Donnerstag, 24.10.2019

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"Hands Up": Kultur losgelöst vom Ohr in der Kufa

"Hands up 6" lädt am 19. Oktober zum Varieté und zum Bestaunen eines inklusiven Kunstprojekts in die Kulturfabrik ein. - 10.10.2019 14:12 Uhr

Kracher mit Leucht- und Farbeffekten. Dafür sorgen bei der Show in der Kulturfabrik, die im Rahmen der sechsten Auflage von „Hands up“ stattfindet, auch die „Drum Stars“. © Veranstalter


Ein echter "Kracher" eröffnet den Abend: Mit den "Drum Stars" aus Landsberg hat man sich ein Percussion-Ensemble eingeladen, das nicht nur mit den Stöcken auf den Trommeln herumwirbelt, sondern seine Performance mit einmaligen Lichteffekten aufpeppt.

Ein nicht minder kraftvoller Auftritt lässt das Duo "Ingravido" aus Regensburg erwarten, das mit Kraftartistik und Akrobatik der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen will. Und mit Zauberer Fralau (Franz Paulus) aus Augsburg tritt sogar ein ehemaliger Weltmeister auf. Der gehörlose Zauberkünstler hat 2004 die gesamte hörende Konkurrenz hinter sich gelassen. Von ihm gibt es "Comedy & Illusion" vom Feinsten. Doch auch die Lokalmatadoren von Regens Wagner Zell zeigen, was sie drauf haben. Die Seniorinnen haben eine Tanzaufführung einstudiert, das Zeller Handtheater ist zu sehen und Mitarbeiter Sepp Wenzel zieht die Besucher mit einer Gebärden- und Poesie-Performance in seinen Bann.

Kultur bringt zusammen

Zwei seiner Kollegen moderieren in bewährter Weise: Pantomamo (Marcus Willam) und Konjo (Koni Rubin). Gebärdendolmetscher sorgen dafür, dass auch jeder alles mitbekommt. Regina Ising, bei Regens Wagner Zell für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ist sicher: "Das wird ein schön bunt gemischter Abend", der unter dem Motto "Varietee" die Sorgen vergessen lässt.

"Zell Kultur" ist eine feste Veranstaltungsreihe der Einrichtung für Hörgeschädigte mit Mehrfachbehinderung. Die Intention: Inklusiv "Gehörlosenkultur für alle" anzubieten. Ein perfektes Beispiel ist das einjährige Kunstprojekt "Was Kunst schafft!?", das Menschen mit und ohne Behinderung über gemeinsames künstlerisches Engagement zueinander bringen will.

Den Auftakt bildeten im April Workshops zum Kennenlernen. Es bildeten sich Kunstgruppen, die sich verschiedener Teilprojekte annahmen. Vertreter der Grundschule Hilpoltstein und Regens Wagner Zell machten sich an den Bau von Sitzgruppen aus Holz-Kabeltrommeln und das Umfunktionieren alter Satellitenschüsseln.

Acht Quadratmeter Begegnung

Seniorinnen der Zeller Tagesstätte brachten den Eichstätter Altenpflegeschülerinnen den Kreuzstich bei, beide Gruppen schufen gemeinsam Stickkreationen. In der Realschule Roth und Auhof ließ man ein acht Quadratmeter großes Gemeinschaftsbild entstehen. Die Schüler des Hilpoltsteiner Gymnasiums und der Berufsschule Zell fertigten Gipsabdrücke der eigenen Gesichter an und belegten sie mit Schrott, sodass Künstler Thomas Held daraus Masken schweißen konnte.

Auch bei den anderen Gruppen zogen Lehrer und Kunstschaffende wie Andrea Forster, Andrea Frister, Sandra Köppel und Claudia Pößnicker die Fäden. Faszinierend sei "die Unterschiedlichkeit der Werke", betont Ising: "Kreativität ist unabhängig von der Behinderung".

Lob verteilt auch die Chefin von Regens Wagner Zell: "Die Zusammenarbeit war sehr zuverlässig, alle sind hoch motiviert".

Das Ergebnis kann man bei der Vernissage um 16.30 Uhr bestaunen, dazu gibt es Infostände, Fotoaktion, Clownerie, Jonglagen und auch der lukullische Genuss kommt nicht zu kurz. In der Kulturfabrik ist die Ausstellung von Dienstag bis Donnerstag, 22. bis 24. Oktober, zu sehen (9 bis 12.30 und 13.30 bis 15 Uhr). Dann zieht die Schau in die Hilpoltsteiner Residenz um, wo sie zwischen den Freitagen vom 25. Oktober und 15. November gastiert (Montag bis Donnerstag von 9 bis 17, Freitag bis 13, Samstag im Oktober von 10 bis 14 Uhr). Zwischendrin gibt es am Freitag, 8. November, eine Midissage um 17 Uhr.

ley

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