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Sonntag, 05.07.2020

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Edelhäußer hat "Zukunftspotenzial"

Interview mit dem CSU-Kreisvorsitzenden Volker Bauer in Sachen "Bundestagskandidaten" - 02.06.2020 06:00 Uhr

Im aktuellen Bundestag sitzt nach dem Ausscheiden von Marlene Mortler, sie gehört jetzt dem Europaparlament an, kein Vertreter aus dem Landkreis Roth. Das soll anders werden, meint Volker Bauer. © Foto: Michael Kappeler/dpa


Seit fast einem Jahr hat der Wahlkreis Roth, und damit die Landkreise Roth und Nürnberger Land, keinen Bundestagsabgeordneten mehr. Marlene Mortler, die letzte Mandatsträgerin der Wahlkreis-CSU in Berlin, wurde bekanntlich 2019 zur Europaabgeordneten gewählt. Wir fragen nach bei dem CSU-Kreisvorsitzenden Volker Bauer aus Kammerstein. Was nun, Herr Bauer?

Volker Bauer ist seit 1996 Mitglied der JU/CSU, seit 1996 gehört er dem Gemeinderat Kammerstein an, von 2003 bis 2009 war er CSU-Kreisgeschäftsführer Roth, anschließend wurde er zum CSU-Kreisvorsitzenden gewählt. Seit 2013 vertritt er als Stimmkreisabgeordneter im Bayerischen Landtag den Stimmkreis Roth. © Foto: Robert Schmitt


Wen will die Rother Kreis-CSU ins Rennen schicken ?

Der CSU-Kreisverband Roth wird zeitnah in die Kandidatenfindung treten. Bedingt durch die Corona-Pandemie hat sich der ganze Entscheidungsprozess verzögert, da wir nach wie vor eine Kontaktbeschränkung haben. Die Entscheidungsfindung ist schließlich nicht so einfach per Video-Konferenz zu treffen.

 

Die Kandidatenkür geschieht anscheinend im Wechsel. Marlene Mortler aus Dehnberg wurde einst von der CSU im Landkreis Nürnberger Land nominiert, ihr Vorgänger, Hansgeorg Hauser aus Rednitzhembach, war der Kandidat der Rother Landkreis-CSU. Jetzt müsste eigentlich wieder der Landkreis Roth an der Reihe sein. Stimmt das?

Ja, es ist richtig, dass bei der Bundeswahl 2021 wieder ein Kandidat aus dem Landkreis Roth an der Reihe ist. Dies ist mit den Kollegen im Nürnberger Land bereits geklärt. Mir ist wichtig, dass im CSU-Bürgerbüro alle Ebenen von Europa, Bund, Land und Bezirk vertreten sind.

 

Wieso ist es so wichtig, einen direkten Draht nach Berlin zu haben?

Mit Sebastian Brehm und Michael Frieser aus Nürnberg und Arthur Auernhammer aus Weißenburg haben wir derzeit drei Betreuungsabgeordnete, die für uns zuständig sind. Für die unterschiedlichsten Bürgeranliegen ist es aber viel einfacher, wenn es einen direkten Ansprechpartner für bundespolitische Entscheidungen gibt, der auch Anliegen aus dem Landkreis Roth und dem Nürnberger Land nach Berlin transportiert. Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn auch bürointern alle Entscheidungsträger unter einem Dach anzutreffen sind.

 

Welche Eigenschaften müsste Ihrer Meinung nach ein perfekter CSU-Kandidat aus dem Landkreis Roth für Berlin mitbringen?

Der perfekte CSU-Kandidat sollte folgende Eigenschaften mitbringen: Bürgernähe, kommunalpolitische Erfahrung, breite Fachkompetenz mit beruflicher und ehrenamtlicher Vorerfahrung.

 

Man munkelt, es gäbe drei Kandidaten, mit denen Sie leben könnten. Eine Frau und zwei Männer?

Nun, "gemunkelt" kann grundsätzlich Vieles werden, die Gedanken sind bekanntlich frei. Aber mal ernsthaft: Ja, derzeit sind mir drei Persönlichkeiten bekannt, denen ich es mehr als zutrauen würde, unseren schönen Landkreis, wie auch den gesamten Wahlkreis gut in Berlin zu vertreten. Ich denke, Sie haben aber sicherlich Verständnis dafür, wenn ich als Rother CSU-Kreisvorsitzender diese Namen zwar in meinem Kopf abgespeichert habe, aber diese noch nicht in der Zeitung lesen möchte.

 

Ist ein amtierender Bürgermeister darunter? Ralph Edelhäußer aus Roth beispielsweise könnte in Ihr Schema passen. Er ist bestens bekannt, jung, dynamisch und verfügt über politische Erfahrung.

Für mich persönlich sind alle amtierenden CSU-Mandatsträger*innen grundsätzlich "geeignet", für den Deutschen Bundestag zu kandidieren. Das schließt amtierende Bürgermeister mit ein. Wer darunter am besten in mein, wie Sie sagen, "Schema passt", werden die Gespräche, die in den nächsten Wochen und Monaten erst noch geführt werden wollen, zeigen. Etwas konkreter zur Person Ralph Edelhäußer: Er macht als Kreisstadt-Bürgermeister einen guten Job und hat bei der jüngsten Kreistagswahl, nach dem Landrat, nach 2014 erneut die meisten Stimmen sämtlicher Kandidat*innen auf sich vereinigen können. Somit hat er sicherlich, für welche andere politische Position innerhalb oder außerhalb des Landkreises auch immer, Zukunftspotenzial. Unabhängig davon ist die Position des Kreisstadt-Bürgermeisters ein tolles Amt, das er sehr gerne wahrnimmt und "lebt".

 

Wie sieht der Fahrplan der CSU im Wahlkreis Roth aus? Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Die Entscheidung steht und fällt mit den weiteren Lockerungen in der derzeitigen Corona-Pandemie. Ich gehe davon aus, dass heuer im Spätherbst mit einer Entscheidung gerechnet werden kann.

 

Und wie sieht Ihre eigene Zukunftsplanung aus? 2023 endet aller Wahrscheinlichkeit die Ära Eckstein im Rother Landratsamt. Nach vielen vergeblichen Versuchen, den Posten für die CSU zu gewinnen, wollen Sie doch sicher, dass es diesmal klappt …

Für mich war das Thema Landrat noch nie ein Thema, dass ich hierzu meinen Hut in den Ring werfen würde. Meine Arbeit im Bayerischen Landtag macht mir viel Freude. Es dauert eine Zeit, bis man in München ankommt. Der CSU-Kreisverband wird die Personalentscheidung "Landrat" unaufgeregt mit geeignetem Personal zu gegebener Zeit annehmen. Im Jahr 2023 habe ich selbst wieder vor, bei der Landtagswahl zu kandidieren.

 

Und was ist mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder? Ihm werden die meisten Chancen als Bundeskanzlerkandidat eingeräumt, sollte die CDU/CSU gestärkt aus der Wahl 2021 hervorgehen? Sehen Sie das auch so?

Unser Ministerpräsident und Parteivorsitzender Dr. Markus Söder hat mir in einem persönlichen Gespräch versichert, dass er kein Interesse hat, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Er macht eine hervorragende Arbeit im und für den Freistaat Bayern.

INTERVIEW: DETLEF GSÄNGER

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