Profi-Anbieter statt Vereine und Fieranten?

Kein Christkindlesmarkt! Darum verzichtet Roth nach zwei Jahren Pause erneut

Patrick Shaw
Patrick Shaw

Redaktionsleiter Schwabacher Tagblatt / Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung / Hilpoltsteiner Zeitung

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19.8.2022, 16:24 Uhr
Jedes Jahr ersehnt, vor allem von den Kleinsten: Das Christkind auf den Rother Weihnachtsmarkt. Heuer möglicherweise nicht?

© Oliver Frank Jedes Jahr ersehnt, vor allem von den Kleinsten: Das Christkind auf den Rother Weihnachtsmarkt. Heuer möglicherweise nicht?

Bürgermeister Buckreus leitet sein Schreiben, das Mitte August an die Anwohner des Marktplatzes und die Standbetreiber des Christkindlesmarkts verschickt wurde, zunächst mit "einer guten Nachricht" ein. Da die Stadt nach jahrelanger Suche endlich einen Investor für die Sanierung der ehemaligen Rother Spielstube gefunden habe, werde "neben weiteren Gebäuden in der Innenstadt nun auch ein unschöner Anblick am wichtigsten Platz unserer Stadt in einiger Zeit in neuem Glanz erstrahlen".

Kein Platz wegen Baustelle

Dann aber kommt der Rathauschef zum Punkt. Denn dies heiße "im Umkehrschluss, dass wir leider mit einer fast eineinhalbjährigen großen Baustelle (inkl. Baukran) am Marktplatz rechnen müssen". Und weiter: "Wir müssen davon ausgehen, dass dies nicht nur den Christkindlesmarkt in diesem Jahr betrifft, sondern auch die vorweihnachtliche Zeit im kommenden Jahr. Aufgrund der starken Platzeinschränkungen ist eine Durchführung des bisherigen Konzeptes mit allen bekannten und beliebten Hüttenbetreiber*innen in dieser Form leider nicht möglich."

Die Stadt, so Buckreus, habe sich "daher schweren Herzens dafür entschieden, den Rother Christkindlesmarkt in seiner bisherigen Form in diesem Jahr abzusagen". Auch wie es in Zukunft auf dem Marktplatz weitergehe, sei wegen der geplanten Umgestaltung und Wiederbelebung noch unsicher.

Warum ein Profi?

Bei den Hüttenbetreibern - sowohl Ehrenamtlichen als auch Kleinunternehmen - sowie in den Sozialen Medien sorgt diese Ankündigung verständlicherweise für einige Unruhe. So richtig verärgert sind viele aber über den nächsten Satz des Schreibens: "Um nicht auf vorweihnachtliche Stimmung verzichten zu müssen, werden wir 2022 mit einem professionellen Anbieter einen Weihnachtsmarkt durchführen."

Dass die Stadt nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause die Vereine und kleinen Fieranten erneut im Regen stehen lassen will, kommt bei diesen teils gar nicht gut an. Da hilft es auch wenig, dass Bürgermeister Buckreus seinen Brief mit dem Versprechen enden lässt, dass es "eine zukünftige Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden auf jeden Fall wieder geben" werde.

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