Hilpoltsteiner Gewerbeschau für 2018 gestrichen

9.11.2017, 16:33 Uhr
Das waren noch Zeiten! Der damalige Gewerbevereins-Vorsitzender Rudolf Tratz (r.) rührte mit den Bürgermeistern Mahl und Lerzer sowie seinen Vorstandskollegen die Werbetrommel für die Leistungsschau 2012.l

Das waren noch Zeiten! Der damalige Gewerbevereins-Vorsitzender Rudolf Tratz (r.) rührte mit den Bürgermeistern Mahl und Lerzer sowie seinen Vorstandskollegen die Werbetrommel für die Leistungsschau 2012.l © Foto: HiZ-Archiv/Harry Röde

1100 Anschreiben habe der Gewerbeverein hinsichtlich einer Gewerbeschau versandt. Lediglich 29 der Adressaten hätten geantwortet, davon acht ablehnend, betonte Prochaska. Alle seien mit ihren Geschäften genug gefordert. Zudem könne die Stadtverwaltung zwar finanzielle, aber keine logistische Unterstützung leisten. Damit sei das Thema "Gewerbeschau" erledigt. "Alleine können wir das nicht schultern."

Diese Absage traf vor allem Josef Lerzer ins Mark. Der 3. Bürgermeister hatte bei der letzten Gewerbeschau 2012 den Organisationspart übernommen. Er würde es schade finden, wenn wirklich keine Gewerbeschau stattfände, denn "Hilpoltstein braucht sich nicht zu verstecken: Wir haben einen guten Einzelhandel, gute Handwerker und gute Gewerbetreibende", was man auch entsprechend nach außen weitergeben müsste. Selbst Kommunen, die kleiner seien als Hilpoltstein, würden ihr Gewerbe bei einer größeren Veranstaltung einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. So zum Beispiel Heideck und Allersberg. Als Positiv-Beispiel nannte er die geoMesse in Georgensgmünd, die "absolut professionell" sei.

Allerdings wisse Lerzer auch um die Schwierigkeiten, die die Organisation einer Gewerbeschau nach sich ziehe. Immerhin habe er im Herbst vor fünf Jahren 90 Teilnehmer gehabt. Auf Wunsch des Gewerbevereins habe man auf externe Aussteller verzichtet. Ein halbes Jahr vor der Schau habe er im Hofmeierhaus eine Info-Veranstaltung abgehalten. Einen größeren Vorlauf würde man auch 2018 nicht brauchen, meinte Lerzer, der damals als "Einzelkämpfer" ins Gefecht gezogen sei. Konrad Huber, der die Organisation für die Gewerbeschau 2002 übernommen hatte, habe ihm damals deutlich gemacht, dass er nicht mit Unterstützung rechnen könne. Und so sei es auch gekommen. "Das war richtige Kärrnerarbeit."

Natürlich würde er es auch schade finden, wenn keine Gewerbeschau stattfindet, "aber wenn die Gewerbetreibenden nicht wollen, kann man nichts machen", erwiderte Peter Prochaska. Wenn die Stadt die Organisation übernehmen würde, würde pluspol selbstverständlich unterstützend zur Seite stehen.

Heinz Frömter regte an, ein Organisations-Team zu gründen, damit die Last auf mehrere Schultern verteilt werde. Die Aufgaben zu splitten müsste doch möglich sein.

Josef Lerzer zeigte drei Möglichkeiten auf, wie eine Gewerbeschau auf die Beine gestellt werden könnte: Entweder würden Stadt und Gewerbetreibende kooperieren oder Stadt und Gewerbeverein müssten sich jeweils alleine darum kümmern. Zudem müsse man differenzieren zwischen einer Gewerbe- und einer Leistungsschau. Bei einer Leistungsschau würde man auch Organisationen wie das Technische Hilfswerk, die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz einbinden, die mit Vorführungen für eine Erweiterung des Programms sorgen würden.

Keine Kommentare