Mehrstündiger Feuerwehreinsatz

Kuh flieht vor Klauenpflege - und muss aus Güllegrube gerettet werden

Paul Götz
Paul Götz

Roth

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2.9.2021, 11:28 Uhr
Mit einem Spezialgeschirr wird die Kuh aus der Güllegrube gezogen.

Mit einem Spezialgeschirr wird die Kuh aus der Güllegrube gezogen. © Feuerwehr Hilpoltstein, NN

Die slapstick-reife Flucht einer Kuh auf einem Bauernhof in Pierheim bei Hilpoltstein hat am Montag einen mehrstündigen Rettungseinsatz dreier Feuerwehren und eines Tierarztes ausgelöst. Quasi wie ein Kamel durch ein Nadelöhr verschwand das Tier in einer Güllegrube, wurde aufwändig befreit und ist mittlerweile wieder wohlauf.

Ausgangspunkt war der Versuch des Landwirtes, der Kuh die Klauen zu schneiden. Diese war mit der Pediküre aber gar nicht einverstanden, befreite sich aus dem dafür vorgesehen Stand und büxte Richtung Misthaufen aus. Das war keine gute Idee, weil ein ungeeigneter Untergrund für einen staksigen Vierbeiner. Dem Tier zog es die Beine weg und es rutschte auf dem Hinterteil den Haufen runter - geradewegs in ein gerade mal 50 mal 50 Zentimeter großes Loch der Güllegrube.

Die Uhr tickt

Wie die Kuh da überhaupt durchgepasst hat, darüber konnten sich die alarmierten Feuerwehren aus Hilpoltstein, Pierheim und Meckenhausen nicht lange wundern, denn für das Tier bestand höchste Lebensgefahr. Der Bauer sicherte es mit einer Kette vor dem Ertrinken, außerdem war Eile angebracht, denn die Ammoniakgase in einer Güllegrube wirken irgendwann tödlich. Und sind auch nichts für empfindliche Nasen.

Die Taktik der Feuerwehrler: Zunächst einmal die Grube leer pumpen, während sich zwei Trupps mit leichtem Chemikalienschutzanzügen und schwerem Atemschutz ausrüsteten. Der Tierarzt verpasste der Kuh, die zum größeren Einstiegsloch bugsiert wurde, eine Beruhigungsspritze. In einem Spezial-Rettungsgeschirr vom Pferdehof in der Stephansmühle führte der Atemschutztrupp das Tier in Position unter dem Ausstiegsloch, wobei die 1,50 mal 1,75 Meter des Loches auch nicht gerade massgeschneidert waren.

Doch noch Maniküre

Mit einem Radlader und zwei Seilwinden wurde die Kuh nach etwa vier Stunden aus der Grube gelupft und der Obhut des Tierarztes übergeben. Die Kuh hat die Aufregung, die Belastung und die Beruhigungsspritze mittlerweile verdaut, wie der Hilpoltsteiner FW-Kommandant Jürgen Flierl mitteilte. Dem Landwirt ist es außerdem gelungen, die Klauenpflege ohne Komplikationen durchzuführen.

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