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Sonntag, 23.02.2020

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Elfjähriger rettet Sechsjährigen aus Büchenbacher Weiher

"Krasser Adrenalin-Kick": Alexander Brafford handelte schnell und richtig - 24.01.2020 09:52 Uhr

Alexander Brafford (mit der grünen Mütze) und seine Kumpels, die bei der Rettungsaktion am Büchenbacher Weiher dabei waren, am Ort des nochmal glimpflich ausgegangenen Geschehens. © Familie Brafford


Etwa 13.30 Uhr soll es gewesen sein, das Thermometer zeigte mutmaßlich um die 0 Grad und der Büchenbacher Dorfweiher lag – am Rand von einer Eisschicht bedeckt – ruhig da. Noch. Denn um diese Zeit halten üblicherweise die Schulbusse vor dem Rathaus, entladen dort ihre quirlige Fracht und die Schüler purzeln anschießend in alle Richtungen davon. Auf einige wenige übt zuvor aber noch das Gewässer in der Gemeindemitte eine gewisse Anziehungskraft aus. So wie an diesem frühen Nachmittag.

Nicht lang gefackelt

Ein Sechsjähriger sei mit Bruder wie Schwester zum Wasser gelaufen und hätte dort am Eis gespielt. Das beobachtete Alexander Brafford, der mit zwei seiner Kumpels auf dem Nachhauseweg war, aus dem Augenwinkel. Nicht zum ersten Mal übrigens: "Ich dacht´ mir schon öfter, da bricht irgendwann einer von denen ein", erinnert sich der Gymnasiast. Und genau das passierte. Die etwas älteren Geschwister hätten noch versucht, den Sechsjährigen, der plötzlich nach unten wegsackte, herauszuhieven. "Aber den hat´s richtig runtergezogen mit seinen nassen Klamotten", weiß Alexander Brafford zu berichten.

Also fackelte der nicht lange, warf die Schultasche auf den Boden und eilte zu Hilfe. Mit seiner Größe von 1,45 Meter und geschätzten 40 Kilogramm sicher kein ganz leichtes Unterfangen, den Kleinen herauszuziehen. Jedoch eines, das glückte – "wahrscheinlich, weil ich viel Sport mache", mutmaßt der Sechstklässler im Nachhinein.


Nach dem Überschlag auf der A9: Ein Ersthelfer spricht


Nachdem er "schon von Kindern gehört" hatte, "die an einem Kälteschock gestorben sind", packte Alexander Brafford den soeben Geretteten – patschnass wie der war – kurzerhand unter den Arm und trug ihn ein paar hundert Meter weiter zu dessen Wohnhaus. "Ich hatte einfach Bedenken, es könnte vielleicht zu lange dauern, bis ein Notarzt kommt", gibt er seine Überlegungen preis. Dass er auch diesen weiteren Kraftakt bewältigen konnte, begründet der junge Büchenbacher ebenfalls mit seinem sportlichen Trainingseifer.

Welche Sportart er ausübe? Unter anderem ein spezielles Muskelaufbautraining für Kids, das sein Vater in Büchenbach ins Leben gerufen habe. Es heißt übrigens "Superhelden"...

Petra Bittner E-Mail

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