Sonntag, 18.04.2021

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KJR Roth: ,Deine Wahl macht Demokratie!‘

Der Kreisjugendring hat sein Jahresprogramm vorgestellt. Menschenrechte und Meinungsfreiheit sind Schwerpunkte. - 27.02.2021 12:00 Uhr

Kreisjugendpfleger Rainer Geier steuert eine Kunstaktion bei: Bunte Hände aus verschiedenen Materialien, die in die Luft ragen, sollen dabei entstehen.

26.02.2021 © Foto: Tobias Tschapka


Welche Bedeutung hat Demokratie für unser Zusammenleben? Wie können demokratische Prozesse und Kompetenzen bei Jugendlichen gefördert werden? Und: Welche Möglichkeiten bestehen in der Jugendarbeit, für Toleranz und gegen Vorurteile, Gleichgültigkeit und Hass einzutreten? Um all diese Themen soll es in diesem Jahr gehen.

Die zahlreichen Aktionen – viele davon coronabedingt online, aber einige ab dem Sommer voraussichtlich auch in Präsenz – sollen unter anderem demokratische Prozesse und Kompetenzen fördern, sensibilisieren gegenüber Vorurteilen sowie extremistischen Strömungen und deutlich machen, dass Diversität mit demokratischen Werten vereinbar ist, dass Widersprüche und Konflikte konstruktiv bearbeitet werden können.

"So bunt wie unsere Angebote sind auch die Zielgruppen", erläutert Kreisjugendpflegerin Daniela Potzler. Besagte Angebote richten sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche, aber auch an ehrenamtliche Jugendleiter*innen, an Lehrkräfte, Jugendsozialarbeiter*innen, Eltern, an die Offene Kinder- und Jugendarbeit sowie die Politik.

"Auch alle Rathäuser im Landkreis haben unseren Katalog zugeschickt bekommen", so Potzler. Ihr zufolge sei die Jugendarbeit von der Struktur und den Prinzipien her bestens geeignet, die Werte der Demokratie zu vermitteln, denn: "Hier können sich Kinder und Jugendliche mit ihren Ideen selber einbringen und werden im Rahmen ihres Alters in die Entscheidungen miteinbezogen". Dabei würden sie zwangsläufig auch die Erfahrung machen, dass sie sich nicht immer durchsetzen können, wenn die Mehrheit eine andere Meinung vertritt. "Sie lernen, dass sie sowohl Rechte als auch Pflichten haben, und was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen", findet Potzler.

Die Tatsache, dass heuer Bundestagswahlen sind, hat natürlich zur Wahl des Jahresthemas beigetragen. Der Kampf gegen antidemokratische Bestrebungen, die seit dem vergangenen (Corona-)Jahr massiv zugenommen haben, wird in mehreren Vorträgen thematisiert.

So findet im Juni in Zusammenarbeit mit "Roth ist bunt" ein Vortrag über Ideologie, Strategie und Akteure der extremen Rechten in der Region statt.

Im September folgt dann zusammen mit der Initiative "Schwanstetten ist bunt und schaut nicht weg" ein Vortrag mit Beispielen, was aufrichtige Demokrat*innen gegen "rechts außen" tun können. "Zum Glück sind uns in der Region keine offen rechtsradikalen Gruppierungen bekannt", meint KJR-Geschäftsführerin Anja Völkl erleichtert, "und wir sehen es als unsere Aufgabe an, dass das so bleibt."

Fortbildungen für Fachkräfte

Des Weiteren sind Fortbildungen für Fachkräfte geplant, die sich mit dem Argumentationstraining gegen Stammtischparolen oder unter dem Motto "typisch männlich – typisch weiblich?!" mit Stereotypen zu Geschlechterrollen und traditionellen Leitbildern beschäftigen. Es ist zudem eine Neuauflage der Jugendfreizeit "Hüttenhausen" in Stockheim geplant, bei der aus Paletten ein Hüttendorf gebaut werden soll.

In den Osterferien findet eine Kinderbildungsmaßnahme unter dem Motto "Freiheit des Spiels" statt. Dabei wird kein vorgefertigtes Programm angeboten. Vielmehr soll durch verschiedenste Materialien die Kreativität der Kinder mit Ideen und Leben gefüllt werden. Ursprünglich als Freizeit mit Übernachtung geplant, findet die Maßnahme jetzt als viertägige Ganztagesveranstaltung in der Rother Berufsschule statt.

Das Gesamtprogramm zum Jahresthema des KJR, Termine und viele weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage www.kjr-roth.de

Rasch reagiert

Coronabedingt wird sich zwar vieles noch im virtuellen Raum abspielen, aber man habe vergangenes Jahr gute Erfahrungen damit sammeln können, so Anja Völkl. "Der Landkreis hat schnell auf die Situation reagiert und uns sowohl mit Technik als auch den nötigen Lizenzen ausgestattet. Das hat sich in vielerlei Hinsicht als hilfreich erwiesen."

So sei man stolz darauf, dass man ein ähnlich umfangreiches Programm wie in den vergangenen Jahren anbieten könne, der Pandemie zum Trotz. "Wir haben unsere Maßnahmen jedenfalls so gut es geht angepasst, und auch für unser neues Programm haben wir schon viele Anmeldungen bekommen."

TOBIAS TSCHAPKA

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