Dienstag, 19.01.2021

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Heiratsrekord im Corona-Jahr

In Hilpoltstein wurde Zahl der Trauungen 2020 nicht kleiner, sondern größer. Weniger Hochzeiten in Schwabach und Roth. - 14.01.2021 15:00 Uhr

Unbeschwert „ja“ sagen und sich trauen in so bedrückenden Zeiten? Etliche für 2020 geplante Eheschließungen wurden verschoben, aber in Hilpoltstein verzeichnete das Standesamt für das vergangene Jahr sogar einen Rekord an Trauungen.

13.01.2021 © Foto: Art & Photo Urbschat


Oder sollte man die Hochzeit vielleicht verschieben auf das nächste Jahr? Denkste. Zumindest für Hilpoltstein galt das nicht. "Ein Rekordjahr" vermeldet das Standesamt der Burgstadt für 2020 bei der Zahl der Eheschließungen. Trotz Corona. 102 Paare haben sich in der Burgstadt getraut, den Bund fürs Leben zu schließen, obwohl zeitweise niemand außer dem Brautpaar in den Trausaal kommen durfte. Für Standesbeamtin Susanne Krauß ist die Zahl erstaunlich, denn im Vorjahr hatten "nur" 83 Trauungen stattgefunden, 2018 waren es 89 gewesen.

Erklären kann sie sich den Rekord von Heiratswilligen nicht, denn viele Städte hätten einen deutlichen Einbruch an Hochzeiten beklagt. Nicht so in Hilpoltstein. "Aber wir haben uns auch sehr bemüht, es den Brautleuten so schön wie möglich zu gestalten", erinnert sie sich an die tapferen Trotzdem-Ja-Sager. Und dank kreativer Ideen – der Laptop stand oft mit im Trausaal – konnten viele Trauungen per Livestream ins Wohnzimmer der Eltern übertragen werden.

Einige Trauungen verschoben

In Roth wurde 2020 etwas seltener geheiratet als in den Vorjahren. "Aber nur minimal" sei der Unterschied, sagt Standesbeamter Christian Haußner auf Anfrage. 113 Mal haben Paare "Ja" gesagt, 2019 waren es 124 gewesen und im Jahr davor 125. Einige Brautleute hätten ihre Trauung wegen der Pandemie schon verschoben.

Auch einer der vier Hochzeits-Samstage, die die Stadt Roth jeweils einmal im Quartal anbietet, fiel komplett aus, weil am 9. Mai praktisch keines der angemeldeten Paare wirklich (allein) heiraten wollte.

Aber manche Termine ließen sich halt schwer verschieben: "Wenn der Ring schon mit dem Datum geprägt ist, kommt man da nicht mehr raus", erinnert sich Haußner an eine Trauung, die wie geplant – und im Ring dokumentiert – stattfand.

Für 2021 bietet das Rother Standesamt die Hochzeits-Samstage schon wieder an. "Heuer starten wir aber noch nicht im ersten Quartal, sondern erst im zweiten – im Mai."

Auch in Schwabach hat man sich im Coronajahr 2020 nicht wirklich weniger getraut als vorher. Mit 205 Eheschließungen statt 221 im Jahr 2019 und 226 im Jahr 2018 ist der Rückgang kein signifikanter. Laut Anke Falkner vom Standesamt herrschte bei den Ehewilligen auch eine sehr unterschiedliche Stimmungslage: "Manche Paare wollten ihren Termin verlegen, in der Hoffnung, dass die Bestimmungen später wieder lockerer werden. Aber wie sich dann herausgestellt hat, wurde es im Winter ja schon wieder strenger."

Auch im Trausaal des Schwabacher Rathauses nutzte man die digitale Technik, um die feierliche Zeremonie zu Eltern, Verwandten und Freunden zu transportieren: "Die Eltern von ausländischen Ehepartnern durften ja in vielen Fällen gar nicht einreisen, dann konnten sie zumindest in Form von Skype dabei sein."

Übrigens: Die Geburtenzahlen im Jahr 2020 sind – zumindest die aus der Kreisklinik Roth – nicht besonders bemerkenswert ausgefallen: 605 Geburten meldet die Klinik, nach 558 im Jahr 2019 und 618 im Jahr 2018. Um die 600 herum, so weiß Christian Haußner vom Rother Standesamt, seien es eigentlich in jedem Jahr seit Schließung der Schwabacher Geburtshilfe. Aber vielleicht verändern sich die Zahlen ja im Lauf von 2021 doch noch deutlich – nach oben.

CAROLA SCHERBEL

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