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Samstag, 22.02.2020

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Das Haus der 10 000 Lichter

Wenn sich Sylvia Offt für Weihnachten rüstet, sind Nachbarn, Freunde und Bekannte gern gesehene Gäste. - 27.12.2019 15:26 Uhr

Sylvia Offt und ihre Kinder sind gern Gastgeber, wenn es das weihnachtliche Lichtermeer rund um ihr Haus zu eröffnen gilt. Nach dem Druck aufs Knöpfchen leuchten Tausende von Lichtquellen. © Foto: Marco Frömter


Doch genau in dem Moment, als er sein Werk stolz der Familie präsentieren möchte, versagt die Elektrik. Im Kino natürlich ein Brüller, für Sylvia Offt aus Büchenbach ein regelrechtes Horrorszenario. Denn: Einen Tag vor Weihnachten, pünktlich um 18 Uhr, drückt sie aufs Knöpfchen und verwandelt ihr Haus in ein weihnachtliches Lichtermeer – und das beinahe "unfallfrei" seit 13 Jahren.

Es gehöre zur festen Familientradition der Offts, dass das komplette Wochenende vor Weihnachten mit schweißtreibender Arbeit verbracht wird. Zusammen mit ihren Kindern Selina, Tobias und Fabian werden Kisten mit allerhand Weihnachtsschmuck ans Tageslicht gebracht: Die Zaunpfeiler bekommen Weihnachtsmützen aufgesetzt und zig Lichterketten werden ans Haus "getackert".

"Ich schätze, wir haben dieses Jahr knapp 10 000 Lichter am Haus angebracht", sagt der 19-jährige Tobias Offt und lacht. Nächstes Jahr sollen es dann noch viel mehr werden: "Wir verdoppeln die Anzahl der Lichterketten mit jedem Weihnachtsfest", so Mama Sylvia. Langsam werde es aber kompliziert: "Für das kommende Jahr brauchen wir unbedingt einen Plan."

Alleine und im Stillen wollen die Offts ihr "Weihnachtshaus" allerdings nicht genießen. Jedes Jahr laden sie zur "Büchenbacher Weihnachtseröffnung" Freunde, Bekannte und Nachbarn ein. Um die 100 Gäste bewirten die Offts sodann mit 180 Litern Glühwein und 80 Litern Kinderpunsch. Dazu stehen in der festlich geschmückten Garage samt Pavillon allerhand Gebäck und Schnittchen parat. "Ich bin gerne Gastgeber und freue mich über jeden Gast", erklärt Sylvia Offt. Auf die Rechnung des Spektakels blicke sie nie. Schließlich sei sie ein großer Weihnachtsfan und beherberge in der Nacht auf den Heiligen Abend um die 15 Gäste im Haus. Freunde würden eigens aus Italien und Belgien anreisen, erklärt sie. Auch Bekannte aus München, Frankfurt, Neumarkt und Zirndorf feiern stets mit. "Bis zur Mittagszeit am Weihnachtstag muss die Bude allerdings geräumt sein – dann ist Ruhe angesagt."

Weihnachten mit Wow-Effekt

Ihren Brauch habe Sylvia Offt jedoch nicht von Clark W. Grisworld abgekupfert. "Wir haben lange Jahre in Kleinschwarzenlohe gewohnt. Dort ist es gute Sitte, dass in der Vorweihnachtszeit jeden Tag bei unterschiedlichen Familien eine Art Weihnachtstürchen geöffnet wird." Fünf Jahre führe sie diese Tradition nun schon in Büchenbach fort – und das mit Erfolg. Für Kitsch habe die Familie übrigens nicht viel übrig. "Wir verzichten auf bunte Lichter und überdimensionale Figuren vor dem Haus." Verwendung würden nur weiße Lichter finden: "Das soll bei den Leuten für einen Wow-Effekt sorgen." An diesem Konzept will Sylvia Offt auch in Zukunft nichts ändern.

Für Idylle sorgen darüber hinaus poppige Weihnachtslieder aus dem Lautsprecher und als Highlight wird Stockbrot über offenem Feuer gebacken. "Es ist immer ein lustiger Abend", bilanziert Sohn Fabian (20). Lediglich einmal habe die Festbeleuchtung "den Geist aufgegeben", als die Glühweintöpfe für einen Kurzschluss sorgten: "Wir haben schnell improvisiert und dann lief alles wieder wie am Schnürchen."

Das Schimmern der vielen Lichter wird in den kommenden Tagen einzig und alleine durch einen ganz besonderen Glanz übertrumpft werden: Von den strahlenden Augen der Familie Offt, wenn sie in der Dämmerung freudig auf ihr hell beleuchtetes Heim blicken.

MARCO FRÖMTER

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