Verunreinigung mit Darmbakterien

Keime im Rother Wasser: Nun auch die Bernloher Gruppe betroffen

Patrick Shaw
Patrick Shaw

Redaktion Schwabacher Tagblatt / Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung / Hilpoltsteiner Zeitung

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21.7.2021, 15:09 Uhr
Das Hochwasser ist in Franken wieder abgeflossen, aber nicht ohne Konsequenzen. In vier fränkischen Landkreisen sind potentiell gesundheitsgefährdende Keime nachgewiesen worden. Nun zählen auch die Abnehmerorte der Bernloher Gruppe dazu.

Das Hochwasser ist in Franken wieder abgeflossen, aber nicht ohne Konsequenzen. In vier fränkischen Landkreisen sind potentiell gesundheitsgefährdende Keime nachgewiesen worden. Nun zählen auch die Abnehmerorte der Bernloher Gruppe dazu. © IMAGO/Science Photo Library

Bislang müssen neben den Bewohnern von Spalt sowie Teilen von Abenberg und Georgensgmünd (Reckenberg-Gruppe) lediglich die Bürger in der Rother Kernstadt sowie in den Ortsteile Eckersmühlen, Haimpfarrich und Hofstetten (Stadtwerke Roth) ihr Leitungswasser durch Abkochen sterilisieren. Beim benachbarten, aber durch eine Leitung verbundenen Zweckverband Bernloher Gruppe sind zusätzlich Kiliansdorf und Belmbrach betroffen. Die übrigen Orte der Bernloher Gruppe waren bislang außen vor, weil sie nicht an dieser Verbindungsleitung "hängen".

Nun ist aber klar: Auch das Trinkwasser in Barnsdorf, Bernlohe, Mauk, Obermauk, Petersgmünd, Unter- und Oberheckenhofen, Unter- und Obersteinbach, Wallesau und Wernsbach enthält Fäkalkeime. Hinzu kommt überdies die Otto-Lilienthal-Kaserne.

"Durch die starken Niederschläge in den vergangenen Wochen kam es vermutlich durch einen mikrobiellen Eintrag zu einer bakteriologischen Verunreinigung", heißt es in der Mitteilung der Stadtwerke - wortgleich zu den beiden bisherigen Abkoch-Warnungen. Bei Beprobungen seien "coliforme Keime" im Trinkwasser nachgewiesen worden. Unter diesem Begriff wird ein breites Sprektrum von Bakterienarten zusammengefasst.

"Mit dem Nachweis von coliformen Bakterien ist ein definitiver Nachweis von Krankheitserregern nicht erbracht, aber nicht auszuschließen", schreiben die Stadtwerke weiter. Weitere Untersuchungen seien erfolgt, das Ergebnis liege aber noch nicht vor. Reagiert wird nun analog zu den anderen betroffenen Orten: Alle Brunnen, Speicher und das Leitungsnetz werden beprobt und anschließend gespült.

Bis auf Weiteres sind alle Bewohner der betroffenen Orte nun angehalten, Leitungswasser nur abgekocht zu trinken. Das Gesundheitsamt empfiehlt, „das Wasser einmalig sprudelnd aufzukochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abzukühlen“. Zu empfehlen sei die Verwendung eines Wasserkochers. Für Nahrung und zum Reinigen von Wunden sollte ausschließlich abgekochtes Wasser verwendet werden.

Nachbarn informieren!

Für die Körperpflege kann das Leitungswasser dagegen ohne Bedenken genutzt werden. Es sollte nur nicht verschluckt werden oder in Wunden gelangen. Verletzungen sollten wasserdicht abgedeckt werden. Während der Dauer des Abkochgebots sollte zum Zähneputzen abgekochtes oder abgepacktes Wasser verwendet werden. Stadtwerke und Gesundheitsamt bitten die Bürger, auch Nachbarn und Bekannte über das Abkochgebot zu informieren.

Bis die Abkoch-Anordnung wieder aufgehoben wird, kann es erfahrungsgemäß bis zu zwei Wochen dauern. Die Begutachtung einer Wasserprobe nimmt etwa 36 Stunden in Anspruch, und erst bei zwei aufeinander folgenden negativen Proben wird das Trinkwasser wieder für den unabgekochten Gebrauch freigegeben.

Der Zweckverband Bernloher Gruppe informiert die Bürger über Aushänge und seine Internetseite www.wzv-bernlohe.de. Seniorenheime, Kindergärten, Feuerwehren, große Firmen, Gaststätten und Ortssprecher wurden telefonisch benachrichtigt sowie eine Meldung über die Katastrophen-Warn-App "KAT-Warn" ausgegeben. Für Rückfragen stehen die Wasserversorgung Bernlohe unter der Telefonnummer 09172/8400 sowie das Gesundheitsamt Roth unter 09171/811601 zur Verfügung.

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