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Das sind die Zukunftspläne für die Otto-Lilienthal-Kaserne

Generalzolldirektion plant ein Fortbildungszentrum in der Rother Kaserne - 18.02.2021 12:22 Uhr

Nicht nur die Offiziersschule, sondern auch der Zoll will in die Rother Kaserne einziehen und Zollanwärter ausbilden.

16.02.2021 © Foto: Tobias Tschapka


Die Schwarzarbeit wird auch von Roth aus bekämpft: Das Kasernengelände, das gerade für die Offiziersschule der Luftwaffe gerüstet wird, erhält weitere Nutzer.

Jährlich sollen hier etwa 275 Anwärter*innen für den mittleren Zolldienst aus- und fortgebildet werden. Außerdem arbeiten dann mehr als 70 Beschäftigte dort, heißt es in einer Pressemitteilung der Generalzolldirektion.

Fit für die Zukunft

Bundesfinanzminister Scholz erklärte dazu am 10. Februar: "Der Zoll ist eine hervorragende Einheit mit einem breiten Tätigkeitsfeld und zusätzlichen Aufgaben. Um den Zoll fit für die Zukunft zu machen, stellen wir in den kommenden Jahren etwa 9000 neue Beschäftigte in der Zollverwaltung ein. Sie müssen hervorragend ausgebildet werden, dafür schaffen wir zusätzliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen. Ihre Standorte stehen jetzt fest: Neben Bonn, Hanau, Hamburg und Roth stärken wir mit Erfurt, Leipzig und voraussichtlich Rostock die neuen Länder."

Das Kasernengelände in Roth ist, vorbehaltlich abschließender Prüfungen, wie es darin weiter heißt, einer von vier neuen Standorten, die das Bundesfinanzministerium in der nächsten Zeit für die Arbeit des Zolls aufbaut oder bereits aufgebaut hat. Als Grund wird vor allem der Kampf gegen die Schwarzarbeit genannt.


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Wann die neuen Anwärter auf dem Gelände in Roth eintreffen und wie groß der Bereich für das neue Aus- und Fortbildungszentrum genau sein wird, darüber will man bei der Generalzolldirektion noch nichts sagen. "Die Abstimmungen über Größenordnung und Terminierung werden gerade getroffen", verweist Pressesprecher Dietmar Zwengel auf laufende Verhandlungen.

Was das künftige Zentrum für Roth und die Region bedeutet, darüber herrscht aber bereits Vorfreude: Felix Erbe, Bundestagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Roth und Nürnberger Land, hat über einen Parteifreund von den fortgeschrittenen Projektplänen erfahren. Denn der Regensburger Grünen-MdB Stefan Schmidt hatte beim Finanzministerium angefragt, ob Amberg als Standort in Betracht käme.

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Als er vom Ergebnis des Erkundungsverfahrens unterrichtet wurde, zeigte er sich enttäuscht: "Das wäre eine großartige und krisensichere Lösung gewesen, daher können sich Landkreis und Stadt Roth tatsächlich sehr über diese Zwischenentscheidung freuen".

Laut Informationen des Abgeordneten habe sich die Kaserne in Roth neben Hamburg, Hanau und Bonn als die "bedarfsgerechteste und wirtschaftlichste Variante" herausgestellt.

Neues Leben auf dem Gelände

Felix Erbe erklärt dazu: "Die Ansiedlung des Zentrums wäre sicher ein Gewinn für unseren Landkreis. Neben festen Arbeitsplätzen würde die Ausbildung der Anwärter*innen neues Leben auf das Gelände und in die Umgebung bringen."

Der Rother Bürgermeister Ralph Edelhäußer begrüßt die Pläne "natürlich ausdrücklich" – er habe bereits 2019 (bei den ersten Anzeichen für die Ansiedlung) für Roth geworben. "Wenn die Entscheidung letztlich für Roth fällt", erwartet er eine Steigerung der Kaufkraft, mehr Zulauf für das touristische Angebot und – im Zusammenspiel mit der Offiziersschule – eine "Image-Aufwertung" für Stadt und Landkreis.

Für Landrat Herbert Eckstein ist "alles gut, was zu einer sinnvollen Nutzung des Kasernengeländes führt". Und "wenn es eine Ausbildungsnutzung ist, dann kommen junge Leute". Eckstein: "Das ist auf jeden Fall Werbung für unsere Region."

CAROLA SCHERBEL

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