In der Hecke sehr viel gesehen

25.8.2007, 00:00 Uhr
Auch daheim gibt es viel zu entdecken. Dies erfuhren die Ferienkinder bei ihrer Wanderung auf dem Heckenlehrpfad hin zum «Eichelburger Ding» und der Ruine Wartenstein.

Auch daheim gibt es viel zu entdecken. Dies erfuhren die Ferienkinder bei ihrer Wanderung auf dem Heckenlehrpfad hin zum «Eichelburger Ding» und der Ruine Wartenstein. © sfe

Beim Start am Spielplatz in Eichelburg gibt es gleich die erste Überraschung für die Teilnehmer. «Tourleiter» Willibald Gerngroß hat nämlich Saft und Brezen bereitgestellt, damit sich die Mädchen und Jungen vor der Wanderung noch einmal richtig stärken können. Seit zehn Jahren betreut Willibald Gerngroß den Heckenlehrpfad. Daher kann er den Kindern auch ganz genau erklären, was sie auf ihrem Weg so alles sehen.

Eidechsen und Füchse

Und das ist eine ganze Menge. So huscht der Gruppe plötzlich eine Eidechse über den Weg. Aber nicht nur sie wohnt hier. Füchse, Marder und Igel würden ebenfalls in der Hecke leben, erklärt Gerngroß, der seine Schützlinge weiter vorbei an Haselnuss-, Hundsrosen-, Brombeer- und Holundersträuchen durch ein kleines Wäldchen zum «Eichelburger Ding» führt.

Das, vom Künstler Ottokarl Hüttlinger erschaffene, Landschaftskunstwerk soll an einen heidnischen Götterplatz erinnern. Auch in Roth habe so einer in früheren Zeiten mal gestanden, nämlich dort, wo jetzt die Stadtkirche steht, Die alten Germanen hielten an solchen Stätten Gericht und brachten den Göttern Opfergaben dar, erzählt Willibald Gerngroß. Und auch Hexen und Druden sollen sich an solchen Orten getroffen haben. Fünf Bäume mit eingeschnitzten Gesichtern symbolisiern die Richter. Ein Tisch aus Felsen soll den Opferstein darstellen.

Vom «Ding» geht die Wanderung durch den Wald weiter, hinauf zur sagenumwobenen Ruine Wartstein. Auf 393 Meter über Null stand einst die auch Teufelsknopf genannte Burg. Nachdem sie allerdings diverse Male zerstört wurde, sind nun nur noch ein paar Mauerreste übrig.

Übrig geblieben sind aber auch die Sagen vom «Teufelsknopf» und der «weißen Frau», die angeblich noch heute im Inneren der Ruine leben soll. Jährlich zum Jahreswechsel soll das ehemalige Burgfräulein im weißen Schleier gehüllt zum Schöttleinsweiher wandern und einen Krug mit Wasser holen, erzählt Gerngroß.

Dann geht es auch schon wieder auf den Heimweg, wo die Ferienkinder nach ihrer rund eineinhalbstündigen Wanderung am Spielplatz noch einmal eine kleine Stärkung erwartet.