Apotheken

Impfpass-Stau: 50 Ausweise während des Deutschland-Spiels

18.6.2021, 15:04 Uhr
Das Runde muss ins Eckige: Während des EM-Kicks flutschten die Daten durch die Apotheker-Leitung.

Das Runde muss ins Eckige: Während des EM-Kicks flutschten die Daten durch die Apotheker-Leitung. © NN

Das war keine zufällige Laune des Dienstages. „Mit dem Abpfiff war Schluss“, registrierte Apotheken-Chefin Michaela Lickleder.

50 Ausweise gingen während der 90 Minuten plus Halbzeit durch, eine Impfpass-Quote auf dem Niveau eines Toni Kroos. Vor allem vor dem Dienstagsspiel hatten wohl alle Apotheken mit lahmen Leitungen zu kämpfen. „Das Problem“, so Michaela Lickleder, „ist unser getunnelter Verbund.“ Die Apotheken schicken die Daten ihrer Kunden über den Apotheker-Verband an das Robert-Koch-Institut und bekommen als Antwort das Zertifikat: „Offensichtlich ist der Tunnel irgendwann voll.“ Das Ergebnis kennt man vom Straßenverkehr: Stau.

Wobei Michaela Lickleder ihrer Kundschaft neben Geduld auch Vernunft attestiert. Die dem Zertifizierungsstart vorausgegangenen Appelle „bitte nicht alle auf einmal zu kommen“ hätten am Montag gefruchtet. Am Dienstag ging aber fast gar nicht, bis dann am Abend das Fußballspiel angepfiffen wurde. Seit Mittwochnachmittag läuft die Zertifizierung recht zügig. „Die Nachfrage ist groß“, bestätigt die Apothekerin, „es gibt Stoßzweiten am späten Vormittag und am Nachmittag.“

Mehr Personal nötig

Das erhöht natürlich die Frequenz an der Beratungstheke. „An einer Aufstockung des Personals geht kein Weg vorbei“, so Michaela Lickleder, „das Fachpersonal kann den zusätzlichen Aufwand nicht bewältigen.“ Da trifft es sich gut, dass zusätzliche Leute für die Schnelltests vor Ort sind, bei denen die Nachfrage seit den Lockerungen und mit steigender Impfquote merklich nachgelassen hat: „Da können wir umschichten.“


Corona-Impfungen in Roth und Schwabach: Hier gibt es die wichtigsten Infos


Technisch bedurfte der Anschluss an das Zertifizierungssystem für alle Apotheken nur einen Mausklick – sofern sie schon in der Telematik-Infrastruktur sind, die man für das E-Rezept braucht. Deshalb ließ sich der Service verhältnismäßig flott auf die Beine stellen. Bei den Ärzten zieht sich die Möglichkeit der Nach-Zertizifierung von Corona-Impfungen noch hin. Anfang bis Mitte Juli könnte die Software auch in den Arztpraxen am Start sein.