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Freibäder: Warten auf ein Konzept

Die angepeilte Wiedereröffnung am Montag, 8. Juni, ist für manches Bad nicht zu stemmen, außerdem fehlt es zurzeit noch an klaren Vorgaben. - 28.05.2020 06:00 Uhr

Da war die Welt der Wasserratten und Badenixen noch in Ordnung: Beim Freibadfest in Hilpoltstein 2019 füllten fröhliche Badefans die Becken. In Zeiten von Corona ist die Wiedereröffnung ab Montag, 8. Juni, zwar grundsätzlich genehmigt, es fehlt aber noch an Konzepten, wie die Sicherheitsvorgaben in den Bädern umzusetzen sind.


Wie sollen im Schwimmbecken, an der Wasserrutsche oder auf der Liegewiese Abstands- und Hygieneregeln funktionieren und vor allem: wie ihre Einhaltung kontrolliert werden? Wie viele Menschen dürfen eingelassen werden, wo sollen und dürfen sie sich dann aufhalten, um trotz der Beschränkungen einen entspannten Tag im Freibad erleben zu können? Kreise auf der Liegewiese? Und im Becken Abstandsmessung per Schwimmnudel?

"Ein bisschen überstürzt" findet Matthias Schubert das Ganze jetzt schon. Der Leiter des Rother Freizeitbades ist zwar "technisch gerüstet", um das Tor zum Bad innerhalb einer Woche aufzusperren. "Aber das gilt halt für normale Zeiten." Jetzt aber muss er sich ein Konzept für den Badebetrieb "aus den Fingern saugen", das den strengen Vorgaben entspricht. "Dabei macht es jedes Bad ein bisschen anders", stellt er fest und sucht gerade nach Möglichkeiten, um die Besucherströme Corona-konform zu lenken.

Was in seinem Konzept stehen wird, weiß Schubert noch nicht – "ich bin mittendrin". Genaue Auskunft ("vielleicht ein Ticketsystem") gebe es erst, wenn er die Ideen mit Bürgermeister Ralph Edelhäußer und Stadtwerkeleiter Dr. Gerhard Brunner abgesprochen hat. Auch Edelhäußer bleibt vorsichtig: "Hoffentlich kriegen wir‘s bis zum 8. Juni hin."

 

Detaillierte Analyse

 

"Wir machen bald auf, aber nicht am 8. Juni", sagt Friedrich Taschner, Bademeister im Stadtbad Hilpoltstein. Mit Bürgermeister Markus Mahl hat sich Taschner darauf geeinigt, dass es eine detaillierte Gefahrenanalyse geben muss, auf der ein tragfähiges Konzept aufbaut. Taschner gibt beispielsweise zu bedenken, dass auch Familien das Bad benutzen können sollen – und da stellt sich die Frage, wie sich die Aufsicht über die Kinder im Nichtschwimmerbereich und die Abstandsregeln unter einen Hut bringen lassen.

Das Freibad Allersberg soll am 8. Juni pünktlich seine Pforten öffnen, kämpft aber zurzeit sowohl mit technischen Problemen als auch mit den bislang nur sehr schwammigen Vorgaben der Bundes- und Landespolitik (Ausführlicher Bericht Seite 27).

Hinsichtlich des Freibads Thalmässing gibt man sich ebenfalls noch sehr vorsichtig. "Ob die Auflagen für unser Freibad umsetzbar sind sowie wann und wie das Freibad öffnen kann, steht derzeit leider noch nicht fest", heißt es auf der Homepage der Gemeinde. Auch hier ist also klar warten angesagt. Bademeister Günter Herzog vom Freibad Heideck ist in der gleichen Situation wie seine Kollegen: Er hofft auf ein tragfähiges Konzept, das bald kommt und einen annähernd normalen Freibadbetrieb sowie die Corona-Vorgaben in eine vernünftige Relation bringt.

Eine Öffnung schon am 8. Juni schließt er aus. "Wir reinigen gerade die Becken", erklärt Herzog, dem zu viele Fragen ungeklärt sind. "Ich wüsste zum Beispiel gern, wie viele Desinfektionsmittel-Spender wir vorhalten müssen."

"Das Sport-und Freizeitbad ist bis auf weiteres geschlossen! Wir bitten um Ihr Verständnis", heißt es auf der Seite des Sport- und Freizeitbades Greding lakonisch.

car/hvd

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