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Das Spalter Bierhotel nimmt eine wichtige Hürde

Stadtrat gibt dem Vorhaben in der Altstadt seinen Segen. - 08.05.2021 09:00 Uhr

Im Dezember besichtigte der Stadtrat das Areal, das zum Bierhotel umfunktioniert werden soll. Nun erteilte der Sicherheits- und Sonderausschuss sein Einvernehmen.

07.05.2021 © Archivfoto: Jürgen Leykamm


Es braucht Rückbauten, Teilrückbauten, Umgestaltungen und eine Millionensumme, damit das Spalter Bierhotel realisiert werden kann. Benötigt wird auch das gemeindliche Einvernehmen der Stadt. Und genau dieses hat der Sicherheits- und Sonderausschuss bei seiner jüngsten Sitzung in der Schulaula dem Projekt einstimmig erteilt. Sechs Leerstände erfahren nun eine neue Nutzung. Es entsteht "eine bunte Mischung".

So Bürgermeister Udo Weingart angesichts der Aussicht darauf, dass im dortigen Umfeld die Themen Wohnen, Handel, Gastronomie, Kultur und Übernachtung sich mit neuem Leben füllen dürften. Das Projekt nahe der Rezatbrücke werde "eine sehr positive Wirkung auf die gesamte Altstadt entfalten, für die das ein großer Wurf ist", prognostizierte der Rathauschef.


Bekommt die Hopfenstadt Spalt ein Bierhotel?


Nun hat es erst einmal eine weitere, wichtige Hürde genommen. Ein kleiner Rückblick: Die Hopfenhandlung Riedel steht seit vier Jahren leer, verschiedene Nutzungsversuche scheiterten bereits. Das benachbarte, ehemalige Gasthaus "Rotes Ross" wiederum ist seit der Hälfte dieser Zeit verwaist. Umstände, die den Rathauschef selbst auf den Plan gerufen haben. Gemeinsam mit der Burgoberbacher Firma Nürminger Immo & Konzept GmbH, die dazu eigens die Spalter Bierhotel GmbH & Co KG als Investor ins Leben rief, wurde die Neukonzeptionierung ausgearbeitet.

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Zur Bewältigung der Aufgabe holte man sich das Spalter Immobilienbüro Hechtel mit ins Boot. Heraus kam ein Gesamtprojekt, das insgesamt sieben Gebäude umfasst. Sie sollen in eine Hotelanlage umgewandelt werden.

Groß dimensioniert

Das einstige Gasthaus sowie das ehemalige Hopfenhandelsgebäude bleiben nach den Planungen wegen des Denkmalschutzes bestehen. Ebenso wie das in diesem Areal befindliche, sogenannte "Hexenhäuschen". Die Dimensionen sind nicht geringer Art: Insgesamt 82 Übernachtungsbetten stehen hier einmal zur Verfügung – aufgeteilt auf 39 Doppel- und vier Einzelzimmer.

Das Hotelrestaurant bietet nach Projektfertigstellung 75 Gästen Platz, der Wintergarten fasst 25 Personen. Ein Biergarten mit Terrassenbereich in Richtung Rezatzugang darf nicht fehlen. Zudem wird ein Gewölbekeller weitere 45 Plätze für besondere Veranstaltungen bereithalten.

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Über eineinhalb Jahre lang waren alle betreffenden Behörden mit in die Planung des Millionenprojekts miteinbezogen. "Vor allem der Denkmalschutz spielte eine wichtige Rolle", so Weingart, "ebenso das Wasserwirtschaftsamt, das Landratsamt und die Stadt Spalt."

Kritik an Stellplatzberechnung

Das Projekt berühre zudem den Markenkern der Hopfen- und Bierstadt. Brauausbildung, Bierseminare, Showküche, ein Wellness- und SPA-Bereich (auch extern buchbar) – all dies soll hier die Gäste anziehen. "Ein wahrer Quantensprung für die Belebung der Innenstadt", so Weingart.

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© Montage: Sabine Schmid

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© Achim Bergmann

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Frage 1/10:

Silberner Brauerstern auf Hellblau. Wer ist's?

Die Brauerei Wagner aus Merkendorf, erstmals erwähnt 1797. Rund um Bamberg wird das Wagner sehr geschätzt, besonders das ungespundete Lager und das naturtrübe Kellerbier.

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Frage 2/10:

Diese Kirchtürme deckeln welches Bier?

Brauerei Trunk aus Vierzehnheiligen/Bad Staffelstein, der gute Stoff wird auch Nothelfer genannt. Nothelfer? Die Erklärung ist einleuchtend: Seit 1803 wird das Bier oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut. Und wenn die erschöpften Pilger seit jeher oberhalb des Gotteshauses aus dem nahen Wald kommen, stärken sich nicht wenige erst mal mit einem kühlen Bier, bevor sie dann die Kirche betreten.

© Achim Bergmann

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Frage 3/10:

Nicht verkehrt, mit Schild und Schwert.

Seit über 300 Jahren in Familienbesitz zählt Held aus Oberailsfeld schon zu den bekannteren Privatbrauereien in der Region. Besonders das Helle ist beliebt. Seit 1680 wird hier schon gebraut.

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Frage 4/10:

Hier springt der Hirsch - auf welche Brauerei?

1845 übernahm der Müllerssohn Johannes Kraus das damalige "Wirtschaftsguth" in Hirschaid - und seither ist die Brauereigaststätte ohne Unterbrechung im Besitz der Familie.

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Frage 5/10:

Ein grüner Baum, wo steht der?

"Zum Grünen Baum" heißt der Brauereigasthof der Familie Bayer aus Theinheim im Steigerwald. Gefeiert wird hier oft, unlängst erst ein runder Geburtstag: Seit 1718 wird hier schon gebraut.

© Achim Bergmann

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Frage 6/10:

Ein bunter Vogel - auf welchem Bier sitzt er?

"Zum Pfau!", heißt es öfter, wenn es nach Frauendorf geht. Seit 1867 ist die Familie Hetzel Herr über die dort ansässige Brauerei.

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Frage 7/10:

Der Zwerg vom Berg, wo braut er sein Bier?

Der markante Zwerg stammt von der Staffelberg-Bräu aus Loffeld. In der sechsten Generation, seit 1856, führt die Familie Geldner-Wehrfritz dort die Brauerei. Zehn Jahre später, 1866, ließ Jakob Geldner ein eigenes Brauhaus folgen, nochmals zehn Jahre später dann eine eigene Faßhalle.

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Frage 8/10:

Raubtier mit Schild und Krone. Wer ist's?

In Untersiemau/Birkach wird seit 1822 das "Eller" gebraut. Als beliebtestes gilt das Rotbier, Christian Eller braut aber auch ein süffiges Pils.

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Frage 9/10:

Schwarzer Adler, wer hat sich den gekrallt?

Adler-Bräu aus Stettfeld ist inmitten der unterfränkischen Haßberge daheim - und das schon seit 1730. Bräustübla, Biergarten, Sudhaus und sogar einen "Bärentrunk" gibt's hier.

© Achim Bergmann

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Frage 10/10:

Weißer Löwe - wo kommt der her?

Hier sind Wirths-Leute am Werk! Die nun schon 9. und 10. Generation der Familie Wirth führt das Löwenbräu. Natürlich nicht zu verwechseln mit dem Münchner! "Unser" Löwenbräu stammt aus Neuhaus im Aischgrund und das schon seit 1747. Im Sortiment gibt es hier mehrere Löwen und sogar eine "Karpfen Weisse".

© Montage: Sabine Schmid

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Nichtsdestotrotz gab es bislang einen neuralgischen Punkt. Nämlich die Frage, wo denn die Gäste ihre Autos parken sollen. Der Bürgermeister dazu: "Es werden keine öffentlichen Parkplätze zusätzlich belastet oder entnommen." Vielmehr entstehe außerhalb der Altstadt ein neuer Parkplatz." Von dort sollen via Elektro-Caddies Besucher zum Hotel gelangen, das Be- und Entladen ist natürlich dort selbst möglich. Insgesamt werden es laut den Planungen 34 neue Stellplätze, 58 sind durch die vorhandene Bebauung bereits "als Bestand anzusehen", heißt es in der Beschlussvorlage.

Das sei allerdings "eine Stellplatzarithmetik, die ich nicht ganz nachvollziehen kann", so Dieter Kamm (UWG/FW). Ähnlich skeptisch äußerten sich Reinhold Lüdke (Landliste) und Barbara Sterner (SPD). Letztlich aber gab es das Einvernehmen zu dem Großprojekt, dass das Gesicht der Stadt auf authentische Weise zu verändern gedenkt.


Franken ist die Heimat des Bieres. Kein Wunder, denn die Region wartet mit der höchsten Brauereidichte Europas auf. Rund 300 Brauereien in Mittel-, Ober- und Unterfranken schaffen eine einzigartige Biervielfalt.

Alle Neuigkeiten und Wissenswertes zum fränkischen Bier finden Sie auch in der Facebook-Gruppe Wir lieben Bier aus Franken. In unserem Brauerei-Guide können Sie herausfinden, wer Ihre Lieblings-Biersorte ausschenkt.

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