Appell im Ausschuss

Impfstau: Landrat Eckstein bittet um Gelassenheit

Paul Götz
Paul Götz

Roth

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24.11.2021, 06:04 Uhr
Nach der Impfmüdigkeit im Sommer und der Schließung vieler Impfzentren in Bayern stehen die Menschen nun wieder Schlange, um sich immunisieren zu lassen.
 

Nach der Impfmüdigkeit im Sommer und der Schließung vieler Impfzentren in Bayern stehen die Menschen nun wieder Schlange, um sich immunisieren zu lassen.   © Robert Gerner, NN

„Ich bitte um Gelassenheit“, appellierte der Landkreischef, verbunden mit dem Hinweis, dass wie im Vorjahr eine Priorisierung besonders verletzlicher Personengruppen und damit Älterer notwendig sei. „Wir sind ein Landkreis, der immer mittendrin schwimmt“, fasste Eckstein den Verlauf der Inzidenzen in den bislang vier Wellen zusammen.

Als Warnung empfahl er deshalb auf die Situation zu schauen in Kreisen, in denen die 1000-er-Grenze überschritten ist: „Die wesentlichen Sachen passieren im privaten Bereich. Das Wichtigste ist, die AHA-Regeln einzuhalten.“ Das heißt Abstand-Hygiene-Alltagsmaske.

Kliniken am Limit

Der Blick in die Spitzen-Landkreise zeigt vor allem Ärzte und Krankenhäuser am Limit. „Ich tue mich leichter als die Ärzte“, zog Eckstein den Vergleich mit seiner Situation als Behördenchef, „wir machen die ganze Sache nur, dass die Krankenhäuser nicht kollabieren. Ich muss aber zum Beispiel keine Entscheidung fällen, wer behandelt wird und wer nicht.“

Der eingangs erwähnten Impfpflicht redete der Landrat nicht das Wort, sehr wohl aber einer individuellen Verantwortung: „Wer sich nicht impfen lässt, gibt ein hohes Risiko weiter an alle anderen.“ Denjenigen, die grummelnd in der Warteschlange stehen, empfahl er: „Wer mosert, soll sich einen dieser Schutzanzüge von der Intensivstation anziehen und einen Tag damit rumlaufen.“