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Herausforderung für Spalt

Abriss der Hopfenhalle und Bau eines Kreisverkehrs sind 2017 markante Projekte - 03.11.2016 18:11 Uhr

Der Abriss der Hopfenhalle hat auch Auswirkungen auf den Spalter Fasching. Statt Halle wird es künftig ein großes und winterfestes Zelt geben. © F: ley/Archiv


Das Gebäude war einst eine Lagerhalle für Hopfen. Mit der Zeit fanden im dem Gebäude immer mehr Veranstaltungen statt, vor allem in der Faschingszeit. Diese wurden jedoch vom Landratsamt nur unter Auflagen und zeitlich befristet genehmigt.

Zur Vorgeschichte

Den Anforderungen, denen eine Veranstaltungsstätte eigentlich gerecht werden muss, erfüllte die Hopfenhalle zu keiner Zeit. Nur durchschnittlich acht Veranstaltungen pro Jahr duldete das Landratsamt. Mit der Zeit verschärften sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen, vor allem hinsichtlich des Brandschutzes. Das Landratsamt machte schließlich deutlich, dass eine weitere Ausnahmegenehmigung nicht mehr erteilt werden kann.

Die Stadt Spalt reagierte, ließ grob die Kosten für einen Neu- beziehungsweise Umbau ermitteln. Ebenso wurde die Statik des Hallentraktes untersucht. Mit dem Ergebnis, dass erhebliche Mängel festgestellt wurden. Am Ende nahm der Stadtrat wegen der zu erwartenden Kosten Abstand von einer Sanierung des Gebäudekomplexes und beschloss dessen Abriss.

Aber auch ein Neubau wäre mit einem Kostenvolumen von 3,5 Millionen Euro bei jährlichen Folgekosten von rund 280 000 Euro nicht zu stemmen, hieß es. Um die zu erwartenden Folgekosten, die zwischen 200 000 und 280 000 Euro geschätzt werden, alternativ zu finanzieren, „könnten wir auch die Grundsteuer B um 200 Punkte erhöhen“, meinte Weingart. Doch dies sahen weder Bürgermeister noch Stadtrat als wirkliche Lösung an.

Der Abriss kommt auch einer anderen Baumaßnahme entgegen: dem geplanten Kreisverkehr. Denn eine der nötigen Umleitungsstrecken wird dann über das letztlich frei gemachte Gelände führen, um den Verkehrsfluss in Spalt während der Bauzeit von über zwei Jahren zu gewährleisten. „Das wird eine riesige Herausforderung für uns werden“, betonte Bürgermeister Udo Weinberg, der die Geschäftsleute am Ort nicht über Gebühr belasten möchte. Doch bei der Umgestaltung des Knotenpunkts gibt es hinsichtlich der dort zahlreich verlegten Leitungen und Kanäle viel zu bedenken. Eine straffe Organisation soll dazu führen, dass die Baustelle „keine zwei Sommer dauern soll“, so Weingart.

Sorgfältige Vorplanung

Die Verwaltung war in den vergangenen zwei Jahren nicht untätig. „Wir wollten keinen Schnellschuss, sondern eine Vorgehensweise, die wohl überlegt und mit größter Sorgfalt geplant ist.“ Jetzt kann es losgehen, nachdem die Städtebauförderung hat für einen vorzeitigen Baubeginn der Maßnahme auch eine Förderung in Höhe von 60 Prozent der Kosten für den Abbruch der Stadthalle und dem Freimachen des Geländes in Aussicht gestellt hat.

Die Städtebauförderung hat aber die Zuschüsse mit Auflagen und Bedingungen gekoppelt. Sie verlangt nämlich einen weiteren städtebaulichen Wettbewerb. Dieser Wettbewerb soll in den nächsten Wochen mit der Städtebauförderung vorbereitet und abgestimmt werden. Der im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzeptes tätige Arbeitskreis „Städtebau, Verkehr und Freiraum“, in dem auch Bürger beteiligt sind, hat hier ebenfalls schon Ideen und Vorschläge entwickelt; diese sollen in das Konzept einfließen.

Im Zuge der Abbrucharbeiten der Hopfenhalle 2017 wird auch das Anwesen Weingarter Straße 1 dem Erdboden gleich gemacht. Diese Abbrucherlaubnis gab es jedoch nur im Zusammenhang mit der Errichtung des Kreisverkehrs.

Vergeben wurde im Stadtrat auch der Auftrag zur Untersuchung der Schadstoffbelastung der Anwesen Bahnhofstraße 2 und 4 (Hopfenhalle). Der Abbruch der vorgenannten drei Gebäude ist Bestandteil einer gemeinsamen Ausschreibung.

Das Spalter Ingenieurbüro Klos wurde bisher für Planung und Vorbereitung zum Umbau des Knotenpunktes zur Errichtung des Kreisverkehrs beauftragt, jedoch nur für die Leistungsphasen 1-4. Zur weiteren Fortführung der Ausführungsplanung sind weitere Leistungsphasen erforderlich, die ebenfalls an das Büro Klos vergeben wurden.

Nachdem die Hopfenhalle nicht mehr genutzt werden kann, musste sich auch die Spalter Faschingsgesellschaft ein neues Konzept überlegen. Bislang war die Hopfenhalle wichtiger Bestandteil der Faschingsveranstaltungen am Ort. Die Krönungsbälle finden in der kommenden Session im Saal des „Roten Rosses“ statt. Dort wird auch der Kinderfasching veranstaltet.

Beheiztes Zelt

Vom 18. bis 28. Februar wird dann am Kornhausparkplatz ein großes Zelt (beheizt, winterfest) für das närrische Volk errichtet. Dort finden ein Saumarktball, ein Kinderfasching, der Unsinnige Donnerstag, der Rosenmontags-Saumarktball mit Brauchtumsumzug und der Faschingszug Spalt am Faschingsdienstag statt.

Der Faschingszug wird dann auch einen anderen Verlauf nehmen; mit Beginn an der Güsseldorfer Straße, weiter über die Brücke Richtung Innenstadt mit Abschlusskundgebung im aufgestellten Großzelt.

DETLEF GSÄNGER

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