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Mittwoch, 11.12.2019

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Im Doppel der erste Sieg des Ausnahmetalents

Hannes Hörmann steuerte an der Seite von Alex Flemming den ersten Punkt zum 6:1 des TV Hilpoltstein über Zweitliga-Schlusslicht Leiselheim bei. - 01.12.2019 19:06 Uhr

Mit Alex Flemming im Rücken als Lampenfieber-Senker feierte Hannes Hörmann ein umjubeltes Heimdebüt in der zweiten Bundesliga. © Foto: Salvatore Giurdanella


Komplimente in alle Richtungen gab es natürlich für diesen Einstand. Alex Flemming, frisch geehrt für seinen Weltcup-Sieg im Click-Ball und von Manager Bernd Beringer als "einer der besten Doppel-Spieler Deutschlands" geadelt, zeigte sich sehr zufrieden mit seinem Seitenmann: "Das ist jetzt schon der dritte Doppelpartner. Endlich habe ich mal einen vernünftigen", frotzelte er in Richtung Francisco Sanchi und David Reitspies, "ich habe vom Hannes auch nichts Anderes erwartet". Dieser bedankte sich zurück: "Der Alex hat mir sehr gegen mein Lampenfieber geholfen".

In einer Disziplin ist Hannes Hörmann in der zweiten Liga schon aufgefallen: Seine Aufschläge stellte die Gegner im Doppel wie im Einzel immer wieder vor Probleme. Das Niveau insgesamt empfand der Youngster nach dem Doppel "nicht gerade Welten von der Regionalliga entfernt". Entgegen kam dem Hilpoltsteiner Paar seiner Meinung nach, dass drei der vier Leiselsheimer größenmäßig in der Reitspies-Liga spielen: "Das ist im Doppel ein Nachteil."

Der Respekt, den Hörmann vor dem Einzel hatte, bestätigte sich mit einer 0:3-Niederlage gegen den litauischen Nationalspieler Medardas Stankevicius. Dabei zeigte sich aber auch, dass der 16-Jährige durchaus positiv auf die Erfahrung eines 4:11 im ersten Satz reagieren kann. Im zweiten Durchgang wehrte er drei Matchbälle ab und glich zum 10:10 aus, gab dann aber doch noch zwei Bälle etwas überhastet ab. Gewöhnen muss er sich also an das hohe Tempo und das technische Vermögen der Gegner, auch schwierige Bälle auf die Platte zurückzubringen. Am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln, wenn Hörmann wieder Ersatz für Sanchi ist, kann man vielleicht schon Fortschritte sehen.

Die Maße der Leiselsheimer Spieler waren nicht nur ein Nachteil in den Doppeln, sie prägten über weite Strecken auch die Einzel. Gern gingen die Gäste mit ihrer Reichweite auf Distanz zur Platte. Das ergab viele spektakuläre Schmetter-Angriffe mit Lob-Antworten. Bei Alex Flemming, der sich im ersten Satz gegen Youssef Abdel-Aziz aus einer solchen Situation befreite und dann trotzdem den Ball zum 6:6 ins Netz drosch, kitzelte das den Ehrgeiz heraus. Immer mutiger packte er das ganz große Geschirr aus, ließ im ersten Satz keinen Gegenpunkt mehr zu, und brachte die nächsten beiden Durchgänge einigermaßen sicher mit 11:8 ins Ziel, wobei er im zweiten Satz schwächere Phasen mit Netzkantenbällen überbrückte.

In der Disziplin "Schmetter und Lob" zeigte sich auch Dennis Dickhardt zur Freude der Zuschauer in Form. Das Ergebnis war ebenfalls ein 3:0-Sieg gegen Vladimir Anca. Der Engländer David Mc Beath brauchte über zwei Sätze, um mit David Reitspies‘ Spielweise zurechtzukommen, doch mehr als zu einem 13:11 im dritten Satz reichte das nicht.

Am umkämpftesten wurde deshalb beim Stand von 5:1 das Match um den Siegpunkt, wobei sich im vorderen Paarkreuz zwei Fünf-Satz-Spiele entwickelten. David Reitspies glich dabei zweimal einen Rückstand gegen Youssef Abdel-Aziz aus und machte mit einem 11:4 Schicht. Da konnte Alexander Flemming zeitlich nicht ganz folgen. Grund dafür war die Verlängerung im vierten Satz, die der Hilpoltsteiner mit 17:15 für sich entschied. Der fünfte Durchgang wurde beim Stand von 6:1 für Flemming abgebrochen, nachdem Reitspies den Siegpunkt zum 6:1 eingefahren hatte.

TV Hilpoltstein – TV Leiselheim 6:1. Alexander Flemming/Hannes Hörmann - Youssef Abdel-Aziz/Medardas Stankevicius 11:8, 11:5, 11:9; David Reitspies/Dennis Dickhardt - David Mc Beath/Vladimir Anca 10:12, 11:8, 11:3, 11:9; David Reitspies - David Mc Beath 11:7, 11:5, 11:13, 11:4; Alexander Flemming - Youssef Abdel-Aziz 11:6, 11:8, 11:8; Dennis Dickhardt - Vladimir Anca 14:12, 11:7, 11:9; Hannes Hörmann - Medardas Stankevicius 4:11, 10:12, 7:11; David Reitspies - Youssef Abdel-Aziz 9:11, 11:4, 8:11, 11:8, 11:4.

PAUL GÖTZ

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