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Dienstag, 20.08.2019

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Greding: Das war’s mit der Bogenbrücke

Statt den Projektstand zur Kenntnis zu nehmen, lehnte der Gredinger Stadtrat ein vieldiskutiertes Bauwerk ab. - 12.08.2019 06:00 Uhr

So hätte sie aussehen können, die neue Schwarzachbrücke. Dass die Bogenform nun nicht verwirklicht wird, steht seit der jüngsten Stadtratssitzung fest. © Repro: Staatliches Bauamt Nürnberg


Damit wurde eine dreijährige Kopfarbeit mit einem Schlag zunichte gemacht. Umstritten war die angedachte Bogenform der neuen Brücke aber schon, seit Christoph Eichler als Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamtes Nürnberg im Januar über die Pläne referiert hatte. Die Vorgaben würden einen Verzicht auf die bisherige Bauweise mit Mittelpfeiler erfordern, so war seine Aussage vor einem guten halben Jahr. Der Stadtrat willigte zu Jahresanfang zähneknirschend ein, was aber in dem Verweis darauf begründet lag, dass angeblich laut Wasserwirtschaftsamt (WWA) schlicht keine andere Bauweise möglich beziehungsweise erlaubt sei.

Ein Ortstermin im Mai habe aber ein völlig anderes Bild ergeben und so auch für eine gänzlich andere Ausgangssituation gesorgt, monierte Josef Dintner (CSU) bei der jetzigen Sitzung. Bei jenem Termin sei die Aussage gewesen, dass es sehr wohl Alternativen gäbe, etwa in Form einer Tragkonstruktion unterhalb der Brücke.

Karl Betz, ebenso Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Nürnberg, versuchte Licht ins Dunkel zu bringen. Er sei mit seinen Planungen zum WWA gegangen und habe angefragt, ob das Amt Bedenken gegen sie habe. Das sei verneint worden. Im Umkehrschluss aber sei es keinesfalls so gewesen, dass die Behörde daraus ihrerseits Forderungen nach Verwirklichung einer Bogenbrücke abgeleitet habe. Betz verhehlte aber nicht, dass eine solche "die technisch richtige und die optisch ansprechendste Lösung" darstelle.

Sicht auf Altstadt verbaut

Das wiederum rief teils heftigen Widerspruch hervor. Oswald Brigl (CSU): Für eine solche "kann ich mich überhaupt nicht erwärmen!" Vor allem deswegen, weil jener Bogen die Sicht auf die Altstadt nachdrücklich beeinträchtige. Ein Argument, dem zufolge schon etliche Bauanträge zum Verhängnis geworden seien. Es könne nicht sein, dass Privatpersonen für sie wichtige Bauvorhaben mit einer Logik verwehrt werden, über die sich ein Amt dann einfach so hinwegsetze, machte neben Brigl auch Parteikollege Michael Behringer deutlich.

Betz selbst ging nicht auf Konfrontationskurs, sondern beteuerte: Seitens der Behörde werde man "nicht gegen ein klares Votum der Stadt vorgehen." Das bekam er dann auch, womit die Bogenbrücke nun vom Tisch ist. Für Betz persönlich allerdings recht ärgerlich: "Jetzt kann ich meine Planungen der letzten drei Jahre einstampfen", kommentierte er die Abstimmung ganz unumwunden.

Für die Stadt aber hatte er gute Nachrichten dabei: Die Konstruktion mit Pfeilern liege kostenmäßig in der gleichen Größenordnung wie die Bogenbrücke, für die 3,5 Millionen Euro zu Buche geschlagen wären. In beiden Fällen käme noch die knappe Million für die Behelfsumfahrung während der Bauzeit dazu. Die nun favorisierte Zweifeld-Lösung mit Tragwerk unterhalb der Brücke sei aber "technisch aufwendiger". Das Optik-Argument wollte er ebenso nicht gelten lassen. Bei der Ansicht vom Eichstätter Tor aus etwa "dominieren die Verkehrswegweiser und die Preisschilder der Tankstelle" statt der Brücke die Sicht. Bürgermeister Manfred Preischl schloss sich dieser Perspektive teilweise an und meinte: "Die Verwaltung kann mit einer Bogenlösung gut leben". Beim Blick von der anderen Seite in Richtung Stadt hingegen ergäbe sich freilich ein anderes Bild, hielten Mitglieder des Stadtrates den beiden Herren entgegen. Bevor die Abstimmung das eindeutige Ergebnis brachte. 

JÜRGEN LEYKAMM

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