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Samstag, 19.10.2019

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Kreative Kunst in ihrer ganzen Vielfalt

47 Künstlerinnen und Künstler im Landkreis Roth gaben beim "Tag des offenen Ateliers" Einblick in ihr Schaffen. - 26.05.2019 16:41 Uhr

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Tag des offenen Ateliers

Künstlerinnen und Künstler ließen sich über die Schulter schauen.


Reinhard Dellert war einer der Künstler und Künstlerinnen, die sich und ihre Werke im Kunst-Treff HIP in Hilpoltstein vorstellten. © Foto: Robert Unterburger


"Kunst satt" gab es beim landkreisweiten "Tag des offenen Ateliers". Bei der 22. Auflage öffneten 47 Künstlerinnen und Künstler die Tore zu ihren Werkstätten und ermöglichten einen eindrucksvollen Blick auf die regionale Kunstszene. Der große Facettenreichtum begeisterte die Besucherinnen und Besucher.

Kunst fasziniert. Vor allem, wenn eine bunte Vielfalt geboten wird wie beim "Tag des offenen Ateliers". Neben Malerei in Öl, Acryl oder Aquarell fanden sich Kunstwerke aus Glas, Keramik, Holz und Wolle. Der "Tag des offenen Ateliers" bot Gelegenheit, sich auf eine spannende Reise durch die bunte Kunstlandschaft des Landkreises zu begeben.

Erste Station war der Kunst.Treff-HIP in der Burgstadt. Chefin Ute Emmerling aus Marquardsholz freute sich, dass hier Kunst nicht nur ausgestellt, sondern auch gemacht wurde. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler saßen vor ihren Leinwänden und ließen sich über die Schulter schauen: Karlheinz Brunner, Ute Emmerling, Beate Tätsold, Eleonore Politt, Julia Buch, Christa Tempcke, Reinhard Dellert, Jutta Lehmann Gisela Schmitz, Wolfgang Modler, Peter Herold und Ludwig Bössl. Während sie im Erdgeschoss arbeiteten, waren im Obergeschoss Gäste der Akademie Wildkogel, die ebenfalls eifrig Kunstwerke schufen.

Im "KunstMarkt" in Abenberg haben sich Sabine Brigitte Reimann aus Schwabach und Ralf Schnackig aus Georgensgmünd Ateliers eingerichtet, die Räume im Erdgeschoss stehen dem Kunstverein Spectrum zur Verfügung.

"Ikonen-Kunst-Schule"

Sabine Brigitte Reimann hat die "Ikonen-Kunst-Schule Abenberg" gegründet. In ihrem Atelier hängen zahlreiche Ikonen, die sie im Stil des Mittelalters mit Eitempera und Blattgold aus Schwabach herstellt. "Eitempera ist ein leuchtstarkes Malmittel in der Temperamalerei", berichtete sie, "es wurde bereits in der Antike und Renaissance genutzt." Vor der Erfindung der Ölfarbe hätten Maler hauptsächlich Eitempera verwendet. Ihre Ikonen zeigen faszinierende Einblicke in die Volksfrömmigkeit der Orthodoxie. Neben den Ikonen stellte Reimann Schmuck sowie Acryl- und Ölmalerei aus.

Ralf Schnackig aus Georgensgmünd stellte farbenprächtige, großformatige Gemälde aus, die zum Nachdenken anregen. "Was ist Kunst?", lautet eine der vieldeutigen Fragen, die man an seine Bilder stellen kann. Dass Schnackig es auch versteht, dreidimensional zu arbeiten, zeigt eine Arbeit, aus der ein Furcht erregender Hexenkopf ragt.

Als Gastaussteller war der Abenberger Künstler Billy Wechsler mit Werken zum Thema "Turmspringer" vertreten. Er zeigte eine Reihe von Fotos der Abenberger Burg, von der jeweils ein "Turmspringer" im Hechtsprung von den Zinnen oder der Burgmauer springt. "Der Computer machte es möglich, dass ich meine Turmspringer in die Fotos eingefügt habe", lächelte Wechsler.

Die Künstlerin Sabine Weigand zeigte in ihrem großzügigen Atelier im Abenberger Gewerbegebiet bunte, großformatige Bilder, die von der Kreativität und dem Können dieser Malerin künden. Immer wieder probiert sie Neues aus und präsentierte Acryl- und Ölbilder, moderne Aquarelle sowie Bilder in Mischtechnik ("Mixed Media").

"Buchstaben-Kunst"

In Büchenbach arbeitet der Künstler Klaus Peter Jaworek alias "kapejott". Seine Werke, die er im Freien ausstellte, drehen sich um "Serielle Kunst" oder "Buchstaben-Kunst". Kapejott verbindet Zeichnungen, Postkarten und Malerei mit verfremdeten und humorvollen Zitaten und skurrilen Aussprüchen. Damit erweist er sich als ironischer Verfechter einer Kunst, die in ihrer Darstellung von Absurditäten und in witzigen Wortspielereien an den Dadaismus erinnert. Gastkünstler war Reinhold Gschmeissner aus Rednitzhembach, ein Verfechter der "pauvre art". So verwendete er auf zwei großformatigen Bildern Teile von Kartoffelsäcken. Seine Kunstwerke stellt er unter die Devise "Malerei-Objekt-Kunst."

Aus Schwanstetten nahmen drei Künstlerinnen teil. Bei Brigitte Geiß konnte man Aquarelle bewundern. Sie malt Naturbilder und hat sie ihre Liebe zu Bildmotiven aus der Landwirtschaft gefunden.

Skulpturen und Objekten aus Keramik fertigt Christine Neussner aus Leerstetten. Ihr Schwerpunkt: Gartenstelen und Gartenkugeln, auf denen Schlangen oder Echsen aufgebracht waren. Eindrucksvoll sind Charakterköpfe, die einen Rockmusiker, einen Hardliner oder einen Pistolero symbolisierten.

Kunst für den Garten aus Keramik präsentierte auch Ingrid Haus-Rückel. Gartenkugeln, Stelen, Figuren oder Schmuckgegenstände zu den Ausstellungsstücken.

 

ROBERT UNTERBURGER UND ANDREAS HAHN

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