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Mittwoch, 26.06.2019

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Hanomag, Eicher, Allgeier, Hela, McCormick & Co.

Zur Kirchweih in Gauchsdorf fuhren 220 historische Traktoren vor. - 11.06.2019 17:00 Uhr

Bloß nicht den Überblick verlieren. 220 historische Traktoren fuhren zur Kirchweih in Gauchsdorf vor. © Foto: Roland H. R. Gössnitzer


Die Kirchweih-Feierlichkeiten begannen mit vielen Besuchern bereits am Pfingstsamstag mit der problemlosen Aufstellung des Kirchweihbaumes, musikalisch begleitet von den "Aurachtalern". Pünktlich stach am Abend Bürgermeister Helmut Bauz mit Unterstützung der Festbesucher das erste Fass an, danach sorgte bis spät in die Nacht das "Zottbachduo" für musikalische Unterhaltung und Stimmung.

Mit einem Festgottesdienst am Pfingstsonntag wurden die Feierlichkeiten fortgesetzt und dann fuhren bereits die ersten Traktoren vor. Waren es 2017 noch 101 Traktoren, so verkündete das Organisationsteam mit Anja und Klaus Scharinger sowie Alfred Gärtner in diesem Jahr eine neue Rekordbeteilung von sage und schreibe 220 Traktoren. Das ist in zwei Jahren eine Seigerung von über 100 Prozent. Sicher trug dazu auch bestes Wetter und der neue Platz an der Flugplatzstraße bei.

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Alte Traktoren ohne Ende: 220 historische Raritäten tuckern nach Gauchsdorf

Das Dutzend ist voll: Zum zwölften Mal kamen am Pfingstwochenende die Oldtimer-Schlepper-Freunde zur Kirchweih in Gauchsdorf zusammen. Waren es 2017 noch 101 Traktoren, so verkündete das Organisationsteam in diesem Jahr eine neue Rekordbeteilung von sage und schreibe 220 Traktoren. "Aufgebrezelt" und fein herausgeputzt standen McCormick, Steyr, Nordtrak, Fendt, Schlüter, Eicher, Lanz, Bautz, Deutz, MAN, natürlich auch Porsche, Allgeier, Hanomag, Kramer, Landini, Hela und Gutbrod nebeneinander.


"Aufgebrezelt" und fein herausgeputzt standen McCormick, Steyr, Nordtrak, Fendt, Schlüter, Eicher, Lanz, Bautz, Deutz, MAN, natürlich auch Porsche, Allgeier, Hanomag, Kramer, Landini, Hela und Gutbrod mit ihren "Lebensläufen" nebeneinander. Viele Besucher unterhielten sich mit den Schlepperbesitzern über Motorentechnik, Zugkraft und andere technische Details, anderen reichte schon die Strahlkraft und die Schönheit der Raritäten.

Viele Traktorenliebhaber gaben sich die Ehre, darunter die Dieselfreunde Rezatgrund, die Schlepperfreunde Rednitzhembach, der 1. Rohoel-Zug Wallesau, die Schlepperfreunde Oberreichenbach, die Schwander Kolbenquäler, ja sogar die Oldtimerfreunde aus Manching nahe Pfaffenhofen kamen und die Bulldogfreunde Mamberch aus Mäbenberg waren mit ihren blauen Eicher-Traktoren verschiedener Baujahre vor Ort.

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Zu bewundern gab es auch einen MAN Ackerdiesel AS 330FH, Baujahr 1951, aus Neumühle, der jüngst die Plakette für 250 000 Kilometer störungsfreien Betrieb verliehen bekam. Besonders der Holzspalter, den die Oldtimerfreunde aus Manching mitgebracht hatten, wurde bewundert. Hans Lebegern aus Neuses war mit seinem 25 PS starken MAN Ackerdiesel vom Typ AS 325 vor Ort. Interessant war im Lebenslauf des Traktors zu lesen, dass er im Juni 1949 zu einem damals stattlichen Preis von 10 700 Mark ausgeliefert wurde. Und das waren die Zahlungskonditionen vor 70 Jahren: 1000 Mark in bar bei Auftragserteilung, 5000 Mark in bar bei Lieferung, Rest in drei gleichen Monatsraten gegen Wechsel, Diskont- und Wechselstempelspesen zu Kundenlasten.

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Schön, dass zum Schleppertreffen auch einige Exoten bewundert werden konnten, so ein Herkules Moped, ein Pkw Fiat 500, ein 60 Jahre alter US-Army-Jeep oder auch ein Trabi in bestem Zustand. Jeder Teilnehmer, der einen über 30-Jahre alten Schlepper besaß und der Einladung folgte, erhielt als Dankeschön einen Gutschein fürs Kommen. Kulinarische Leckerbissen wie Kaffee, Kuchen, Fisch-, Steak- oder Bratwurstsemmeln, gebratener Fisch und frisch gezapftes Bier luden zum Verweilen ein.

Wer Lust hatte, machte eine Rundfahrt durchs Dorf, bevor am Abend mit einer Verlosung und der Gruppe MP 3-Player das Festwochenende stimmungsvoll ausklang. "Wir freuen uns schon wieder auf 2020", so der einhellige Kommentar der Traktorenfreunde und Besucher. Besser konnte das Lob für die Organisatoren nicht ausfallen. 

ROLAND H. R. GÖSSNITZER E-Mail

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