Donnerstag, 22.04.2021

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Landkreis Roth: Schweinepest macht Betrieben Sorgen

Einige Landwirte hätten schon Bedenken geäußert - 03.10.2020 08:58 Uhr

Für Wild- und Hausscheine endet das Virus fast immer tödlich.

18.01.2018 © Lino Mirgeler/dpa


Es gibt in Deutschland bereits nachgewiesene Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Der CSU-Landtagsabgeordnete Volker Bauer warnt nun. "Ein Ausbruch in Bayern und dem schwarzwildreichen Landkreis Roth wäre eine Katastrophe für unsere heimische Landwirtschaft, aber auch für den Wildbretmarkt, der es unseren Jägern und Revierpächtern im Landkreis Roth erlaubt, zumindest einen Teil ihrer Jagdpacht zu erwirtschaften", wird er auf seiner Homepage zitiert.


Schweinepest in Deutschland: Bayern stellt Zäune auf


Vermehrte Beobachtung und die Kontrolle der Trassen von Lebendtiertransporten seien eine wirksame Möglichkeit der Vorsorge. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine ist es jedoch fast immer tödlich.

"Existenzielle Sorgen"

Vor allem Landwirte, die Schweine halten, plagen Ängste – insbesondere finanzieller Natur. Seitens Dr. Ekkehard Kurth vom Veterinäramt in Roth heißt es, manche Betroffene hätten bereits "existenzielle Sorgen" geäußert.

Die Schweinebetriebe würden derzeit nach einem festgelegten Kontrollschlüssel über die einzuhaltenden Tierseuchenvorgaben überprüft, so das Veterinäramt Roth. Auch Beratungen vor Ort und am Telefon würden öfter abgehalten. Auch die Jäger und Förster sind in erhöhter Alarmbereitschaft. "Über ein Fallwild-Monitoring wird bereits eine ASP-Überwachung im Landkreis praktiziert", gibt das Veterinäramt bekannt.

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Die regionalen Jagdverbände seien schon über die ASP und die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen informiert worden. Die Jägerschaft hat vor allem auch bei der Fallwildsuche eine Schlüsselrolle. Eine Tierseuchenübung zur Fallwildsuche ist gerade in Planung.

Bei diesen Übungen wird der Ablauf im Falle eines ASP-Ausbruchs geprobt. Beim Bayerischen Bauernverband in Roth ist die ASP ebenfalls ein Thema. "Der Landkreis mit Stadt Schwabach grenzt nicht direkt an Staatsgrenzen an. Infektionsgeschehen durch Wild-Tierbewegungen aus Polen, Tschechien und so weiter und sind deshalb etwas geringer", heißt es von BBV-Geschäftsführer Maximilian Schneider.

In der Geschäftsstelle in Roth würden sich derzeit einige Beratungsnachfragen häufen. Die Schweinehalter können überdies auch so tätig werden: Der Bauernverband empfiehlt ihnen sich an die "Richtlinien für Biosicherheit in der Schweinehaltung" zu halten. Kein Füttern von Speiseresten, keine Hunde im Stall und den Kontakt von Wild- zu Hausschweinen durch Zäune zu minimieren.

 

 

Privatleute können helfen

"Landwirte können darüber hinaus vorbeugend eine Statusuntersuchung ihres Schweinebestandes auf ASP durchführen lassen. Kosten der Laboranalyse übernimmt die Bayerische Tierseuchenkasse", so Maximilian Schneider. Eine private Ertragsschadensversicherung wäre ebenfalls eine Maßnahme.

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Privatleute können bei der Prävention mithelfen und vermehrt Augenmerk auf die eigene Fleischentsorgung legen. Die Verbraucherzentrale informiert: "Gekühltes Fleisch ist besonders gefährlich, da das Virus in diesen Produkten monatelang überleben kann. Die Abfälle können von Wildschweinen gefressen und das Virus auf diesem Weg verbreitet werden." Wenn man beim Spazieren verendete Wildschweine sehen sollte, sollte man sie beim Veterinäramt melden.


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mlk

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