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Sonntag, 25.10.2020

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Hotel und Gasthöfe: "Jetzt herrscht hier wieder Totentanz"

Die Corona-Regelungen machen dem Gastgewerbe Sorgen - 13.10.2020 12:03 Uhr

Michelle Lichter (re.), die Geschäftsführerein des Dormero-Hotels in Roth, das erst vor eineinhalb Jahren eröffnete, achtet auf den Gesundheitsschutz für Gäste wie für Angestellte. Die neuesten Corona-Bestimmungen aber stoßen bei ihr, wie auch bei vielen anderen Hoteliers, auf Zweifel.

© Foto: Scherbel


Einlass nur mit negativem Corona-Testergebnis! Mit dieser anordnung für Gäste aus innerdeutschen Risikogebieten sind ab sofort die bayerischen Hotels und Gasthöfe ausgestattet. Das heißt, wenn ein Gast aus Berlin im Johann’s in Hilpoltstein Urlaub machen will oder Tagungsgäste aus Bremen im Dormero in Roth einchecken wollen, dann müssen sie neben ihren Ausweispapieren erst einmal ihr Testergebnis vorzeigen.

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"Heute hat ein Gast aus Bremen, der morgen kommen wollte, storniert", berichtet Michelle Lichter. Die Managerin des Dormero in Roth ist wahrlich nicht begeistert, dass der Betrieb "durch externe Umstände umgestaltet wird" und die Beherbergungsbranche jetzt den nächsten Tiefschlag erlebt. "Es hat so gut angefangen und sich eine Zeit lang angefühlt wie früher", sagt sie. "Aber dann herrscht hier plötzlich wieder Totentanz." Bisher komme die Hotellerie "einfach nicht raus aus dem schwarzen Loch".

Verpackungspflicht 

In dem erst vor eineinhalb Jahren eröffneten Hotel am Rand der Rother Altstadt habe man nach der Wiedereröffnung im Frühsommer die Tische und Stühle in der Lobby weiter auseinander gerückt, sodass die Abstandsregeln gut eingehalten werden können.

Am Frühstücksbuffet herrscht Hygienehandschuh- und Mundschutzpflicht, und für Marmelade und Nutella gilt jetzt ebenfalls Verpackungspflicht. Damit nicht zu viele Gäste gleichzeitig bei Kaffee und Cornflakes anstehen, werden schon beim Check-in die Zeitfenster fürs Frühstück abgefragt. Lichter: "Das funktioniert meistens ganz von allein."

Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen wird die Zahl der Gäste wohl auch in naher Zukunft nicht für Gedränge am Frühstücksbuffet sorgen.

hr/car

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