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Hier ist die Frage: Darf das Obst samt Plastik in die Tonne?

Was tun mit verpacktem Biomüll? Leser Dietmar Schuster aus Roth ärgert sich - 22.08.2019 10:30 Uhr

Diesen Inhalt sah Dietmar Schuster in den Supermarkt-Biotonnen. © Foto: Dietmar Schuster


Eine Antwort hat Markus Biersack vom Büchenbacher Entsorgugnsunternehmen "hofmann denkt" parat, der erst mal dazu rät, die Situation nicht mit der von Privathaushalten zu vergleichen. Weil der Biomüll, den der Verbraucher in die braune Tonne befördert, zur Kompostieranlage gebracht werde. Dort entstehe Kompost, der müsse gewissen Gütekriterien entsprechen, weshalb in die private Biotonne nur geworfen werden darf, was laut Liste des Abfallreferats auch hineingehört.

Eigene Verwertungsanlagen

Anders sehe es bei Gewerbekunden aus. "Ja, die schmeißen ihre Sachen mit Umverpackung rein", weiß Biersack. Und: "Sie dürfen das." Denn diese Wegwerfware werde eigenen Verwertungsanlagen zugeliefert: Entweder einer Biogasanlage, wo man Störstoff wie Plastik entferne, bevor die Biomasse in der Anlage lande, um der Dünger-, Wärme- oder Stromproduktion zugeführt zu werden, erklärt Abfallberaterin Ruth Röttinger vom Landratsamt. Oder einem Speiserestverwerter, der den Abfall – ebenfalls nach Aussortierung von Fremdanteilen – "unter Druck und Hitze hygienisiert", sodass er dann in die Futtermittelindustrie wandern könne. Nicht selten seien die Container auch mit Firmennamen beschriftet, die verrieten, wohin die Reise gehe.

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Auf Nachfrage versichert Rewe Süd-Unternehmenssprecherin Ursula Egger: "Bei der Entsorgung des im Markt angefallenen Abfalls arbeiten wir mit professionellen, zertifizierten Entsorgern auf vertraglicher Grundlage zusammen." Also: Der Endentsorger für organischen Abfall sei verpflichtet, den Müll in seinen Anlagen sauber zu trennen. Die Plastikverpackung werde vom eigentlichen Biomüll entfernt "und nach gesetzlichen Regelungen entsorgt."

Verschwendung gering halten

Analog argumentiert Carolin Künsleben von Aldi Süd: Seit vielen Jahren ergreife man "zahlreiche Maßnahmen, um die Verschwendung von Lebensmitteln so gering wie möglich zu halten". Sie nennt "bedarfsgenaue Bestellungen", die Kooperation mit den Tafeln, anderen sozialen Einrichtungen oder Landwirten.

Aber "trotz sorgfältiger Planung" ließe sich der Abfall nicht ganz vermeiden. Bei der Entsorgung arbeite auch Aldi Süd "ausschließlich mit zertifizierten Unternehmen zusammen". Beim Entsorgen würden die Abfälle in Biogasanlagen gelangen, so dass damit Bioenergie oder Düngemittel erzeugt würden.


Hilpoltsteiner Grüngutcontainer wird zur Müllhalde.


  

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