Sonntag, 15.12.2019

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In Schulen und Kitas: Wer kocht was für unsere Kinder?

Gesund soll es sein und regional. Und Bio. Außerdem soll die Hygiene stimmen. - 24.10.2019 06:03 Uhr

Mahlzeit! Für ihre Schulen und Kindergärten in der Region bedienen sich die Kommunen höchst unterschiedlicher Lösungen, um ein Mittagessen für die Kinder anbieten zu können. © Foto: Georg Wendt


In Spalt ist die langjährige Praxis, den städtischen Kindergarten von einem kleinen lokalen Caterer versorgen zu lassen, jüngst zu Ende gegangen. Und nicht ganz freiwillig, wie Bürgermeister Udo Weingart erklärt: Die Qualität "war top, wie aus Omas Küche".

Dann wollte eine Mutter eines der Kindergartenkinder von der Leitung der Einrichtung wissen, ob die Speisen etwa Geschmacksverstärker enthalten oder nicht. Damit kam eine Entwicklung in Gang, an deren Ende sich herausstellte, dass der Betrieb, der den Kindergarten mit Mittagessen versorgt hat, die dafür nötigen lebensmittelrechtlichen Rahmenbedingungen nicht erfüllt, wie Weingart mit Bedauern einräumt.

EU-Vorschriften gelten

Die Geschäftsbeziehung wurde zum Ende des vergangenen Kindergartenjahrs beendet. Der Kindergarten werde jetzt von einem großen Lebensmittelbetrieb versorgt, der rund 300 Einrichtungen beliefere.

Auch in der Spalter Schule wird es in Kürze Veränderungen geben, wie der Bürgermeister ankündigt: Der Pausenverkauf von Snacks und Getränken soll der in kommunaler Eigenregie betriebenen Schulmensa angegliedert werden. Auch hier spielen die lebensmittelrechtlichen Vorschriften eine Rolle.

Für die Prüfung, ob in Schulen und Kindergärten die Lebensmittelregeln eingehalten werden, sind die Kontrolleure des Rother Landratsamts zuständig. Genau wie für Gaststätten, Metzgereien und Bäckereien. Insgesamt rund 2000 Betriebe.

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Zum Prüfumfang gehört etwa die Frage, ob das Personal vor Ort die vorgeschriebene Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz beim Gesundheitsamt mitgemacht hat oder nicht. So erklärt es Reinhold Fischer, Sachgebietsleiter der Lebensmittelüberwachung des Landkreises.

Außerdem, so Fischer weiter, wirken Vorschriften der EU bis in die kommunalen Schulen und Kindergärten hinein: Lebensmittelunternehmen, die mehr als 30 Prozent ihrer Produktion zum Beispiel an solche Einrichtungen ausliefern, benötigen eine EU-Zulassung. Die dafür geltenden Kriterien sehen etwa Hygieneschleusen im Betrieb, das Vorhandensein eines Reinigungsplans und eine Dokumentation der Schädlingsbekämpfung vor. "Das sind keine übertriebenen Standards", stellt Fischer klar: Es handele sich um die Sicherstellung dessen, was jeder Mensch erwarten können müsse.

Kein Bioanbieter im Landkreis

Und wie sieht es im übrigen Landkreis aus? Hier gibt es die verschiedensten Modelle für die Mittagsverpflegung in Kindergärten und Schulen. Mal wird vor Ort durch gemeindliches Personal selbst gekocht; mal liefert ein externer Caterer die Mahlzeiten an; mal besteht nur die Möglichkeit für die Kinder, von zu Hause mitgebrachtes Essen in den Einrichtungen aufzuwärmen.

Die Sprecher von Abenberg, Thalmässing und Roth betonen, dass es in ihren Einrichtungen vegetarische Alternativen im Angebot gebe. Es sei aber "leider kein Bioanbieter für Schulverpflegung im Landkreis bekannt", heißt es in einer Stellungnahme der Stadt Abenberg.

Wie Bürgermeister Helmut Bauz aus Büchenbach mitteilt, arbeitet die Mittagsbetreuung an der örtlichen Grundschule mit rund 60 Kindern derzeit "an ihrer Kapazitätsgrenze". Seine Gemeinde plant deswegen einen neuen Kindergarten mit Hort und komplett neuen Räumen für die Mittagsbetreuung. Diese sollen auch den Schülern der Grundschule zur Verfügung stehen.

MARTIN REGNER E-Mail

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