Freitag, 21.02.2020

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Emotionaler Abschied vom letzten Meckenhausener Pfarrer

Pfarrgemeinde wird künftig von Hilpoltstein aus betreut, Roland Seger wechselt - 02.02.2018 12:11 Uhr

Pfarrer Roland Seger erhielt von der Kirchengemeinde Meckenhausen einen emotionalen Abschied bereitet. Für ihn gibt es keinen Nachfolger. © Andrea Stritzke


Welche Sympathie er sich in dieser Zeit erworben hat, spiegelte der Besuch der vielen Gläubigen, Vertreter von Einrichtungen und Ortsvereinen, als auch Wegbegleiter wider. Für die Meckenhausener ist es immer noch schwer zu begreifen, dass die Pfarrei St. Martin keinen Ersatz bekommt und in Zukunft von Hilpoltstein betreut wird. So hat der Ort nach fast 500 Jahren als selbstständige Pfarrei erstmals keinen eigenen Pfarrer mehr.

Viele schöne Zeiten und Erinnerungen verbindet der Pfarrer mit der Gemeinde: Unter vielen anderen Dingen die 950-Jahr-Feier Meckenhausens, das 40-jährige Bestehen des Kirchenanbaus, und nicht zuletzt sein 10. Priesterjubiläum am 10. Mai 2013. Geprägt hat er die Pfarrgemeinde mit neuen Ideen und alten Bräuchen, die in Meckenhausen wiederbelebt wurden, wie etwa das Dreikönigsspiel.

Kleine Abschiedsfeier klappte nicht

Eine kleine Abschiedsfeier war Segers eigentlicher Wunsch, aber dass sich das nicht verwirklichen ließ, war schnell klar. Ein festlicher Gottesdienst in der komplett gefüllten Pfarrkiche St. Martin, mitgestaltet von Monsignore Richard Distler sorgte für einen würdigen Rahmen. Wohl vorbereitet ging er zum Schluss auf seinen Abschied ein. "Wo ist nur die Zeit hingekommen?", fragte sich Seger und ließ diese kurz mit ein paar Daten Revue passieren. 107 Kinder wurden in dieser Zeit in der Pfarrei St. Martin getauft und er bedauerte, dass viele nach der Erstkommunion wieder in der Versenkung verschwinden. Die Grenzen der Zeit konnte er bei 88 Beerdigungen erfahren. Dankesworte richtete er an alle seine Unterstützer und Mitarbeiter. In seinen Abschiedsschmerz mische sich auch Dankbarkeit – die Erinnerungen an die Zeit in Meckenhausen seien für ihn ein kostbares Geschenk, bekräftigte er. In Bezug auf die neue Konstellation in der Seelsorgeeinheit wies Seger darauf hin, dass man sich überall im Leben auf neue Situationen einstellen müsse. "Kirche ist nicht, wenn der Pfarrer kommt, Kirche ist, wenn die Leute kommen!", mahnte er. Zum Abschied überreichte er der Pfarrgemeinde ein selbst erstelltes Buch mit Andachten. Viele Gottesdienstbesucher hatten zu diesem Zeitpunkt schon die Taschentücher ausgepackt und mussten die ersten Tränen trocknen. So zitierte Seger zum Abschluss Pater Josef Gerner mit einem Sprichwort aus Afrika: "Beim Abschied muss man lachen, damit es für den der geht, nicht so schwer wird".

Lieder für den Abschied

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susann Beer lud nach ihren Dankesworten alle ins Pfarrheim ein. Dort wartete vor der Türe dann auch schon die Musikkapelle, die zur Verabschiedung mehrere Musikstücke zum Besten gab. Innen ging es musikalisch weiter: Der Kirchenchor und der Chor Belcanto hatten zusammen ein paar Lieder einstudiert.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Susann Beer überreichte ihm eine Notfallbox mit Spaßgeschenken, wertvollen Tipps und Sprüchen, bevor sie ihm als Erinnerung ein Fotobuch übergab, wo jeder vorher seine Abschiedsgrüße und -wünsche eingetragen hatte. Zum Abschluss überraschte Susann Beer mit den beiden Chören mit einem selbst gedichteten Lied, das alle Anwesenden mitsangen.

ast

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