Y und dem Z. 
  © SERGEI SUPINSKY, AFP

U wie U21. Was ihr seid, waren wir. - was wir sind, wollt ihr werden: So ungefähr denkt ein gestandener Nationalspieler über die eigene Nachwuchs-Nationalmannschaft. U21 bedeutet „Unter 21“, ist also die Talentschmiede, in der viele Stars geformt wurden, von Littbarski bis Neuer und Hummels. Nur dass sich die Vorzeichen in diesem Jahr umgekehrt haben. Was die Nationalspieler gerne geworden wären, wurde die U21 im Frühjahr bereits: Europameister. Geht doch.
 
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U wie U21. Was ihr seid, waren wir. - was wir sind, wollt ihr werden: So ungefähr denkt ein gestandener Nationalspieler über die eigene Nachwuchs-Nationalmannschaft. U21 bedeutet „Unter 21“, ist also die Talentschmiede, in der viele Stars geformt wurden, von Littbarski bis Neuer und Hummels. Nur dass sich die Vorzeichen in diesem Jahr umgekehrt haben. Was die Nationalspieler gerne geworden wären, wurde die U21 im Frühjahr bereits: Europameister. Geht doch.
  © Arne Dedert, dpa