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Mittwoch, 17.07.2019

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Jubiläum in Spalt: Ein Feuerwehrfest für die Ewigkeit

Zum Höhepunkt des Jubiläumsfests kamen 109 Gruppen mit 2000 Teilnehmern - 04.06.2019 06:30 Uhr

Die Oldtimer-Drehleiter der Feuerwehr aus Gunzenhausen sorgte beim Festzug als Schlussfahrzeug für das i-Tüpfelchen. © Foto: Jürgen Leykamm


Stolze 109 Gruppen mit insgesamt rund 2000 Teilnehmern bildeten einen mächtigen Tross durch die gesamte Altstadt. Schon die Aufstellung war nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen: Die Lange Gasse als klassischer Startpunkt reichte in diesem Fall nicht aus. So hieß es für viele beteiligten Wehren und Vereine, die in beiden Fällen von weit her angereist waren, auf benachbarte Straßen auszuweichen — was im Ergebnis fast einem Sternmarsch gleich kam.

Erst an der Rezatbrücke fanden die Abordnungen zur gemeinsamen Formation zusammen. Sie durchquerte erst die Hauptstraße, um dann am Oberen Tor abzubiegen. Über die Albrecht-Achilles-Straße, den Kreisverkehr und die Bahnhofstraße hieß es dann, den Kurs zum Festgelände einzuschlagen. Dort wurden die Teilnehmer von den Ehrengästen auf einer Tribüne begrüßt und natürlich auch von der Jubelwehr selbst, die Spalier stand.

Der Landrat fasste sich extra kurz

"Unermüdlich klatschen", das gab Kommandant Stefan Schwarz als Parole aus. Hier war Durchhaltevermögen gefragt: Rund eine Dreiviertelstunde dauerte es, bis alle Teilnehmer angekommen waren. Immer wenn eine Kapelle ans Ziel gelangte, stellte sie sich zu einem Ministandkonzert auf. Solange, bis sie von der nächsten Musikgruppe abgelöst wurde. So mancher Fahnenträger ließ es sich nicht nehmen, schon vor dem eigentlichen Einzug das textile Wahrzeichen zu schwenken, was jeweils Sonderbeifall einbrachte.

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Das Schlussfahrzeug, ein Feuerwehr-Oldtimer aus Gunzenhausen, bildete einen finalen Hingucker des Zuges. Danach war man bereit für die zweite "Halbzeit", denn genauso lange dauerte der Fahneneinzug, den die Gäste der Partnerstädte aus St. Cloud (Minnesota) und Bad Sauerbrunn (Burgenland) anführten. Dass die Teilnehmer und Besucher überhaupt Platz fanden, war auch der herrlichen sommerlichen Witterung zu verdanken, so dass der Außenbereich des Zeltes genutzt werden konnte.

Die fast 30 Grad sorgten allerdings auch dafür, dass es im Inneren des Zeltes teils recht tropisch zu ging. Kühlung lieferte der "Wind" der geschwenkten Fahnen. Jede einzelne Fahnenabordnung wurde von Ralf Kamm begrüßt, zum Schluss zog die Jubelfahne unter tosendem Beifall ein. Der brandete nochmal auf, als der Spalter Feuerwehrvorsitzende verkündete, dass der Verein 500 Euro an den Verein "Engelein e. V." spendet, der dem Krebs den Kampf angesagt hat.

Abgeordneter stiftete ein Wildschwein

Einen schweren Stand hatten die Ehrengäste, die ihre Grußworte wohlweislich recht kurz hielten. Die frischgebackene Europaabgeordnete Marlene Mortler wertete das Geschehen als "sensationell": Ein wunderbares Jubiläum!"

Für die Einsatzbereitschaft von "365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag" bedankte sich der Landtagsabgeordnete Volker Bauer (ebenfalls CSU). Der Freistaat werde als Zeichen der Wertschätzung die Feuerwehrförderung für die Kommunen von 30 auf 50 Millionen im Jahr erhöhen, kündigte er an. Er selbst stiftete "ein Wildschwein für einen Kameradschaftsabend — und der Bürgermeister zahlt das Bier". Weingart (CSU) bestätigte mit einem Nicken.

Das Fahnenmeer am Zelteingang verwies auf die veritable Zahl an teilnehmenden Gruppen. Stadtkapelle und Jubelwehr führten den Festzug mit satten 2000 Teilnehmern an. © Foto: Jürgen Leykamm


Dieses Fest werde "für immer in Erinnerung bleiben", machte der Spalter Bürgermeister selbst deutlich: "Ihr seid das ganze Jahr für die Bevölkerung da — und sie hat nun auch großes Interesse an Euch gezeigt". Landrat Herbert Eckstein (SPD) hielt eines der kürzesten Grußworte seiner gesamten Amtszeit: "Ich fasse mich kurz: Herzlichen Glückwunsch, Danke, weiter so! Ein frohes Fest und einen schönen Nachmittag!" — so der komplette Wortlaut.

Die Partnergemeinden zeigten den Spaltern ebenso ihre Anerkennung: Eine Gedenkmünze für den Verein sowie jeden einzelnen Kameraden gab es aus den USA und eine Floriansfigur aus Sandstein aus Österreich. 

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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