Dienstag, 20.04.2021

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Ein Herz für Schwäne: Frauen Retten Tiere vor dem Erfrieren

Zwei Frauen kümmern sich rührend und zwei junge Großvögel, die noch nicht fliegen können. - 09.12.2020 09:00 Uhr

Nachdem sie im Beerbacher Eis festgefroren waren, sind die beiden Jung-Schwäne nach ihrer Rettung auf einen eingezäunten Weiher im Nachbardorf, der auch bei strenger Kälte nicht zufriert, ausquartiert worden.

08.12.2020 © Foto: Andrea Hoffmann


Zu Beginn hatten die Schwanen-Eltern sechs Junge gehabt, doch vier sind spurlos verschwunden. Möglicherweise hat sie ein Fuchs geholt. Die Schwan-Eltern waren dann irgendwann auch verschwunden, die zwei Jungen blieben zurück. Die beiden verbliebenen aus dem Wurf sind zwar erwachsen, jedoch ziemlich klein. Fliegen können sie noch nicht.

Solch ein Bild hat es in Beerbach seit Menschengedenken nicht mehr gegeben. Erstmals hatte sich im Frühjahr auf dem Dorfweiher ein Schwanenpaar niedergelassen (unser Bild). Aus dem Gelege schlüpften sechs Jungvögel. Zwei davon haben überlebt, dank Andrea Hoffmann und Simone Schmidt.

08.12.2020 © Foto: Privat


Etwa vier Wochen haben Andrea Hoffmann und Simone Schmidt sie mehrmals täglich gefüttert. Schmidt hat bislang eher Erfahrung in der Hand-Aufzucht von Rehen. Wie berichtet, geht sie im Frühjahr und Sommer zusammen mit Bekannten landwirtschaftliche Felder und Wiesen vor der Ernte/Mahd ab und bringt die dort oft bewegungslos kauernden Kitze in Sicherheit. Zwei junge Rehe, deren Mütter von Autos überfahren wurden, zog sie heuer im eigenen Garten groß.

Aber Rehe und Schwäne haben nicht besonders viel miteinander zu tun. Im Internet informierten sich Schmidt und Hoffmann, was denn diese großen Vögel überhaupt so fressen. Ergebnis: gekochte Kartoffeln, Haferflocken, Salatblätter und Pellets, die die beiden Frauen bei Raiffeisen kaufen. Zwei bis drei Mal am Tag haben sie die beiden Jungschwäne gefüttert.

Schwäne froren ein

Vorige Woche allerdings passierte etwas, womit die beiden Schwan-Betreuerinnen nicht gerechnet hatten. Bei Temperaturen unter null Grad froren die beiden Schwäne im Wasser ein. Die Feuerwehr befreite sie aus ihrer misslichen Lage. Ab da war klar: Auf dem Dorfweiher in Beerbach können sie nicht bleiben.


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Also haben die beiden Betreuerinnen die Schwäne ins Auto geladen und sind mit ihnen ins nächste Dorf umgezogen. Dort gibt es einen Karpfenweiher, der im Winter nicht zufriert. Auf diesem Weiher haben die beiden jungen Schwäne eine neue Heimat gefunden. Der Weiher ist eingezäunt. Als Unterstand haben die beiden Frauen ihren Schwänen noch eine Hütte zusammengenagelt. Inzwischen hat sich ein Wildenten-Paar zu den Schwänen gesellt.

GUNTHER HESS

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