Das Verlieren beigebracht

8.3.2020, 19:31 Uhr
Gerade als Alex Flemming behandelt wurde und die Partie gegen Fedor Kuzmin den Bach runter zu gehen schien, bekam David Reitspies die Kurve, drehte wie entfesselt auf und schaltete erst runter, als auch Erik Bottroff 3:0 abgefertigt war.

Gerade als Alex Flemming behandelt wurde und die Partie gegen Fedor Kuzmin den Bach runter zu gehen schien, bekam David Reitspies die Kurve, drehte wie entfesselt auf und schaltete erst runter, als auch Erik Bottroff 3:0 abgefertigt war. © Foto: Salvatore Giurdanella

Auch für Manager Bernd Beringer wurde es höchste Eisenbahn, dass dieses Ereignis noch in seine Amtszeit fiel. Er hatte ein Spektakel versprochen. Und das wurde es auch, wenn nicht immer ganz so wie gewünscht.

Beispielweise gingen die Doppel vergleichsweise holprig über die Bühne. Beide Matches waren geprägt von einer hohen Fehlerquote. Die Hilpoltsteiner sorgten für ein Aha-Erlebnis dadurch, dass sie dem Jugendlichen Hannes Hörmann an die Seite von Alex Flemming stellten. Ohne taktische Hintergedanken, wie Beringer versicherte: "Er soll Erfahrung sammeln." Das tat er dann auch in Form seines dritten Doppelsieges in der zweiten Liga, wobei er eine sehr aktive Rolle beim 3:1 gegen Fedor Kuzmin und Kirill Fadeev übernahm.

David Reitspies und Dennis Dickhardt hatten gegen Erik Bottroff und Krisztian Nagy eigentlich auch einen Punkt auf der Pfanne, gaben den Entscheidungssatz aber sang und klanglos mit 3:11 ab.

 

Reitspies übernimmt

 

Das vordere Paarkreuz verlief aus einem anderen Blickwinkel spektakulär. Alexander Flemming arbeitete sich einmal mehr vergeblich an Erik Bottroff ab und unterbrach das Match nach 0:2-Rückstand durch eine Behandlungspause. Während der Physio an der Schulter seines Schlagarmes übernahm David Reitspies die Show. Eigentlich schien sein Gegner Fedor Kuzmin im dritten Satz alle Schwachstellen des Tschechen aufgedeckt zu haben, doch dann kehrte dieser seine Schokoladenseiten hervor und haute dem Borussen mit 11:1 und 11:6 die Bälle um die Ohren.

Flemming brachte nach der Behandlung Erik Bottroff im dritten Satz in Rage, durfte dessen Finish zum 13:11 aber nur staunend hinterherschauen. Das war aber nichts dagegen wie aufgedreht Reitspies den Dortmunder Ballkünstler Bottroff nach der Pause entzauberte. 11:9, 11:3 und 12:10 waren nicht nur eine Glanztat, sondern auch der Schritt zu mindestens einen Punkt. Denn zuvor hatte das hintere Paarkreuz seine Aufgabe erledigt. Der ausgeruhte Francisco Sanchi hatte dabei seine liebe Mühe mit Kirill Fadeev, behielt aber die Nerven und gewann den fünften Satz 11:8. Dennis Dickhardt punktete glatt gegen Krisztian Fadeev, aber ebenso nervenstark bei zwei engen Sätzen.

Für Alex Flemming reichte es gegen Fedor Kuzmin nur zu einem Aufbäumen im dritten Satz. So war es an Francisco Sanchi, den Sack zuzumachen. Der Argentinier, der vor einem Jahr in deutlich unbequemerer Situation einige Matchbälle verspielt hatte, erledigt seinen Part diesmal elegant in drei Sätzen.

TV Hilpoltstein – Borussia Dortmund 6:3. Alexander Flemming/Hannes Hörmann - Fedor Kuzmin/Kirill Fadeev 11:6, 8:11, 11:2, 11:8; David Reitspies/Dennis Dickhardt - Erik Bottroff/Krisztian Nagy 9:11, 11:6, 4:11, 11:5, 3:11; David Reitspies - Fedor Kuzmin 5:11, 11:8, 7:11, 11:1, 11:6; Alexander Flemming - Erik Bottroff 9:11, 4:11, 11:13; Franciscco Sanchi – Kirill Fadeev 5:11, 11:9, 11:9, 9:11; Dennis Dickhardt – Krisztian Nagy 11:4, 11:9, 12:10; David Reitspies - Erik Bottroff 11:9, 11:3, 12:10; Alexander Flemming - Fedor Kuzmin 9:11, 8:11, 11:8, 4:11; Francisco Sanchi - Krisztian Nagy 11:8, 11:5, 11:8.