Sonntag, 08.12.2019

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Feierliche Klänge stimmen auf Advent ein

Stadtkapelle Hilpoltstein zündete beim Lions-Club-Benefiz-Konzert ein Feuerwerk an bekannten und weniger bekannten Weihnachtsmelodien. - 25.11.2019 06:00 Uhr

Unter der Leitung von Oskar Kratochvil präsentierte die Stadtkapelle Hilpoltstein beim Benefizkonzert des Lions-Clubs Roth-Hilpoltstein passend zur Vorweihnachtszeit klassische und traditionelle Weisen. © Foto: Tobias Tschapka


Zum Auftakt spielten die Musiker unter der Leitung von Oskar Kratochvil jedoch den schmissigen "Lions-Marsch" von Günther von der Thuesen, die Erkennungsmelodie des Lions-Clubs, dessen Ziele die derzeitige Präsidentin Lydia Kartmann bei ihrer Begrüßungsansprache kurz vorstellte. "Wir sind alle in Freundschaft verbunden und wollen Gutes tun", betonte Kartmann, die sich auf den nun folgenden gut zweistündigen Musik-Kulturgenuss dieser ältesten musikalischer Vereinigung Bayerns freute und ankündigte, dass die Hälfte der heutigen Einnahmen der Jugendarbeit der Stadtkapelle zugutekommen, die anderen 50 Prozent werden sozialen Zwecken in Hilpoltstein gespendet.

Durch das Programm führte Kapellen-Vorsitzende Carolin Brandl, die betonte, dass man mit dem diesjährigen Motto auf die Adventszeit einstimmen möchte. Im ersten Teil des Konzerts ging es jedoch noch nicht allzu weihnachtlich zu. "Schwelgen Sie nun – vielleicht sogar in Erinnerung an ihre eigene Hochzeit – zu Alfred Bösendorfers ,La Nozze Veneziane – Eine Traumhochzeit in Venedig‘", so Brandl, und schon begann die feierliche Ouvertüre, die in der Hilpoltsteiner Stadthalle unter anderem Bilder einer festlichen Gondelfahrt durch die Kanäle der Lagunenstadt aufkommen ließ. Mit "Wohl mir, dass ich Jesum habe", eine der bekanntesten Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach, ging es weiter – ein Stück, das in der englischsprachigen Welt unter dem Namen "Jesu, Joy of Man´s Desiring" zu einer der populärsten Melodien der klassischen Musik wurde, wie Brandl erläuterte.

Den Frieden feiern

Auch zum folgenden Stück "Music For The Royal Fireworks", besser bekannt als die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, hatte sie einiges zu erzählen. König Georg II. von England wollte mit dieser Auftragsarbeit des Komponisten den "Aachener Frieden" feiern, das Ende des österreichischen Erbfolgekrieges. Leider regnete es im Londoner Green Park bei der Premiere im April 1749 den ganzen Tag, und dann geriet auch noch die Bühnenkonstruktion in Brand. Zum Glück geschah nichts davon in Hilpoltstein, als die Stadtkapelle die Ouvertüre, den folgenden eleganten französischen Tanz "Boureé", den dritten Satz "La paix", sowie die zackigen Reitermarschrhythmen von "La Réjouissance" präsentierte, ehe die Suite mit zwei Menuetten im festlich-majestätischen Klang abgerundet wurden.

Nach der Pause wurde es dann deutlich "weihnachtlicher", denn die Stadtkapelle kehrte mit dem festlichen "Westminster Carol" auf die Bühne zurück, ein Arrangement von James L. Hosay, der dabei die Stücke "Engel haben Himmelslieder" mit dem Refrain "Gloria in excelsis Deo" kombinierte. Auch das folgende "Christmas Night", ein von Roland Kernen arrangiertes Traditional beschwor schöne Bilder vom bevorstehenden Fest herauf, zumal Carolin Brandl davor auch noch das Gedicht "Tannengeflüster" von James Krüss rezitierte.

Mit einem Medley aus Stücken des weltweit bekannten und beliebten Blechbläserensembles "Canadian Brass" ging es weiter, in dem sich unter anderem die Melodien von "Jingle Bells", "Silent Night", "Good King Wenceslas" oder "O Come All Ye Faithful" vereinten. Auf die weißen Turnschuhe, dem Markenzeichen der "Canadian Brass", verzichtete die Stadtkapelle allerdings, "den Schuhwechsel wollen wir Ihnen ersparen", so Brandl augenzwinkernd. Überaus passend zum bevorstehenden Fest war auch die nun folgende "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel, der die bekannte Melodie im Jahr 1747 für sein Oratorium "Joshua" komponiert hatte. Auch "White Christmas" von Irving Berlin gehörte in diese Kategorie.

Kracher zum Schluss

Wer gedacht hatte, dass die Stadtkapelle das Ende ihres Benefiz-Konzerts mit einer weiteren weihnachtlichen Weise beschließt, wurde eines Besseren belehrt. "Da die Weihnachtszeit auch eine laute und hektische Zeit ist, hauen wir zum Schluss mit ,The Saints´ Hallelujah‘ einen echten Kracher raus", freute sich Carolin Brandl, ehe Kapellmeister Kratochvil diese witzige Kombination aus Händels "Hallelujah" und dem bekannten Gospel "O When The Saints Go Marching In" anstimmte.

Für dieses, und für alle anderen Stücke des überaus gelungenen Konzertabends, bekam die Stadtkapelle tosenden Beifall, und kehrte für mehrere Zugaben auf die Bühne zurück.

TOBIAS TSCHAPKA

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