Abgespeckter Familienspaß

Hilpoltstein: Einbahnstraßen-Kerwa als Burgfest-Ersatz

2.8.2021, 06:04 Uhr
Festplatzbummel im oder gegen den Uhrzeigersinn: Ein Zaun sorgte beim Hilpoltsteiner

Festplatzbummel im oder gegen den Uhrzeigersinn: Ein Zaun sorgte beim Hilpoltsteiner "Familienspaß" für getrennte Bahnen. © Tobias Tschapka, NN

Auf dem Hilpoltsteiner Festplatz, wo zu „normalen“ Burgfestzeiten immer ausgelassen gefeiert wird, bot sich diesmal ein ziemlich abgespecktes und auch ein bisschen verstörendes Bild: Kein dichtes Gedränge rund um die Fahrgeschäfte, kein Bierzelt und damit auch keine Livemusik, und überhaupt: kein Bierkrug weit und breit, denn es herrschte striktes Alkoholverbot.

Maskenfreies Vergnügen gab es beim

Maskenfreies Vergnügen gab es beim "Burgfest-Ersatz" immerhin im Kinderkarussell. © Tobias Tschapka, NN

Kein Wunder, dass die Stadt Hilpoltstein ihr Ersatzprogramm nur als „Familienspaß“ angekündig hatte, denn den Kindern, die als einzige keine Masken tragen mussten, dürfte es am besten gefallen haben. Für sie gab es mehrere Karussells und das übliche Angebot von der „lustigen Angelei“ bis zur Losbude.

Der Autoscooter sorgte bei den Jugendlichen für ein bisschen Burgfest-Atmosphäre.

Der Autoscooter sorgte bei den Jugendlichen für ein bisschen Burgfest-Atmosphäre. © Tobias Tschapka, NN

Die älteren Kinder und Erwachsenen kamen immerhin mit Autoscooter und „Let’s Dance“ auf ihre Kosten – wobei man aufpassen musste, dass einem der Fahrtwind nicht die auch hier vorgeschriebene Maske aus dem Gesicht blies. Auch essen war nur in abgesperrten Bereichen erlaubt, Zäune und Pfeile wiesen den Einbahnstraßen-Weg über die kleine Kirchweih, und überall standen Schilder mit den „AHA“-Regeln. Dazu die bullige Security am Eingang, die freilich zugegebenermaßen inzwischen auch in Nicht-Corona-Zeiten zum gewohnten Bild gehört.

Immer nur in eine Richtung: Auf dem Kinderkarussell ist das immerhin ganz normal - auf den Wegen übers Kerwa-Gelände dagegen Corona-bedingte Ausnahme.

Immer nur in eine Richtung: Auf dem Kinderkarussell ist das immerhin ganz normal - auf den Wegen übers Kerwa-Gelände dagegen Corona-bedingte Ausnahme. © Tobias Tschapka, no credit

Da bleibt am Ende trotz viel guten Willens ein fader Beigeschmack und nur die Hoffnung, dass diese Art des sterilen Feierns bald wieder der Vergangenheit angehört. Immerhin kamen die Kinder auf ihre Kosten, und auch den gebeutelten Schaustellern tat der Neubeginn mit angezogener Handbremse gut.