Millionensummen fließen in Abwasser und Wasser

16.11.2012, 19:19 Uhr
Das Abwasser der kleinen Ortsteile östlich der Autobahn soll künftig in der Kläranlage Hilpoltstein aufbereitet werden.

© HiZ-Archiv/Harry Rödel Das Abwasser der kleinen Ortsteile östlich der Autobahn soll künftig in der Kläranlage Hilpoltstein aufbereitet werden.

„Nach dieser Präsentation werden wir wissen, wo unsere Schwerpunkte der nächsten Jahre liegen. Das kostet einiges an Geld“, kündigte Mahl schon im Vorfeld der Erläuterungen zum Anschluss der Ortsteile Oberrödel, Unterrödel und Zell an die zentrale Kläranlage Hilpoltstein an. Und nachdem Michael Eff vom Weißenburger Ingenieurbüro Völker und Partner die Planungen, vor allem aber die Kosten präsentiert hatte, wurde Mahls Prognose bestätigt.

Auf zwischen 3,6 und 3,9 Millionen Euro bezifferte Eff die Summe für den Anschluss dieser drei Ortsteile. Wovon nur ein Bruchteil förderfähig sei, nämlich allein der Erstanschluss von Oberrödel. Hierbei würden 600000 Euro mit 60 Prozent bezuschusst.

Dazu gesellen sich noch einmal rund eine Million Euro für den Ringschluss des Wasserleitungsnetzes zwischen Hilpoltstein und Hofstetten sowie für den Austausch bruchgefährdeter Trinkwasserrohre zwischen Hofstetten und Lochmühle. Und dabei machte Klaus Kellermann vom Nürnberger Ingenieurbüro ITEC klar, dass es auf dem Sektor „Wasser“ keinerlei staatliche Förderung gebe.

Das Abwasser des Ortsteils Oberrödel wird derzeit noch im Kammersystem geklärt. Mit dem Anschluss von Oberrödel, Zell und Unterrödel an die zentrale Kläranlage Hilpoltstein werden sowohl die Kläranlagen in Zell als auch in Unterrödel, die im Mischsystem arbeiten, aufgelassen. Auf rund 2,4 Millionen Euro bezifferte Eff die Kosten für die von ihm präferierte Variante des Anschlusses von Oberrödel und Zell, der über Pumpwerke und Druckleitung funktionieren solle. Die Kosten für den Anschluss von Unterrödel über Hofstetten an die Kläranlage Hilpoltstein würden sich, so Eff, auf gut 1,2 Millionen Euro belaufen, wenn man der von ihm empfohlenen Trasse entlang dem „Gredl“-Radweg und dem Weg zur Fuchsmühle folge.

Mit dem Ringschluss der Trinkwasserleitung zwischen dem Wasserwerk „Am Kränzleinsberg“ und Hofstetten, die derzeit nach den Worten Mahls mit einem „Notverbund“ aufrechterhalten werde, soll schon nächstes Jahr begonnen werden. Damit werde, so der Bürgermeister, die Versorgungssicherheit zwischen Hofstetten, Zell und Pyras sichergestellt. Diese Maßnahme würde mit rund 450000 Euro zu Buche schlagen, betonte Keller. Fast eine Million Euro werde der Austausch bruchgefährdeter Trinkwasserleitungen zwischen Hofstetten und Lochmühle kosten, der im Zuge der Bauarbeiten an der Abwasserleitung Oberrödel, Zell, Unterrödel umgesetzt werden solle.

Was die Bauarbeiten auf dem Abwassersektor angeht, sollte nach Auskunft Effs spätestens Ende 2014 begonnen werden. Mahl plädierte für einen zeitnahe Umsetzung – allerdings „unter Berücksichtigung unserer finanziellen Situation“.

Land unter

Nicht nur in den Ortsteilen zwickt es in der Kanalisation. Auch im Zentrum der Burgstadt gibt es bei starken Regenfällen Probleme. Und zwar in der Zwingerstraße, wo der Kanal bei heftigen Schauern überlastet sei, wie Eff berichtete. Dazu fließe noch Oberflächenwasser von der Rother Straße über die Kreuzung und den Gehweg in die Zwingerstraße ab, was zu Überschwemmungen im Bereich vor der Gänsbachbrücke führe.

Das für die Rother Straße als Staatsstraße zuständige Staatliche Bauamt Nürnberg werde vermutlich noch in diesem Jahr neben dem Bordstein im Bereich des Pflasterwegs zur Zwingerstraße eine Entwässerungsrinne einbauen. Dies allein reiche aber nicht aus, um vor Überschwemmungen gefeit zu sein, weswegen die Mischwasserkanalisation an der Kreuzung Rother Straße/Altstadtring mit der Talstraße gekoppelt werden soll. Nach einer Kostenberechnung müsste die Stadt hierfür rund 200000 Euro berappen.hr

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