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Dienstag, 16.07.2019

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Der Schutz der Meere fängt im kleinen Rothsee an

An einem bundesweiten Umweltschutz-Aktionstag beteiligten sich Stand Up Paddler am Müllsammeln - 10.06.2019 15:59 Uhr

Normalerweise ist ein Stand Up Paddel Board zum Wassersport gedacht. Doch bei der Müllsammelaktion diente es als nützliches Gefährt in schwer zugängliche Bereiche. © Foto: Sven Stolzenwald


"Umweltschutz betrifft ganz unterschiedliche Bereiche und geht alle an. Letztlich funktioniert es nur, wenn viele Menschen mitmachen und ein Bewusstsein in der Bevölkerung für die Problematik vorhanden ist", heißt es in einer Pressemeldung der Organisatoren. Alleine Papierplastikbecher bräuchten 50 Jahre, um zu verrotten.

Anlass genug für die Initiatoren den "Beach Cleaner Day" auszurufen. Mit Stand Up Paddel Boards (SUP) und zu Fuß wurden am Rothsee die Strandbereiche nach Müll abgesucht. Mit den SUP-Boards gelangten die Teilnehmer auch in Bereiche, die vom Ufer aus nur schwer zugänglich sind. "Wir müssen in unseren heimischen Gewässern anfangen. Über die Flüsse und Wasserwege gelangt der Plastikmüll irgendwann ins Meer", erklärt Anne Mäusbacher von Beach Cleaner. Dies ist eine Initiative zum Schutz der Meere und zur Vermeidung von Plastikmüll. Ausgestattet mit Surfbrettern, Handschuhen und Müllbeutel wurden Dosen, Plastikabfälle und Zigarettenkippen eingesammelt. "Wir wollten mit der Aktion auf die Müll-Problematik aufmerksam machen und zeigen, dass jeder was tun kann", betont Pierre Pelz von den SUPriders, die am Rothsee Boards verleihen.

Alexander Stark vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) ergänzt: "Der Rothsee ist neben Freizeitregion auch Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Wir möchten, dass die Teilnehmer auch hierfür ein Verständnis entwickeln". Gerade während der Brutzeit sollen Wassersportler die sensiblen Schilfbereiche meiden. Wenn Vögel während der Brut gestört werden, kann das zum Aufgeben der Nester führen. Den Veranstaltern war es wichtig, den Teilnehmer auch praktische Tipps mit an die Hand zu geben. "Jeder kann etwas tun!", lautete das Motto.

Letztlich geht es darum, dass Menschen verstehen, wie sie durch ihr Kaufverhalten die Umwelt beeinflussen. Getränke gibt es in Glasflaschen – nicht nur in Plastik. Auch Joghurt gibt es im Glas und Bananen, die noch zusätzlich in Plastik eingepackt sind, sollten nicht gekauft werden. Ein noch größeres Problem sind die Mikroplastikteile, die in Zahncremes, Waschlotionen oder Kosmetik verarbeitet werden, betonen die Organisatoren. Diese können in Kläranlagen nicht gefiltert werden und landen in unseren Gewässern und somit wieder in unserem Nahrungskreislauf. Becher für den "Coffee to go" sind innen mit einer dünnen Plastikschicht verbunden, die den Becher zum Sondermüll macht. Denn weder das Papier noch das Plastik können separat recycelt werden. Deshalb den Kaffee in einen Thermobecher füllen lassen.

"Zum Glück wird unsere Gesellschaft immer bewusster und es findet ein Umdenken statt. Nicht nur beim Thema "Müll", sondern auch Themen wie regionale Lebensmittel oder grüner Strom rücken immer mehr in den Fokus", erklärt Stark.

Nach weit mehr als zwei Stunden kamen zahlreiche Müllsäcke voll Unrat bei der Aktion zusammen: Es wurden ein Absperrschild, Fahrradteile, jede Menge Chipstüten und Einweggrille gefunden. 

hiz

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